Adrast. Muß ich es noch einmal sagen, daß du schweigen sollst?
Theophan. Ich würde mir ein wahres Vergnügen machen, wenn ich Ihnen
durch meine Vermittelung einen kleinen Dienst dabei erzeigen könnte.
Adrast. Und Sie meinen, daß ich Sie mit einer demütigen Miene, mit
einer kriechenden Liebkosung, mit einer niederträchtigen Schmeichelei
darum ersuchen solle? Nein, so will ich Ihre Kitzelung über mich
nicht vermehren. Wenn Sie mich mit dem ehrlichsten Gesichte
versichert hätten, Ihr möglichstes zu tun, so würden Sie in einigen
Augenblicken mit einer wehmütigen Stellung wiederkommen, und es
bedauern, daß Ihre angewandte Mühe umsonst sei? Wie würden sich Ihre
Augen an meiner Verwirrung weiden!
Theophan. Sie wollen mir also keine Gelegenheit geben, das Gegenteil
zu beweisen?--Es soll Ihnen nur ein Wort kosten.
Adrast. Nein, auch dieses Wort will ich nicht verlieren. Denn kurz,--
und hier haben Sie meine nähere Erklärung:--Araspe würde, ohne Ihr
Anstiften, nicht hiehergekommen sein. Und nun, da Sie Ihre Mine, mich
zu sprengen, so wohl angelegt hätten, sollten Sie durch ein einziges
Wort können bewogen werden, sie nicht springen zu lassen? Führen Sie
Ihr schönes Werk nur aus.
Theophan. Ich erstaune über Ihren Verdacht nicht. Ihre Gemütsart hat
mich ihn vorhersehen lassen. Aber gleichwohl ist es gewiß, daß ich
ebensowenig gewußt habe, daß Araspe Ihr Gläubiger sei, als Sie gewußt
haben, daß er mein Vetter ist.
Adrast. Es wird sich zeigen.
Theophan. Zu Ihrem Vergnügen, hoffe ich.--Heitern Sie Ihr Gesicht nur
auf, und folgen Sie mir mit zu der Gesellschaft.--
Adrast. Ich will sie nicht wieder sehen.