Auf der Heide holte ich Yvonne ein. Ich rief sie an und sie blieb stehen.
»Wir haben ja den gleichen Weg, Yvonne!«
»Ja!« Sie lächelte. Ich sah wie schlicht und gut ihr Herz war.
»Du kennst mich doch, du weißt doch noch --?«
Yvonne lachte. O ja, sie hatte es nicht vergessen.
»Daß ich dich nie mehr gesehen habe! Ich komme doch so oft nach Creach. Wo
warst du denn den ganzen Sommer?«
»Ich? Auf der Insel. Ich habe dich oft gesehen, ja. Doch halt, ich war ja
nicht immer auf der Insel, ich war vierzehn Tage in Brest.«
»Nun, siehst du?«
Und Yvonne beeilte sich mir von ihren Erlebnissen in der Weltstadt Brest zu
erzählen. Sie war da auch im Theater und hatte ein Stück gesehen, das
Ohrfeigensalat hieß. Ein reicher Bauer kam nach Paris und mietete die
Wohnung eines lebenslustigen Junggesellen und nun ging es los, er bekam
Ohrfeigen von allen Seiten.
»Er erhielt immerzu Ohrfeigen,« erzählte Yvonne, »es kamen Gläubiger des
Junggesellen, klatsch, Eifersüchtige, klatsch -- haha -- immerzu klatschte
es.«
»Hahaha!«
Wir gingen vorgebeugt durch den Wind und sahen einander ins Gesicht,
während wir plauderten und lachten. Yvonne sprach ganz hinten im Kehlkopf
und ihr herzliches Lachen kam wie aus weiter Ferne.
»Wie alt bist du, Yvonne?«
»Laß sehen --? Ich bin neunzehn.«
Ich sah sie an. Sie war groß und stark.
»Und du hast doch einen Geliebten?«
»Haha -- was er denkt! Nein, nein, nein!«
Yvonne lachte.
Sie gefiel mir.