Adrast. Wenn Sie etwa eine gute Meinung von ihm haben, so irren Sie
sich sehr. Vielleicht zwar, daß Sie ihn nur von der Seite seines
Vermögens kennen; und wider dieses habe ich nichts: er ist reich; aber
eben sein Reichtum schafft ihm Gelegenheit, auf die allerfeinste Art
schaden zu können.
Der Wechsler. Was sagen Sie?
Adrast. Er wendet unbeschreibliche Ränke an, mich aus diesem Hause zu
bringen; Ränke, denen er ein so unschuldiges Ansehen geben kann, daß
ich selbst darüber erstaune.
Der Wechsler. Das ist zu arg! Länger kann ich durchaus nicht
schweigen. Mein Herr, Sie hintergehen sich auf die erstaunlichste Art.
--
Adrast. Ich mich?
Der Wechsler. Theophan kann das unmöglich sein, wofür Sie ihn
ausgeben. Hören Sie alles! Ich kam hierher, mein Ihnen gegebenes
Wort wieder zurückezunehmen. Ich hatte von sicherer Hand, nicht vom
Theophan, Umstände von Ihnen erfahren, die mich dazu nötigten. Ich
fand ihn hier, und ich glaubte, es ihm ohne Schwierigkeit sagen zu
dürfen--
Adrast. Dem Theophan? Wie wird sich der Niederträchtige gekitzelt
haben!
Der Wechsler. Gekitzelt? Er hat auf das nachdrücklichste für Sie
gesprochen. Und kurz, wenn ich Ihnen mein erstes Versprechen halte,
so geschieht es bloß in Betrachtung seiner.
Adrast. In Betrachtung seiner?--Wo bin ich?
Der Wechsler. Er hat mir schriftliche Versicherungen gegeben, die ich
als eine Bürgschaft für Sie ansehen kann. Zwar hat er mir es zugleich
verboten, jemanden das geringste davon zu sagen: allein ich konnte es
unmöglich anhören, daß ein rechtschaffener Mann so unschuldig
verlästert würde. Sie können die verlangte Summe bei mir abholen
lassen, wann es Ihnen beliebt. Nur werden Sie mir den Gefallen tun
und sich nichts gegen ihn merken lassen. Er bezeugte bei dem ganzen
Handel so viel Aufrichtigkeit und Freundschaft für Sie, daß er ein
Unmensch sein müßte, wenn er die Verstellung bis dahin treiben könnte.-
-Leben Sie wohl! (Geht ab.)