Theophan und Adrast. Wir müssen Ihnen gestehen--

Lisidor. Alle beide zugleich? Was wird das sein? Ich muß euch

ordentlich vernehmen.--Was gestehen Sie, Theophan?--

Theophan. Ich muß Ihnen gestehen,--daß ich Julianen nicht liebe.

Lisidor. Nicht liebe? habe ich recht gehört?--Und was ist denn Ihr

Geständnis, Adrast?--

Adrast. Ich muß Ihnen gestehen,--daß ich Henrietten nicht liebe.

Lisidor. Nicht liebe?--Sie nicht lieben, und Sie nicht lieben; das

kann unmöglich sein! Ihr Streitköpfe, die ihr noch nie einig gewesen

seid, solltet jetzo zum ersten Male einig sein, da es darauf ankömmt,

mir den Stuhl vor die Türe zu setzen?--Ach! ihr scherzt, nun merke

ich's erst.

Adrast. Wir? scherzen?

Lisidor. Oder ihr müßt nicht klug im Kopfe sein. Ihr meine Töchter

nicht lieben? die Mädel weinen sich die Augen aus dem Kopfe.--Aber

warum denn nicht? wenn ich fragen darf. Was fehlt denn Julianen, daß

Sie sie nicht lieben können?

Theophan. Ihnen die Wahrheit zu gestehen, ich glaube, daß ihr Herz

selbst für einen andern eingenommen ist.

Adrast. Und eben dieses vermute ich mit Grunde auch von Henrietten.

Lisidor. Ho! ho! dahinter muß ich kommen.--Lisette! he! Lisette!--

Ihr seid also wohl gar eifersüchtig, und wollt nur drohen?

Theophan. Drohen? da wir Ihrer Güte jetzt am nötigsten haben?

Lisidor. He da! Lisette!

Der Freigeist · 第 116 / 123 题