Endlich ist’s vorbei, das grause Spiel der Götter. Die Sonne lacht und

wir mit ihr. Wir gehen nach Langebrück zu und suchen emsig weiter.

Da steht ein dunkelbrauner Röhrling, der porphyrsporige (~Tubiporus

porphyrosporus~). Der zylindrische Stiel ist noch etwas dunkler als

der samtige, dicke Hut, an dessen Unterseite gelbgraue Röhren sitzen,

die, wie wir später feststellen, porphyrbraune Sporen enthalten. Er

wird daheim verspeist. Der Specht da oben scheint darob zu lachen. –

Wir biegen nun nach Südwest ab, um Klotzsche zu erreichen. In einem

Pflanzengarten stehn in Menge große Schirmlinge, die der undeutsche

Deutsche immer noch Parasolpilze nennt (~Lepiota procera~, Abb. 8). Wir

wissen, daß er einen großen, braunschuppigen Hut, weißliche, freie

Lamellen und einen bräunlichen, nach oben verjüngten Stiel hat, der mit

einem verschiebbaren Doppelring geziert ist. Sein weißes Fleisch ist

wohlschmeckend. Der dumme Zaun! Als Wohlerzogene steigen wir nicht über

und suchen weiter. In Buchennähe hier der weiße Mehlpilz (~Paxillus

prunulus~), auch Moosling oft genannt. Wir ziehen den ersten Namen

vor, weil er bezeichnend ist. Der Mehlgeruch dieses weißen Kremplings

ist so auffällig wie bei keinem andern. Außerdem erkennen wir ihn

an den rötlichen, herablaufenden Lamellen. Da wir eine Menge davon

einheimsen können, vergessen wir den Schmerz von vorhin. Ein zweiter

Trost: ein Brätling (~Lact. volemus~) unter Fichten. Zimtorange Stiel

und Hut. Wir ritzen die gelblichen Lamellen dieses derben Pilzes an und

finden, daß die weiße Milch strotzend fließt. Mild wie sie schmeckt

auch das Fleisch. Ein Leckerbissen! Dort steht ein Stock voll goldner

Glöckchen. Sind es Blumen? Nein. Eine Kolonie vom rostgelben Nabeling

(~Omphalia campanella~). Der rotgelbe Glockenhut, kaum zwei Zentimeter

breit, ist schön gerieft. Die gelben Lamellen stehen fast entfernt. Das

kastanienbraune, nach unten verjüngte Stielchen scheint in Fuchspelz zu

stecken, so behaart ist sein Fuß. – Mittlerweile haben wir die Gegend

von Klotzsche erreicht und hören links vom Prießnitzbad herüber den

vielstimmigen Jubel der Badenden. Nun mit dem Flüßchen abwärts! Hier

ein kanariengelber Täubling (~_Russ. flava_ Rom.~). Weil er nicht im

Ricken steht, sei er genau beschrieben. _Hut_ zitronengelb, glatt,

fünf bis zehn Zentimeter breit, erst gewölbt, dann ausgebreitet,

schließlich schwach vertieft, Rand glatt. _Lamellen_ erst fast weiß,

später mattneapelgelb, von einigen kürzeren unterbrochen, schwachbogig

angeheftet, fast gedrängt. _Stiel_ erst weiß, später schwach hellgrau,

zart längsriefig, gleichdick oder nach unten zugespitzt, schwammig

ausgefüllt, 4–5 : 1,5–2 Zentimeter, außen derb. _Fleisch_ weiß, wird

bald grau, ziemlich starr, schmeckt mild und angenehm, riecht kaum.

_Sporen_ weißlich, kugelig, stachelig, 8–10: 7–9 µ, Basidien 40–43:

9–12 µ, Cystiden keulig mit aufgesetztem Spitzchen, 60–70: 10–14 µ. –

Auch den fleischroten Täubling (~R. depallens~) ergattern wir. Dieser

milde Weißsporer ist vor allem an der bräunenden Basis des weißen

Stieles zu erkennen. Die gedrängten Lamellen sehen weißlich aus. Der

violettpurpurne Hut bekommt bald gelbe Flecke, namentlich in der

Mitte. Dann finden wir den Stink-Täubling (~R. foetens~), ein scharfer

Weißsporer ohne Küchenwert. Sein braungelber, schmieriger Hut mit

höckerig gerieftem Rande sitzt auf einem gelblichen, derben Stiele. Die

gelblichen, ungleichlangen Lamellen tränen oft. Er riecht nach bitteren

Mandeln. – Im Bereich der Laubbäume am Prießnitzufer pflücken wir den

Gelbmilcher (~Lactarius quietus~). Auf rötlichem, höckerigem Stiel

ein rotbräunlicher, klebriger, undeutlich gezonter Hut, der rötliche,

weißbestäubte Lamellen zeigt. Dem rötlichen, eßbaren Fleische entquillt

eine blaßgelbe, unveränderliche Milch. Zum Schlusse erbeuten wir noch

eine stattliche Anzahl vom rötenden Schirmling (~Lepiota rhacodes~). Er

sieht dem großen Schirmling (~Lepiota procera~) ähnlich, unterscheidet

sich aber von diesem durch das rötende Fleisch, den glatten, nicht

schraffierten Stiel und die derbe Fußknolle.

[Illustration: Abb. 8. =Großer Schirmpilz=]

Unser dritter Ausflug erfolgt Anfang August und beginnt bei dem

Bühlauer Rathaus, wo wir die Linie 11 verlassen. In der Richtung des

Nachtflügels gehen wir zunächst nach Ullersdorf. Viel Fichtenwald.

Da steht am Grabenrand der Pfeffer-Röhrling (~Boletus piperatus~),

deshalb so genannt, weil sein bleibendgelbes, saftiges Fleisch

pfefferig schmeckt. Darum kann er höchstens als würzender Zusatz

verwendet werden. Der bräunlichgelbe, kahle Hut wird nur drei bis fünf

Zentimeter breit. Die rötlichen, weiten, eckigen Röhren laufen am

Stiel etwas herab. Der gelbbräunliche Stiel sieht unten zitronengelb

aus. – An einem Stumpf in Massen der eßbare Glimmertintling (~Coprinus

micaceus~): auf gelblichem Stiel ein rostgelber, faltiger Glockenhut,

der jung mit weißlichen Körnchen besetzt ist und drei bis vier

Zentimeter breit wird. Die anfangs blassen Lamellen bräunen und

schwärzen schließlich. – Am grasigen Waldrand da die dottergelbe

Keule (~Clavaria similis~), ein gelbes, zungenförmiges, sieben

Zentimeter hohes Pilzchen, das im getrockneten Zustande fast wie

Leuchtgas riecht. – An abgefallenen Ästchen der gemeine Spaltblättling

(~Schizophyllum commune~). Ein grauweißes, fächerförmiges, filziges

Hütchen mit rötlichgrauen Lamellen, deren Schneide gespalten, sitzt

stiellos am Holz. – Im Fichtengebüsch steht der seltene wieselfarbige

Täubling (~Russ. mustelina~), ein milder Weißsporer mit orangebraunem,

glanzlosem Hute, der glattrandig und im Alter eingedrückt ist. Die

gelbweißlichen Lamellen stehen gedrängt, der weißliche Stiel ist

zylindrisch und derb, das weiße Fleisch schmeckt angenehm. – An

Reisern hier winzige, graubraune Glöckchen auf hellgrauem, glattem

Stiel: der fadenstielige Helmling (~Mycena filopes~). – Auch den

purpurschneidigen Helmling (~Mycena sanguinolenta~) könnten wir hier

finden. Dieser blaßrötliche, kleine Helmling zeichnet sich dadurch

aus, daß seine entfernt stehenden, weißlichen Lamellen eine purpurrote

Schneide haben. – Kurz vor Ullersdorf finden wir noch einen kleinen:

den honiggelben Schnitzling (~Naucoria melinoides~). Sein zwei

Zentimeter breiter, ockergelblicher, glatter Hut sitzt auf einem

rostbräunlichen, schlanken Stiele, dessen Spitze bereift ist. Die

ockerhellen, schmalen Lamellen stehen gedrängt und haben eine gekerbte

Schneide. – Das Dorf in Sicht. Freitag heute. Da gibt’s im Gasthof

frisches Wellfleisch. Der Magen fordert seine Rechte – und soll sie

haben.

[Illustration: Abb. 9. =Kartoffel-Bovist=]

Nach vollbrachter Stärkung biegen wir am nördlichen Dorfende westlich

ab, um in der Nähe des Bischofsweges zu suchen. Inwieweit dieser

Wegname berechtigt ist, bleibe dahingestellt. Jedenfalls haben

die Meißner Bischöfe auf der Reise nach ihrem Schlosse Stolpen

diesen Weg weit weniger benutzt als den weiter südlich gelegenen

Dresdner Bischofsweg. – Auf braunem Tangel violette Pilze? Aha, der

Rettich-Helmling (~Mycena pura~). Ein blaurötlicher riefrandiger

Glockenhut, vier Zentimeter breit, sitzt auf einem blassen, nackten

Stiel. Die weißlichen, breiten Lamellen sind durch Queradern verbunden.

Er riecht nach Rettich und ist eßbar. – Weniger schön als dieser ist

sein Nachbar, der rasige Schwindling (~Marasmius confluens~). Er

steht büschelig. Hut rotgelblich, glockig, zartgerieft, zwei bis vier

Zentimeter breit, Lamellen braungelblich, sehr gedrängt und schmal;

Stiel bräunlich, filzig und verdreht. – Da drüben Rehe! In diesem

stadtfernen Waldwinkel können wir das geheimnisvolle Schweigen im Walde

mit Behagen genießen. Höchstens, daß der Schrei eines Raubvogels uns

an den Kampf ums Dasein erinnert. Wir suchen schlendernd weiter. Ein

seltener Fund hier: der vierteilige Erdstern (~Geaster coronatus~),

wie eine graubraune Kugel mit kurzem Stiel, gestützt auf vier braune,

breite, gebogene Lappen. – Sodann zinnoberrote Täublinge (~Russ.

lepida~). Ihr zartbereifter Hut sitzt auf einem weißen, harten Stiele,

der oft auch zinnoberrot angelaufen ist oder ganz so rot aussieht

wie der Hut. Von allen anderen roten Täublingen unterscheidet sich

dieser durch sein sehr hartes Fleisch, das nach Terpentin schmeckt.

– Und dort der graustielige Täubling (~Russ. decolorans~), dessen

weißer, oft rosa angehauchter Stiel stark gerunzelt ist und im Alter

grau wird. Sein Fleisch läuft an den Bruchstellen bräunlich an. Sein

ockerrötlicher, derber Hut bekommt im Alter einen gerieften Rand und

wird sechs bis zehn Zentimeter breit. Seine Lamellen sind neapelgelb

und ziemlich breit. – Und dort, wo das Eichhorn die Buche erklimmt,

ein Heer von gelblichen Stachelpilzen: der Stoppelpilz (~Hydnum

repandum~). Die verbogenen Hüte sind zum Teil ineinander gewachsen;

ihre Unterseiten zeigen gelbliche Stacheln; ihr weißlicher Stiel steht

oft exzentrisch. Eßbar. Auch der Habichtschwamm ist hier heimisch

(~Hydnum imbricatum~). Sein umbrabrauner, ruppiggeschuppter Hut

steht auf einem kurzen, grauen Stiele. Die hellgrauen, pfriemlichen

Stacheln werden später braun. Auch er kann für die Küche gesammelt

werden. Nur muß man sich hüten, den sehr ähnlichen bitteren Stacheling

mit in die Schachtel zu bekommen. – Am ~C~ angekommen, gehen wir

auf diesem nach Südwest bis zum Ochsensteig, der uns zur Heidemühle

führt. In einer birkenreichen Fichtenschonung steht herdig der

rötliche Lacktrichterling (~Clitocybe laccata~), von Ricken wegen

seiner Veränderlichkeit Chamäleon genannt. Hut englischrot, etwa vier

Zentimeter breit; Lamellen blasser und mit violettem Scheine, dick,

entfernt, weißmehlig; Stiel gleichfarbig, schlank, faserig gestreift.

Eßbar. Auch die violette Form (~amethystina~) kommt in der Heide

vor. – Nachdem wir uns an der Purpurpracht des massenhaft blühenden

Weidenröschens (~Ep. angustifol.~) satt gesehen, wandern wir westwärts

weiter. Der halbgiftige Kartoffel-Bovist (~Scleroderma vulgare~, Abb.

9), der leider immer noch als Trüffel verkauft wird, ist hier nicht

selten. Da er einer warzigen Kartoffel ähnelt, erübrigt sich eine

Beschreibung. Noch häufiger tritt der olivbraune Milchling (~Lactarius

turpis~) auf, der nicht mehr Mordschwamm genannt werden sollte, weil

er diesen abschreckenden Namen nicht verdient. Er wird sogar in

manchen Gegenden Deutschlands gern gegessen. Hut und Stiel olivbraun;

Lamellen gelblich; Milch weiß, graufleckend. Schärfer als dieser

schmeckt der ebenfalls vorkommende perlblättrige Milchling (~Lactarius

pyrogalus~), dessen weiße Milch oft tropfenweise an den ockerblassen

Lamellen hängen bleibt und eintrocknet. Sein violettbraungrauer Hut

ist undeutlich gezont, fünf bis sieben Zentimeter breit, feucht. Der

Stiel ist gleichfarbig, aber blasser, runzlig, kahl, nach unten meist

verjüngt und zuweilen hohl. – An faulenden Ästchen wuchs herdig ein

graugelber, topfförmiger: der Tiegel-Teuerling (~Cyathus crucibulum~),

der fünf bis acht Millimeter breit wird. Er ist mit winzigen Scheibchen

(~Peridiolen~) gefüllt, die wie verkleinerte Münzen aussehen und

zu allerlei Aberglauben Anlaß gegeben haben. – Die Heidemühle wird

sichtbar. Wir begrüßen sie mit Jodeln.

Nachdem wir uns gestärkt haben, streben wir östlich von der Radeberger

Straße stadtwärts. Eine sehr alte Straße. Was alles mag sie schon

gesehen haben? Reihen schwerer Kaufmannswagen, von bewaffneten Reitern

beschützt. Scharen beutegieriger Hussiten, bewaffnet mit Spießen und

Stachelkeulen. Fürstliche Jagdzüge mit Hunden und Falken. Soldaten

verschiedener Zeiten und zahllose Wanderer. Und jetzt knattern die

Autos bergauf und bergab. – Nun links in den Wald hinein! Beim

eifrigen Suchen streichelt uns ein Fichtenzweig nach seiner eigenen

Art. Rechts von dem Ameisenhaufen dort stehen Kampfer-Milchlinge

(~Lactarius camphoratus~). Dieser mittelgroße Pilz sieht im ganzen

dunkelpurpurn aus. Sein ungezonter, runzliger Hut ist meist spitz

gebuckelt, seine gelblichen Lamellen sind oft bestaubt. Das Fleisch

riecht nach dem Urteil mancher Nasen wie Zichorie, nach dem anderer

wie Kampfer. Seine weiße Milch ist mild. – Und was steht dort? Ein

Stink-Schirmling (~Lepiota cristata~). Auf silberweißem Stiel mit

abfälligem Ring ein weißlicher, drei Zentimeter breiter Kegelhut, den

rostgelbe, konzentrisch gereihte Schüppchen schmücken. Die weißen

Lamellen haben eine flockige Schneide. Riecht heringsartig. Auch den

wolliggestiefelten Schirmling (~Lepiota clypeolaria~) können wir hier

finden. Er ist etwas größer als der vorige und hat einen gelblichen

Glockenhut, der einen beschuppten, ockerrötlichen Scheitel und einen

zottigen Rand hat. Der unberingte, schlanke, hohle Stiel ist schuppig.

– Und hier in Menge der gelbstielige Helmling (~Mycena epipterygia~).

Ein weißliches, schleimiges, gefurchtes Glockenhütchen sitzt auf

einem zitronengelben, schlanken Stiele, der mit einer klebrigen,

gummiartigen Haut überzogen ist. – Im Fichtengebüsch da der echte

Reizker (~Lactarius deliciosus~), Stiel und Lamellen orangerot, Hut

orangerötlich mit grünlicher Mitte, Milch orangerot und mild. Sie alle

werden arretiert.

[Illustration: Abb. 10. =Violettlicher Milchling=]

Ende August ist gekommen, und Regen fiel in Menge. Darum frischauf

zur Pilzpirsch! Diesmal verlassen wir die Linie 11 bei der Saloppe,

um durch den Schotengrund zu gehen und dann dem Fuße des Wolfshügels

zuzustreben. Die Buchen im Grund begünstigen eine eigenartige

Pilzflora. So finden wir hier das Hasenohr (~Otidea leporina~),

ein ohrähnlicher, ockerrötlicher Pilz mit kurzem, zottigem Stiele.

Wegen seiner Seltenheit lassen wir ihn stehen, obwohl er verspeist

werden kann. – Nicht weit davon der dunkle Schleimkopf (~Phlegmacium

obscurocyaneum~). Er hat einen violettbraunen, klebrigen, dunkler

geflammten Hut, der etwa fünf Zentimeter breit ist. Die sepiabraunen,

gekerbten Lamellen stehen entfernt und sind abgerundet angewachsen.

Der kurze, keulige Stiel sieht unten blaßviolettbraun aus, oben aber

violett. Sein geruchloses, mildes Fleisch ist in der Jugend überall

violett, blaßt aber im Alter aus. Seine Genießbarkeit ist noch

nicht erprobt. Aber den sehr ähnlichen eingeknickten Schleimkopf

(~Phlegmacium infractum~) habe ich schadlos gegessen. Das Dunkelbraun

seines glockigen Hutes neigt etwas ins Grüne, und der Hutrand ist

eingebogen. Die olivbraunen, ganzrandigen Lamellen sind buchtig

angewachsen. Der blaßbraune, graugestreifte Stiel ist oben bläulich und

hat unten eine dicke Knolle. – Östlich nach dem Wolfshügel abbiegend,

finden wir am Talrande einen anderen Seltling: den violettlichen

Schwindling (~Marasmius Wynnei~). Er wechselt seine Farbe öfter als

ein strebsamer Ministerkandidat. Sein anfangs weißer, drei bis sechs

Zentimeter breiter Glockenhut verfärbt über rosa zu trübviolett,

ist dünn, zäh und runzlig. Die entfernten, dicken, freien Lamellen

sind erst weiß und werden später violettbräunlich. Die zugespitzte

Basis des weißlichen Stieles ist erst fuchsrot und später braun, der

Oberstiel ist kleiig, bereift und an der Spitze erweitert. – Am Fuße

des Wolfshügels finden wir noch einen seltenen: den rötlichen Röhrling

(~Tubiporus rubellus Krombh.~). Hut rötlich, drei bis sieben Zentimeter

breit, flachgewölbt, oft eingedrückt, Rand nach unten gebogen; Röhren

gelb, eng, rund, um den Stiel herum vertieft; Stiel wie Hut gefärbt, am

Fuße braungelb, glatt, oft verbogen, netzlos, zylindrisch, sechs bis

zwölf Zentimeter hoch; Fleisch bleibendgelb, mild, genießbar. – Auf den

Turm des Wolfshügels steigen wir heute nicht, weil für Pilzsucher die

Aussicht unten besser ist.

[Illustration: Abb. 11. =Schafeuter=]

Nun verfolgen wir das ~C~, rechts und links abweichend. Da, wo der

Ameisenlöwe »andern eine Grube gräbt«, steht der stumpfe Glöckling

(~Nolanea proletaria~). Der bräunliche, durchscheinend geriefte,

drei Zentimeter breite Glockenhut mit dunkelzottigem Scheitel sitzt

auf einem braunen, glatten, kahlen Stiele, der meist breitgedrückt

erscheint. Die rötlichen Lamellen stehen entfernt. – Auch den tranigen

Glöckling (~Nolanea mammosa~) können wir in der Heide antreffen.

Hut olivbraun, mit spitzem Höcker, durchscheinend gerieft, zwei bis

vier Zentimeter breit; Stiel gleichfarbig aber blasser, schlank,

steif; Lamellen rötlich, sehr breit. Er riecht tranartig und wächst

wie der vorige auf faulenden Blättern. – Hierauf entdecken wir einen

violettlichen Milchling (~Lactarius flexuosus~, Abb. 10); Hut und Stiel

hellviolettbraun, auch ins Rötliche spielend. Der kahle, trockne,

eingeknickte Hut ist nicht immer gezont; die rotgelblichen, dicken

Lamellen stehen entfernt; die Milch ist bleibendweiß und scharf. –

Der Schwefelmilchling (~Lactarius theiogalus~) kommt in dieser Gegend

auch vor. Er heißt deshalb so, weil seine Milch langsam schwefelgelb

wird. Sein rosagelblicher, ungezonter, zart gerunzelter Hut sitzt auf

einem gleichfarbigen, wellig-unebenen Stiele, dessen Fuß purpurbraun

aussieht. Die rotgelblichen dünnen Lamellen stehen gedrängt. Das

gilbende, scharfe Fleisch gilt als verdächtig. – Weiterhin der

Semmelpilz (~Polyporus confluens~): mehrere semmelgelbe Hüte, die

oft verwachsen sind, kommen aus einem derben, weißlichen Strunke.

Die weißlichen, engen, kurzen Röhren laufen etwas am Stiele herab. –

Auch das ähnliche Schafeuter (~Polyporus ovinus~, Abb 11), ist hier

heimisch. Hut, Stiel und Röhren gelblichweiß, oft schwach grünlich; im

Bau dem vorigen ähnlich.

[Illustration: Abb. 12. =Flaschenstäubling=]

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XV, Heft 5-6 · 第 4 / 8 段