81 Vergl. hierzu den Aufsatz von Schnütgen in der Zeitschrift für
christliche Kunst 1890; dort auch eine Abbildung.
82 Lichtwark, das Bildnis in Hamburg 1898 und Meister Francke,
Hamburg 1899. In dem letztgenannten Werk werden die beiden Bilder für
den Meister Francke in Anspruch genommen.
83 Vergl. hierzu Voigt, Geschichte Marienburgs, Königsberg 1824, S.
245, und Steinbrecht, Untersuchungs- und Wiederherstellungs-Arbeiten am
Hochschloss der Marienburg. Berlin 1885. § 3.
84 Das jüngste Gericht ist öfters an einer Wand der Ratsstube zu
finden. Seine Beziehung zur Rechtsprechung, welcher diese Räume neben
anderen Handlungen des Ratskollegiums dienten, ist leicht erkenntlich:
»Ir menschen feldt urtel uf erden, als ir dordt weldt geurtelt werden«.
(Nürnberg.)
85 Gebser und Hagen, der Dom von Königsberg. Königsberg 1833.
Hartungsche Hofbuchdruckerei. S. 101 f.
86 Vasari: Delle opere di Tiziano. Ed. Milanesi, S. 445 und
Burckhardt: Porträt, S. 251.
87 Von den mittelaltrigen Bartformen gilt im allgemeinen das
folgende: Der Schnurbart kommt nur in den ältesten Zeiten vor (Karl der
Grosse, Rudolf I., Johann Parricida). Nebenher geht der Vollbart bis
etwa auf Rudolf I., dann, bis zu Karl IV., etwa bis zur Mitte des 14.
Jahrhunderts, trug man sich unbärtig. In der Periode der Luxemburger
bis zum Tode Sigismunds (1437) werden die Bärte wieder modern. Von
Kaiser Friedrich III. bis auf Karl V., also in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts, rasierte man sich. Dass aber auch in dieser im
allgemeinen bartlosen Zeit dennoch einzelne Gecken sich durch die
absonderlichsten Bartformen hervorthaten, ersieht man u. a. aus einer
Predigt Geilers von Kaisersberg, die Schultz S. 341 zitiert. Auf die
von einzelnen Orden erlassenen Vorschriften über Wachsenlassen oder
Scheren des Barthaares hatte die Mode natürlich keinen Einfluss.
88 Eine Musterkarte der wunderlichsten Kopfputzarten der Frauen giebt
ein Studienblatt des alten Wolgemut im Münchner Kupferstichkabinet.
89 Auch das italienische Quattrocento kennt das Ohrgehänge als
weibliches Schmuckstück nicht. Meines Wissens erscheint es jenseits der
Alpen um die Mitte des 16. Jahrhunderts und zwar bezeichnenderweise
zuerst in dem prachtliebenden Venedig. — Es lohnte sich wohl der Mühe,
einmal dem Werden und Wandern des Ohrringes nachzugehen. Man würde
finden, dass der Schmucktrieb die Mehrzahl der Naturvölker zu irgend
welcher Verzierung der Ohrmuschel geführt hat. Seine künstlerische
Ausbildung als wertvolles Geschmeidestück scheint der Ohrring auf dem
alten Kulturboden zwischen Euphrat und Tigris erhalten zu haben. Von
dort aus hat er seine Wanderung nach Aegypten und über Klein-Asien
nach Griechenland und später nach Italien angetreten. In Deutschland
ist er in roher, seine ästhetische Wirkung als Behangschmuck
gänzlich verkennender Form zwischen 500 und 400 v. Chr. bekannt, wie
Gräberfunde und die im Berliner Völkermuseum befindlichen Bronzeringe
der norddeutschen Gesichtsurnen beweisen. Auf Miniaturen habe ich ihn
niemal gefunden, es sei denn auf solchen, deren byzantinisches Vorbild
unverkennbar ist. In der grossen Malerei tritt er bei den Frauen nicht
vor der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf, und dann auch ganz
vereinzelt. Cranachs Frauen z. B. tragen ihn noch nicht.
90 Darwin, der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei Menschen und Tieren.
Uebersetzt von Carus. Stuttgart 1872.
91 Mit dem überschwenglichen Lobe, welches seiner Zeit der
Oeltempera gegenüber der Gummitempera gespendet wurde, ist es schwer
zu vereinigen, dass heute in vielen Fällen nur das geübte Auge des
Restaurators zu unterscheiden vermag, ob ein altes Bild in dieser oder
jener Technik ausgeführt ist.
92 Reber, die bairische Kunstkammer. Sitzungsbericht der bairischen
Akademie der Wissenschaften. 1892, 1893.
93 Dr. Fr. Kenner, die Porträtsammlung des Erzherzogs Ferdinand von
Tirol. Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des östreichischen
Kaiserhauses, Band XIV und XV.
94 Pinset et D’Auriac, histoire du portrait en France. Paris 1884. S.
262.