62 Vischer, Studien. S. 399. — Klass. Bilderschatz 933.

63 Die seltsame Inschrift darunter sei hier erwähnt:

Anna solet dici tres concepisse Marias

Quas genuere viri Joachim, Cleophas, Salomoque,

Has duxere viri Joseph, Alpheus, Zebedäus.

Prima parit Christum, Jacobum secunda minorem

Et Joseph justum peperit cum Symone Iudam.

Tertia majorem Jacobum volucremque (oder fratremque?) Johannem.

64 Das Bild ist in sittengeschichtlicher Beziehung bemerkenswert

wegen des Vorkommens einer Lichtschere, mit der ein Apostel die

brennende Talgkerze putzt. Vielleicht das frühste Beispiel der

Benutzung eines solchen Instrumentes. (Schultz.)

65 Nach dem »Wegweiser« des Museums von 1896 das einzig bezeichnete

Gemälde Wolgemuts. Ich habe keine Bezeichnung gefunden. Vielleicht

unter dem Rahmen?

66 Abbildungen der beiden letzteren: kunsthistorische Gesellschaft

für photogr. Publikationen. 1895. Felicitas dort, wohl irrtümlicher

Weise, Ursula genannt. — Uebrigens mache ich darauf aufmerksam, dass

die Bezeichnung »42jährig« auf dem Porträt des Hans Tucher nicht mit

der jugendlichen Erscheinung des Dargestellten stimmt. Auch soll Hans,

nach dem Weimarer Katalog, 1471 geboren sein, müsste also 1499 28jährig

gewesen sein. Sollte, was ich jetzt nicht prüfen kann, die Inschrift

vielleicht nachträglich hinzugefügt und bei dieser Gelegenheit Hans mit

Anton Tucher verwechselt worden sein, der damals thätsächlich 42 Jahr

alt gewesen ist?

67 Vischer, S. 383, macht sich bei dieser Gelegenheit über Thausing

lustig, der das W. W., welches sowohl Elisabeth als auch Felicitas

Tucher auf dem Saume ihres Hemdes eingestickt tragen, auf Wolgemut

deutet: »Dieser alte Schwerenöter hat also sein Doppelmonogramm zweimal

meuchlings in das Hemd der Frau eines anderen hineinpraktiziert? — Das

wäre ja eine ganz novellistische Entdeckung!«

68 Ich habe das Bild, welches jetzt die Bekrönung eines Altares

bildet, s. Z. nur aus einer gewissen Entfernung betrachten können. Eine

von Hans Stegmann mir gütigst überlassene Photographie scheint für die

Ansicht des geschätzten Gelehrten zu sprechen, dass wir es hier mit

einer freien Nachbildung des folgenden Porträts zu thun haben, welches

von mir als Kopie bezeichnet worden ist.

69 So u. a. auf einer Kreuzigung in Schleissheim, No. 60,

»Oberdeutsch um 1460«, wo nicht der Gekreuzigte, sondern die zu

seinen Füssen kniende Magdalena die Hauptperson zu sein scheint, eine

stattliche Dame in den Vierzigen, um welche die übrigen Anwesenden sich

gruppieren. Meine Vermutung, dass hier ein Porträt gegeben ist, wird

noch dadurch verstärkt, dass rechts am Rande ~zwei~ Stifter knien,

mit ~drei~ Wappen, — es liegt nahe, das dritte mit der Magdalena in

Beziehung zu bringen.

70 Vasari berichtet im Leben des Pontormo, Ausgabe Milanesi, S. 272,

dass Lodovico Capponi seine Tochter, che era bellissima giovane, als

Magdalena habe malen lassen. — Es sei hier auch ein Wort Savonarolas,

des fanatischen Dominikanermönches von San Marco, verzeichnet: die

Bilder eurer Dirnen von der Strasse lasst ihr malen als Heilige in den

Kirchen!

71 Jedoch erwähnt Didron in seinen Anmerkungen zum Malerbuch vom

Berge Athos eine unrühmliche Ausnahme: auf einem Marmorrelief in St.

Denis aus dem 15. Jahrhundert steige die Gottesmutter in Venusgestalt,

nur von einem dünnen Schleier bekleidet, gen Himmel. Ich habe dieses

Relief seiner Zeit in St. Denis nicht finden können.

72 Abgebildet in den Bau- und Kunstdenkmälern in den

hohenzollernschen Landen. Stuttgart 1896. S. 66.

73

Un punto vidi che raggiava lume

Acuto sì, che il viso, ch’egli affoca,

Chiuder conviensi, per lo forte acume.

Dante. Paradiso. Canto 28. 16–18.

74 Obgleich jener unbekannten geheimnisvollen Grösse, als welche

wir das Publikum des 15. Jahrhunderts betrachten müssen, der Stifter

ohne Zweifel wichtiger war als der Maler, was auch aus der Benennung

der Tafeln hervorgeht, wie der Peringsdörffer-, der Löffelholz-Altar

u. a., so wird man doch nur in den seltensten Fällen wissen, wer den

Auftrag zu dem betreffenden Gemälde gegeben hat, ob derjenige, unter

welchem wir den Stifter vermuten, ob dessen Söhne oder vielleicht erst

deren Nachkommenschaft. Aus diesem Grunde ist ein Schluss aus der etwa

bekannten Lebenszeit des vermeintlichen Stifters auf den Maler und das

Anfertigungsjahr des Bildes eine recht missliche Sache. Auch würde

in dem gegebenen Falle stets zu prüfen sein, ob Bild und Donator zu

gleicher Zeit und von gleicher Hand gemalt sind: auf den Altarflügeln

No. 194 und 195 des Kölner Museums sind Landschaft und Heilige von

Scorell oder Merten van Hemskerk, jedenfalls niederländisch, während

die Stifterporträts auf die Hand eines mittelmässigen Meisters der

Bruyn-Schule hinweisen.

75 Ich spreche im folgenden nur von den Altargemälden und den

künstlerisch ausgeführten Votivbildern. Auf den sogenannten Bildstöcken

und Marterln haben sich die kleinen Figuren bekanntlich bis ins 19.

Jahrhundert erhalten.

76 Jedoch mag diese Vermutung nur für die reiferen und an

bedeutenderen Kunstorten geschaffenen Werke zutreffend sein, nicht für

die archaischen und ausserhalb der Schule entstandenen kindlich-naiven

Handwerkertafeln. Bei diesen liegt die Annahme vielleicht näher, es

haben die Maler entweder von dem Gebrauch, die Stiftergestalt zu

verkleinern, nichts gewusst oder die Bedeutung dieser Formel nicht

verstanden.

77 Für die Ansicht Alfred Peltzers — Deutsche Mystik und deutsche

Kunst, Strassburg 1899, S. 171 —, dass man in den unter dem Mantel sich

bergenden Gestalten personifizierte Seelen zu erkennen habe, finde ich

nicht den geringsten Anhalt.

78 Nach Gaetano Milanesis Kommentar zu Vasari, Florenz 1878, I, S.

555.

79 Jetzt zerstört; Abbildung im Atlas zu den Kunstdenkmälern des

Königreichs Baiern, Tafel 112.

Das Bildnis bei den altdeutschen Meistern bis auf Dürer · 第 36 / 67 题