Aber sie packte lachend seinen Ärmel. „Vater,“ rief sie, „Mama!“

Zwischen dem Blattgewirr der Laube spielten wunderliche Lichter und

Schatten und malten große unheimliche Gebilde auf den Rasen. In der

Laube saßen Onkel Gust und Tante Jette bei der Lampe.

Jetzt kamen sie.

Es mutete Lars sonderbar an, der altbekannte quietschende Ton der

Gartentür. --

Miete hatte ihn immer noch beim Ärmel, aber er sah fast zornig auf sie

und wie ein großes unbeholfenes gefangenes Wild.

„Sieh mal an, was Miete da eingefangen hat! Das ist mal recht, klein’

Deern!“ Und Onkel Gust klopfte ihm auf die Schulter, wie in alter Zeit,

und als lägen die langen, harten Jahre nicht wie ein großes Wasser

zwischen ihm und dem steifen, zornblickenden Fischer. „Komm nur, Tante

macht uns noch einen kleinen Grog.“

Aber Lars rührte sich nicht.

Da streckte ihm Tante Jette die Hand hin. „Komm doch, Lars, das ist

nett, daß du dich mal sehen läßt.“

Und Miete zupfte ihn am Ärmel. Da ging er mit.

Und als er im flackerigen Lampenschein stand, da war es, als sei die

schwerfällige Widerspenstigkeit von ihm geglitten. Der selbstbewußt

vornehme Anstand, der fest im innersten Wesen seines Volkes sitzt, war

ihm zu Hilfe gekommen. Bald war er mitten im Erzählen von der Zeit

in des Kaisers Rock, und keiner konnte ihm ansehn, wie die trotzigen

Gedanken aufstiegen und das heimlich zarte Genießen überflutete,

bis ein schelmisch heißer Blick seitwärts unter den weichen blonden

Wimpern hervor ihn wie ein Schreck durchfuhr und das Blut wie in lustig

hüpfendem Tanz durch die Adern jagte.

Es war zu der Zeit, wenn aus der nordischen Dämmerung fast Dunkelheit

geworden ist. Ein wunderliches, geisterhaftes Scheinen liegt noch über

den Dingen. Da stand er auf und sagte „Gute Nacht.“

Als er an der Haustür vorbeiging, trat das Dienstmädchen heraus, um

Lampe und Gläser aus der Laube zu holen. Ein heller Schein fiel aus dem

Hause, daß Lars einen Augenblick geblendet stand.

Durch den Nebel: Roman · 第 65 / 90 题