»So soll ich dem Peterl sagen, er ist ein Lappl?« lacht das Fanele.
»Fei nit, fei nit, Dirnl,« sagt der Zachenhesselhans und schüttelt
unwillig den Kopf. »Jetzt: wenn's dem Peterl einfiel, auf die Freite zu
kommen zum Fanele ...«
»Ja, Zachenhesselhans, _so_ meinst? Nachher, Hans, so wollt ich mir den
Peterl fei schon instand setzen!«
»Jetzt -- da sind wir ...«
Aber das Dirnl tut einen Sprung über den Schwellenstein und fliegt vom
Hausgang ins Stübl.
Ueber dem Kaffee findet sich auch der Peterl wieder von der Halde
herunter. Der Wind steht droben auf dem Kamm und jagt seinen Regen
herüber, auch Schneeflocken wirbeln noch darin, weiß der Himmel wo er
die aufgelesen.
Der Peterl tut seine Joppe aus und hängt sie zum trocknen auf das
Wäschestängl über dem Ofen.
»Auf nichts habt 's vergessen im Häusl,« sagt die Resl und schaut sich
über dem Schmausen, bei dem auch ein süßer Schnaps nicht fehlt, im
Stüblein um.
»Jetzt, wenn's einen Schnee auf den Wald wirft, werden's die Schwammeln
(Pilze) fei bleiben lassen, das Wachsen,« denkt der Wurzltonl laut.
Aber der Zachenhesselhans hat eine Hoffnung auf Sonne. Die redet er den
Hochzeitsleuten ins Herz.
Wie nur manchmal ein sanftes Schlürfen der Lippen am Rande der
goldverzierten und mit Sprüchlein versehenen Tassenköpfe im Zimmer
ist, hört man das Lachen der Flammen, die in den Schornstein
hinauflodern.
»Und das Haldenbrünnlein läuft auch stärker als die Tage her.«
Es ist der Peterl, der dies Wort spricht. Der Zachenhesselhans schaut
auf.
»Fei recht,« sagt er.
»Es ist ein Rinnen und Plätschern die ganze Bergbreite herein.«
»Soll laufen, so viel der untere Quergraben fassen kann ...«
Der Helari horcht nur mit einem Ohr hin, und der Wurzltonl ist immer
noch bei den Schwämmen und denkt: die Herrenpilze wenigstens könnten
noch kommen. Selbst der Zachenhesselhans, der die ›Wasserkunst‹
angelegt, ist heut lieber mit seinen Gedanken beim Fanele, als auf dem
Hange. Es ist ihm just das richtige Wetter.
»So eins muß der Herrgott schicken zum Hochzeiten: vom Berg herab und
über den Wald hin bläst der Wind die Trompete. Die Posaune läßt er,
weil sie die Hochzeitsfreude könnt' übertönen, daheim und jagt nur
einen Regen und einen nassen Nebel durch die Luft. Daß er schon einen
Schnee treibt, das ist eine Verrechnung, die wir ihm nicht wollen für
übel halten. Wenn er merkt: es stimmt nicht, nachher wird er den Fehler
ausbessern. Und der Regen ist nit lau wie ein Sommerregen, sonst könnt
einer zum Tanzen das Feuerlein im Ofen nit vertragen. Aber ein Feuer
muß sein, -- werden erst die Herzen richtig, wenn der Kachelofen so
sanft wärmelt. Mit einem Wachsen ist einmal nichts mehr jetziger Zeit.
Die Vogelbeeren? 's hat nicht Not, und Schwammeln? So viel als wir
brauchen, laßt der Herrgott noch jedes Jahr aufgehen.