»Nein.«
»Und keine Frau?«
»Nein.«
»Aber Freunde hast du doch?«
»Nein. Ich bin seit Jahren unterwegs und meine Freunde haben mich längst
vergessen.«
Rosseherre schüttelte den Kopf. »Der Chef der Post sagt, du bist ein
englischer Spion und willst herausbringen, wo sie mit ihren Kriegsschiffen
auf der Insel landen können. Aber das ist nicht wahr. Vielleicht hast du
etwas getan und kannst nicht in dein Vaterland zurückkehren?«
Ich lachte.
»Oder bist du in deinem Vaterland sehr unglücklich gewesen und hast es
deshalb verlassen?«
»Nein, glaube das nicht, Rosseherre, ich bin im Gegenteil sehr glücklich
gewesen.«
»Ja, niemand begreift, weshalb du hier lebst -- hier, wo nichts ist?«
»Es gefällt mir hier.«
Rosseherre wußte nichts mehr zu fragen. Ihr Gesicht war nun ganz dunkel
geworden, nur ihre Haube leuchtete noch.
»Die Nächte sind nun so schön und warm, Rosseherre,« sagte ich, »du
solltest hören wie die Grillen bei Sturmvilla in den Nächten lärmen.«
Rosseherre drehte sich ein wenig und lachte leise. Ich sah das Weiße ihrer
Augen und ihre Zähne.
»Kenavo!« sagte sie dann.
»Kenavo!«