Winard Oberlimer.«

Der Winard Oberlimer wartete nun auf das Antwortschreiben des Fürsten.

Er wußte wohl, daß hohe Herren sich nicht so leicht herbeilassen, mit

Arbeitsleuten Briefe zu wechseln, aber in einem so wichtigen Falle,

dachte er, würde der gnädige Herr doch eine Ausnahme machen. Er wartete

Tage und Tage, er konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen. Wo

er wartete, das wissen wir nicht, denn er hatte vergessen, in dem

Briefe seinen Aufenthaltsort anzugeben. Auch der seidenhaarigen Hedwig

hatte er geschrieben und ihr Vorwürfe gemacht darüber, weil sie,

»die spottschlechte Person, sein glihend Hertz um eitel guld und ehr

verkaufft« hätte. Die Hedwig wußte sein Versteck und antwortete ihm das

Folgende:

»Mein Lebtag wär's mir nit eingefallen, das von wegen dem

Fürsten, wie du meinst. Wenn ich dich auch einmal mit ihm

gereizt hab. Aber dein Schimpf- und Spottbrief auf mich zeigt

nit von deiner grossen Lieb und jetzt thu ichs. Nit wegen eitel

Guld und Ehr, wie du schreibst, sondern weil mir ein guter

freundlicher Mensch lieber ist, wie ein Zornnickel. Deine Wäsch

hab ich dir aufs letztemal gewaschen und geflickt und kannst

sie abholen lassen. Mit Achtung

Fremde Straßen · 第 12 / 89 题