Die folgenden Ausführungen stellen nur einen skizzenhaften Überblick
dar, dem ein Ausbau im einzelnen noch dringend nottut. Es ist zu
erwarten, daß sich bei einer vollständigeren Verwertung aller bisher
vorliegenden klimatisch verwertbaren Funde die resultierenden Pollagen
hier und da noch etwas ändern werden. Wir müssen auch berücksichtigen,
daß die hier abgeleiteten Pollagen Mittelwerte darstellen, während aus
den Interglazialzeiten hervorzugehen scheint, daß die Pole bei ihren
Wanderungen nicht geradlinig fortschreiten, sondern dabei Schwankungen
bis zu mindestens 10° ausführen, die wir hier (und auch in der obigen
Klimakurve) ganz vernachlässigen. Daß grundsätzliche Änderungen
nötig sein werden, ist jedoch bei der guten inneren Übereinstimmung
für die Nordhalbkugel wenig wahrscheinlich. Auf der Südhalbkugel
freilich treten Widersprüche auf, welche eine Revision der dortigen
Altersbestimmungen wünschenswert erscheinen lassen. Es soll keineswegs
versucht werden, diesen Mißstand irgendwie zu verbergen. Die Geologen
haben indessen kein Recht, aus diesem Grunde etwa über die ganze
Theorie der Polwanderungen den Stab zu brechen. Die Forderung nach der
genannten Revision ist bereits aus ihren eigenen Reihen erhoben worden,
und ihre Notwendigkeit erhellt -- von allen Theorien abgesehen -- aus
der Tatsache, daß die jetzigen Angaben sich selbst widersprechen. Wir
werden auf diese inneren Widersprüche der bisherigen Altersschätzungen
noch zurückkommen.
[Illustration: Fig. 31.