18 Weese, die Bamberger Domskulpturen, Strassburg 1897, S. 33.

19 Ob die Meister der Bamberger Domskulpturen ihren Nährboden

mittelbar oder unmittelbar in französischer Kunst gefunden haben

(Dehio, Weese) oder ob die Werke der älteren Gruppe mit den in

Frage kommenden französischen lediglich auf eine gemeinsame Quelle

zurückgehen, auf die byzantinische Kunst (Voege), ist eine offene

Frage. Dass ihre Erzeuger jedoch deutscher und nicht französischer

Abkunft waren, scheint sehr wahrscheinlich zu sein. Vergl. hierzu:

Voege, Ueber die Bamberger Domskulpturen. Repertorium XXII. Band. 1899.

20 Ausgezeichnete Reproduktionen der besten Werke dieser Periode in

Hasaks vortrefflichem Buche: Geschichte der deutschen Bildhauerkunst im

13. Jahrhundert. Berlin 1899.

21 Den besten Ueberblick über die Wandlung vom Idealschönen zum

Porträthaften kann man sich in den Kreuzgängen des Germanischen

Museums zu Nürnberg verschaffen, welche eine zwar bei weitem nicht

vollständige, so doch die bedeutsamste Sammlung von Gipsabgüssen der

deutschen mittelaltrigen Plastik enthalten, und hier wird man auch am

deutlichsten die grosse Kluft erkennen, die in künstlerischer Beziehung

die Grabfiguren des 13. Jahrhunderts von den mehr handwerklich, aber

in engem Anschluss an das lebende Modell, oft auch an die Totenmaske

gearbeiteten vom Ende des 14. Jahrhunderts trennt. Vergl. insbesondere

Kreuzgang 9 mit Kreuzgangflügel 17.

22 Eine »realistische Kunst« ist ein Widersinn, eine contradictio in

adjecto, denn die Kunst will den Schein der Dinge, nicht ihre Realität

wiedergeben. — Ueber Idealismus und Realismus und den Missbrauch, der

mit diesen Schlagwörtern getrieben wird, vergl. Henry Thodes Aufsatz in

den Bayreuther Blättern vom Jahre 1888 und den bereits erwähnten über

die deutsche bildende Kunst in dem Sammelwerk von Dr. H. Mayer, das

deutsche Volkstum. Leipzig und Wien 1899.

23 Was noch heute in ähnlicher Weise dem Publikum der illustrierten

Lokal-Anzeiger u. dgl. »Volksblätter« angemutet wird, scheint auf

eine gleiche kindliche Einfalt der Beschauer zu rechnen und mehr dazu

bestimmt zu sein, ihn mit irgend welchem Augenfutter zu befriedigen,

als ihm eine ästhetische Freude zu verschaffen.

24 Lippmann, der Kupferstich. Berlin 1896. 2. Aufl. S. 16 u. 57. Für

die Wahrscheinlichkeit, dass die frühesten Anfänge am Niederrhein zu

suchen sind, vergl. Max Lehrs, der Meister der Spielkarten und seine

Schule. Jahrbuch der Preuss. Kunstsammlungen 1897.

25 Nach Max Lehrs ist das Kreuz mit dem verkehrten oder richtigen

S eine Hausmarke, die häufig in der Nähe von Freiburg in Breisgau

vorkommt, sie findet sich auch, mit richtigem S, in Burckhardts

Familienwappen, und Burckhardt selbst glaubte, dass sie aus S und T

entstanden sei.

26 Vergl. H. von Bezold, über die Anfänge der Selbstbiographie und

ihre Entwickelung im Mittelalter. Zeitschrift für Kulturgeschichte.

Berlin 1874. I. Band. S. 145.

27 Entwickelungsfaktoren der niederländischen Frührenaissance.

Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie. XX. Jahrgang,

1896. (Sonderdruck.)

28 Um nicht missverstanden zu werden, betone ich ausdrücklich, dass

der vorstehende Erklärungsversuch einer künstlerischen Evolution

nur für den in Rede stehenden Fall zu erwägen sein dürfte. Wo ein

Fortschritt durch die That eines Genies bewirkt wird, sind ganz andere

Faktoren zu berücksichtigen. Hier aber, seltsamerweise, vollzieht sich

die Entwickelung, d. i. die Belebung des Typus, ohne die Inspiration

eines abnormen, nach besonderen Gesetzen zu beurteilenden Geistes,

in mühsamer, nüchterner Schreibstubenarbeit einer Anzahl kleiner,

handwerklicher Zunftmenschen.

29 H. Neuwirth, Geschichte der bildenden Kunst in Böhmen. Prag 1893.

I. Band. S. 238.

30 Die Frage nach dem Anteil des czechischen Volksstamms an der

böhmischen Kunst ist zur Zeit allerdings wohl noch nicht spruchreif.

31 Es ist für die Genesis des Stifterbildnisses von Interesse,

dass auf manchen der frühesten Darstellungen dieser Art der Mensch

~nicht~ kleiner gebildet ist als der Heilige. Diese Thatsache dürfte

die Vermutung Alfred Peltzers — Deutsche Mystik und deutsche Kunst,

Strassburg 1899, S. 172 — widerlegen, es seien diese Bildnisse als

Verkörperungen der Seelen der betreffenden frommen Stifter gemeint.

32 J. Neuwirth, zur Geschichte der Tafelmalerei in Böhmen.

Repertorium für Kunstwissenschaft. VII. Band. 1885.

33 Hubert und Jan van Eyck. Künstler-Monographien. Bielefeld und

Leipzig 1898. S. 106. Vergl. auch Karl Voll, die Werke des Jan van

Eyck, Strassburg 1900, S. 30, wo ein Zusammenhang beider Werke

bestritten wird.

Das Bildnis bei den altdeutschen Meistern bis auf Dürer · 第 30 / 67 题