Adrast. Wird mir wenig kosten, zu verlassen. Sorgen Sie aber nur
nicht, daß es eher geschehen soll, als bis Sie befriediget sind. Ich
will Ihren Verlust nicht, und sogleich noch das letzte Mittel
versuchen.--
Theophan. Bleiben Sie, Adrast.--Es tut mir leid, daß ich Sie nicht
gleich den Augenblick aus aller Ihrer Unruhe gerissen habe.--Lernen
Sie meinen Vetter besser kennen, (indem er die Wechsel hervorzieht)
und glauben Sie gewiß, wenn Sie schon von mir das Allernichtswürdigste
denken wollen, daß wenigstens er ein Mann ist, der Ihre Hochachtung
verdient. Er will Sie nicht anders, als mit dem sorglosesten Gesichte
sehen, und gibt Ihnen deswegen Ihre Wechsel hier zurück. (Er reicht
sie ihm dar.) Sie sollen sie selbst so lange verwahren, bis Sie ihn
nach Ihrer Bequemlichkeit deswegen befriedigen können. Er glaubt, daß
sie ihm in Ihren Händen ebenso sicher sind, als unter seinem eigenen
Schlosse. Sie haben den Ruhm eines ehrlichen Mannes, wenn Sie schon
den Ruhm eines frommen nicht haben.
Adrast (stutzig, indem er des Theophans Hand zurückstößt). Mit was
für einem neuen Fallstricke drohen Sie mir? Die Wohltaten eines
Feindes--
Theophan. Unter diesem Feinde verstehen Sie mich; was aber hat Araspe
mit Ihrem Hasse zu tun? Er ist es, nicht ich, der Ihnen diese
geringschätzige Wohltat erzeigen will; wenn anders eine armselige
Gefälligkeit diesen Namen verdient.--Was überlegen Sie noch? Hier,
Adrast! nehmen Sie Ihre Handschriften zurück!
Adrast. Ich will mich wohl dafür hüten.
Theophan. Ich bitte Sie, lassen Sie mich nicht unverrichteter Sache
zu einem Manne zurückkommen, der es mit Ihnen gewiß redlich meinet.
Er würde die Schuld seines verachteten Anerbietens auf mich schieben.
(Indem er ihm die Wechsel aufs neue darreicht, reißt sie ihm Johann
aus der Hand.)
Johann. Ha! ha! mein Herr, in wessen Händen sind die Wechsel nun?
Theophan (gelassen). In den deinigen, ohne Zweifel. Immer bewahre
sie, anstatt deines Herrn.
Adrast (geht wütend auf den Bedienten los). Infamer! es kostet dein
Leben--
Theophan. Nicht so hitzig, Adrast.
Adrast. Den Augenblick gib sie ihm zurück! (Er nimmt sie ihm weg.)
Geh mir aus den Augen!