Ich glaube, ich wäre ruhiger, wenn ich den Menschen auf der Erde ein
Zeichen geben könnte, daß ich hier lebe und an sie denke. Das ist so
wenig, und es würde mich so namenlos glücklich machen!
Es ist doch furchtbar, wenn ich bedenke, daß mich viele Hunderttausende
von Kilometern, eine interplanetarische Strecke, die noch niemals
zurückgelegt wurde, von dieser Scholle aus Stein und Lehm, auf der ich
geboren bin, trennen!
Wie viel zufriedener müssen diese Zwerge hier sein, deren Gedanken nur
damit beschäftigt sind, ob die Fischerei auf dem Meere reichlich
ausfällt, der Salat gut aufwächst und die verwilderten Hunde nicht die
eiertragenden Eidechsen in den Umzäunungen zerreißen ...
* * * * *
Heute habe ich einige Stunden auf der Friedhofinsel zugebracht ...
Früher, vor vielen Jahren, saß ich dort gerne und dachte über die
Vergangenheit des heute erloschenen Mondglobus nach; jetzt zieht es mich
wieder oftmals dorthin, aber wenn ich auf dem mit Gräbern bedeckten
Hügel am grünen Meere sitze, denke ich nur an Martha, Peter, Tom und an
mich selbst und wann ich wohl endlich, endlich neben ihnen ruhen werde.
Gerade heute, als ich so dort bei ihnen saß und auf die stille
Meeresoberfläche blickte, überfiel mich ein so grenzenloses Leid, ein so
trostloses Weh, daß ich wie ein Kind zu weinen begann und die Hände
ausstreckte zu den Gräbern und sie bat, sich zu öffnen und zu mir zu
sprechen oder mich in ihre Gesellschaft aufzunehmen.
Ich fühlte, daß es mir unmöglich ist, länger zu leben. Was hält mich
auch noch auf dieser Welt? Schmerz, Leid, Sehnsucht, die furchtbarste
Vereinsamung, alles das habe ich zur Genüge ausgekostet; seit langem bin
ich niemandem mehr unentbehrlich: Nun ist es Zeit zum Fortgehen!
Ja, es ist Zeit! Ich will nur einmal noch die Erde sehen, auf diese
helle Kugel schauen, die am Himmel hängt, auf die Erdteile, die langsam
darüber kreisen und die dahingleitenden weißen Flecke der Wolken. Ich
will noch einmal das Auge anstrengen, vielleicht erkenne ich das Land,
wo ich geboren bin, und dann ...
Als ich zum Strande zurückruderte, war mein Entschluß gefaßt. Ich werde
zum Polarlande gehen, um auf die Erde zu schauen.
Ich näherte mich meinem Hause und legte mir in Gedanken die ganze Fahrt
und die dafür nötigen Vorbereitungen zurecht. Auf der Schwelle des
Sommerhäuschens fand ich Ada. Sie war zu der gewöhnlichen Stunde
gekommen, und als sie mich nicht antraf, wartete sie geduldig auf meine
Rückkehr.
Mein Herz war so voll von der Hoffnung, die Erde, wenn auch nur von
ferne, wiederzusehen, daß ich mich nicht zurückhalten konnte, Ada meine
Absicht mitzuteilen.
-- Höre! rief ich, als sie mich begrüßte, bald werde ich von euch gehen!
Sie sah mich mit dieser geheimnisvollen Würde an, die sie mir gegenüber
stets bewahrt, und antwortete nach einem kleinen Zögern:
-- Ich weiß, daß du fortgehst, wenn du willst, Alter Mensch ... aber ...
Noch niemals hatte mich die seltsame Art dieser Geschöpfe, mit mir
umzugehen, an die ich mich schließlich schon hätte gewöhnt haben müssen,
derartig aufgebracht. Im ersten Augenblick schnürte sich mir das Herz im
Gefühl der Vereinsamung und Bitterkeit zusammen und dann packte mich ein
unbezwinglicher Zorn.
-- Genug dieser Narrheiten, rief ich, mit dem Fuß stampfend. Ich werde
fortgehen, wann es mir gefällt und wann ich will, aber daran ist nichts
Geheimnisvolles, nichts Ungewöhnliches! Geh zu Jan und sage ihm, daß ich
morgen früh die Hunde für den Wagen haben will; ich fahre zum Polarland.
Ada sprach kein Wort und entfernte sich, um meinem Befehl nachzukommen.
Ungefähr zwei Stunden später bemerkte ich eine ungewöhnliche Bewegung
vor meinem Hause. Jan und die Kinder, mit einem Wort, alle, die Frauen
nicht ausgenommen, hatten sich versammelt und standen entblößten
Hauptes, schweigend und ängstlich auf meine Tür blickend. Ada trat aus
ihrer Gruppe heraus und blieb auf meiner Schwelle stehen. Sie war in
feierlicher Kleidung: einen Kranz in den Haaren, von dem Halse bis zu
den Hüften herab hingen Schnüre von blutigrotem Bernstein und blaue
Perlen; in der Hand hielt sie einen Stab, aus den Wirbeln eines Hundes,
die geglättet auf einen langen Kupferdraht gesteckt waren.
-- Alter Mensch, wir wollen zu dir sprechen!
Eine unbeschreibliche Wut erfaßte mich. Ich wollte die an der Wand
hängende Riemenpeitsche ergreifen und diese Horde, die mit einem solchem
Pomp zu mir gekommen, auseinandertreiben; aber dann taten sie mir wieder
leid. Was können sie dafür.
Ich hielt mich zurück und trat vor das Haus, in der Absicht, noch einmal
den Versuch zu machen, ihnen vernünftig zuzureden. Der wilde Lärm des
Beipflichtens, der sich nach Adas Ansprache erhoben hatte, verstummte
sofort, als ich auf der Schwelle erschien. Man hörte in der Stille nur
noch den jüngsten Enkel Jans leise weinen und das erstickte Flüstern der
Mutter: Still, still, der Alte Mensch wird unwillig ...
Da überkam mich das Gefühl eines grenzenlosen Mitleids.
-- Was wollt ihr von mir? sagte ich, Ada zur Seite schiebend.
Jetzt trat Jan vor. Er schaute mir eine Zeitlang mit dem Blick eines
ratlosen, verängstigten Zwerges in die Augen und sagte schließlich,
nachdem er sich umgesehen, um aus den Mienen der Kameraden Mut zu
schöpfen:
-- Wir wollten dich bitten, Alter Mensch, daß du noch nicht von uns
fortgehen möchtest.
-- Ja, ja, gehe noch nicht von uns! wiederholten flehend über dreißig
Personen.
Es lag eine solche Angst und eine derartig inständige Bitte in ihren
Worten, daß ich mich von einer tiefen Rührung ergriffen fühlte.
-- Und was liegt euch daran? sagte ich, diese Frage mehr mir selbst als
ihnen vorlegend.
Jan dachte eine Weile nach und begann dann langsam, mit sichtlicher
Mühe, seine unklaren Gedanken und Empfindungen zusammenzufassen:
-- Wir wären allein ... Es würde die lange Nacht und die große Kälte
kommen. Oh, die böse Kälte, die wie ein Hund beißt, und wir würden
allein sein ... Dann würde die Sonne aufgehen, und du wärest nicht bei
uns, Alter Mensch ... Ada -- hier blickte er auf die neben ihm stehende
»Priesterin« -- Ada sagte uns, daß du dich mit der Sonne kennst und noch
mit einem anderen Stern, der größer ist als die Sonne und geheimnisvoll
und manchmal schwarz und dann wieder hell erscheint, den sie gesehen
hat, als sie mit dir dort war im Norden ... Sie sagte, daß du von dort
gekommen bist, und wenn du ihn siehst, zu diesem Sterne sprichst, in
einer heiligen Sprache, dieselbe, in der wir zu dir sprechen müssen. Wir
fürchten uns, daß du von dort nicht wieder zu uns zurückkehren könntest,
denn wir würden allein bleiben. Wir bitten dich also ...
-- Ja, ja, wir bitten dich, bleibe bei uns! riefen die Zwerge, den Satz
Jans beendend.
Eine Zeitlang stand ich ratlos, ohne zu wissen, was ich ihnen antworten
sollte. Die Männer und Frauen umringten mich, streckten die Hände aus
und baten mit angstvollen Stimmen:
-- Bleibe bei uns, bleibe!
Ich fühlte, daß es zwecklos wäre, ihnen jetzt zu wiederholen, was ich
ihnen schon so oft gesagt hatte, daß ich ein gewöhnlicher Mensch sei,
durchaus mit keinen geheimnisvollen Kräften begabt und ebenso wie sie
alle dem Tode verfallen. Ich wußte nicht, was ich tun sollte; in den
Ohren tönte es mir nur unaufhörlich, gleichmäßig wie eine Litanei:
Bleibe bei uns!
Ich schaute auf Ada. Sie stand abseits in ihrem Priestergewande, mit
einer außerordentlichen Würde in der ganzen Gestalt, aber es schien mir,
daß ich auf ihren Lippen ein Lächeln bemerkte -- halb spöttisch, halb
wehmütig ...
-- Weshalb hast du sie hierhergeführt? frug ich.
Sie lächelte wieder und erhob die bis jetzt gesenkten Augen.
-- Du hörst doch, Alter Mensch, was sie von dir wollen.
Rings umher dröhnte es unaufhörlich: Bleibe bei uns.
Das war mir zu viel.
-- Nein, rief ich hart, ich werde nicht bleiben! Ich werde nicht
bleiben, denn ...
Und abermals wußte ich nicht, was ich sagen sollte. Wie konnte ich ihnen
erklären, daß ich gehe, um die Erde zu sehen, den mächtigen und hellen
Stern, nach dem ich mich so grenzenlos sehne, ohne sie in dem
wahnsinnigen Irrtum zu bestärken, daß ich ein übernatürliches Wesen bin?
... Inzwischen war es still geworden. Ich blickte auf die Versammelten
und bemerkte, daß diese Zwerge weinten! Sie weinten bei dem Gedanken,
daß ich sie verlassen würde! Sie riefen nicht mehr, sie baten nicht,
aber in ihren tränenvollen, auf mich starrenden Augen lag die Demut
eines Hundes und ein Flehen, das lauter sprach als alle Worte. Sie
dauerten mich unbeschreiblich.
-- Ich werde von euch gehen, sagte ich mit weicher Stimme, aber noch
nicht jetzt. Ihr könnt ruhig schlafen!
Ich hörte etwas wie ein Seufzen der Erleichterung, das sich ihren Kehlen
entrang ...
-- Und wenn ich einmal die Reise antrete, fügte ich hinzu, von einem
plötzlichen Gedanken erfaßt, die Reise, dort nach Norden, wo der
schönste Stern leuchtet, von dem ihr von mir und von Ada gehört habt,
dann werde ich auch euch mit mir nehmen, damit ihr ihn seht und später
euren Kindern und Kindeskindern davon erzählen könnt.
-- Du bist groß, Alter Mensch, groß und gnädig! antworteten mir
zahlreiche freudige Stimmen. Gehe nur nicht von uns auf diesen Stern,
von dem du sprichst!
-- Wenn ich fortgehen könnte, seufzte ich unwillkürlich, aber leider bin
ich nur ein Mensch, so wie ihr.
In der Gruppe der Zwerge entstand eine Bewegung. Sie schauten sich
untereinander an, und es schien mir, daß ich auf ihren breiten Lippen
etwas bemerkte, das einem schnellen Lächeln des Einverständnisses glich
und sagen wollte: Wir wissen schon, wir wissen! Ada hat uns gesagt, daß
der Alte Mensch aus irgendeinem unerklärlichen Grunde nicht will, daß
wir wissen sollen, daß er ... der Alte Mensch ist ... Von neuem erfaßte
mich der Mißmut; ich wandte mich um und ging in das Zimmer. Vor dem
Hause entstand Lärm. Ich sah durch das Fenster, wie sich alle um Ada
scharten, die lebhaft etwas erzählte, wahrscheinlich von mir und meiner
Übernatürlichkeit.
Augenblicklich ist es nicht weit bis zum Sonnenuntergang, und das
Mondvölkchen hat sich schon längst in seinen Häusern zerstreut, die sich
in langer Reihe an den steinigen, nach Südwesten laufenden Ufern der
warmen Teiche erheben. In einigen Stunden werden sie sich zu einem
langen Schlafe niederlegen und wahrscheinlich von der ihnen vom Alten
Menschen versprochenen Fahrt träumen und von der Erde, dem mächtigen,
seltsamen und unbekannten Stern, den sie nur aus den Erzählungen kennen
...
* * * * *
In einigen Stunden werde ich das einzige wachende Wesen auf dem Monde
sein.
Aber jetzt ist überall noch Leben. Ich sehe durch das Fenster, wie sich
vor dem Hause Jans seine Söhne zu schaffen machen; nicht weit davon
beenden die Frauen in aller Eile das Einsammeln der Nahrung vor der bald
hereinbrechenden Nacht.
Ich weiß nicht, ob ich gut daran tue, mich noch länger unter diesem
Völkchen aufzuhalten; aber da gibt es kein Überlegen mehr, denn ich habe
ihnen versprochen, daß ich noch bleibe.
Und nur einen Trost fühlt mein altes, schwergeprüftes Herz -- lange wird
es nicht mehr schlagen müssen. Noch einige Tage, einige Mondtage
höchstens, und dann ziehe ich gen Norden, zum Polarland, um dort das
Leben zu beenden, -- den Blick auf die geliebte Erde gerichtet.
Diese Zwerge werden sich an mein Versprechen erinnern, ich weiß es, und
mich begleiten wollen. Und so werde ich einige von ihnen mitnehmen auf
diesen letzten Weg; mögen sie die Erde sehen und dann zu den Brüdern
zurückkehren -- ohne mich.
Eine quälende Sehnsucht drückt mich. Es tut mir leid, daß ich
nachgegeben und ihnen versprochen habe, noch hier zu bleiben. Der
Gedanke ängstigt mich, es könne mir in kurzer Zeit vielleicht schon an
Kraft und Leben fehlen, die Reise nach dem Lande, wo ich die Erde vor
Augen habe, anzutreten.
Aber nein, meine Kräfte werden noch genügen! Ich wundere mich manchmal
selbst über die Frische und Unverbrauchtheit meines Organismus. Ich
nähere mich nun fast dem hundertsten Jahre, und es scheint, daß mich
jeder Tag, statt meine Kräfte zu erschöpfen und meine Gesundheit zu
untergraben, nur noch mehr stärkt und fester macht.
Und wiederum denke ich unwillkürlich an jene zugleich lächerliche und
entsetzenerregende Überlieferung, die unter diesem Volke verbreitet ist,
daß ich niemals sterben werde.
Ein furchtbarer Gedanke! Denn leider kann sich nur die physische Natur
des Menschen an ihr Widersprechendes gewöhnen, die Seele niemals! Mein
Schmerz und meine Sehnsucht werden nie verblassen, im Gegenteil, sie
wachsen unaufhörlich ins Ungeheure, Riesenhafte.
Ich jage diesen Gedanken von mir und denke nur noch mit einem heißen
Glücksgefühl daran, daß ich in einigen Mondtagen die Erde sehen werde.
Das Herz schlägt mir dabei, als wenn ich ein zwanzigjähriger Jüngling
wäre, der zu einem Stelldichein mit einer erträumten und über alles
geliebten Beatrice geht, mit der er bisher nur in Träumen zu sprechen
gewagt hat.
Aber ich weiß, meine Geliebte wird kalt sein, stumm und unerreichbar;
ich werde sehnsuchtsvoll die Arme nach ihr ausbreiten und sie durch die
undurchdringlichen Himmelsräume rufen, sie wird weder meine Stimme hören
noch mir irgendeinen Gedanken, noch eine Erinnerung weihen.
Es ist etwas Seltsames und zugleich Ungeheuerliches, den Gegenstand
seiner Sehnsucht am Himmel zu haben. Es dünkt mich, daß ich an diesen
entfernten, von hier aus unsichtbaren heimatlichen Stern mit einem
langen Faden, der um mein Herz geschlungen ist, gebunden bin, der sich
in die Unendlichkeit ausdehnen, aber niemals reißen kann. Und so an
diese unerreichbare Welt gebunden, fühle ich, daß mir der Boden unter
den Füßen fremd ist und immer fremd bleiben wird.
Ja, es ist etwas Furchtbares um die Liebe zu den Sternen! Denn die Erde
ist für mich nur noch ein Stern, den ich über alles liebe. Wenn es
Geister gibt, die von erhabeneren und lichteren Welten, von flammenden
Sonnen vielleicht auf dunkle Planeten herabfallen, so erdulden sie in
der Tat, wenn sie die Erinnerung bewahrt haben, die schrecklichsten
Qualen, wie auch ich sie erdulden muß.
Wie oft am Tage wiederhole ich mir, daß jenes armselige, von mir so
bemitleidete Mondvölkchen der Zwerge, das fast im Staube vor mir, dem
Alten Menschen, kriecht, doch tausendmal glücklicher ist als ich.
Jetzt, nachdem sie ihre Arbeit beendet haben, gehen diese Leutchen um
ihre kleinen Häuser herum, unterhalten sich, lächeln einander zu und
sind heiter und zufrieden. Jan, der durch das natürliche Recht des
Ältesten ihr Oberhaupt ist, ruft sie vor dem Abend, wie ich das ein für
allemal vor Jahren angeordnet habe, zwecks gemeinsamen Lesens einiger
Abschnitte aus den ihnen von mir bezeichneten Schriften, zusammen.
Früher, zu Toms Lebzeiten, als Jan noch ein kleiner Knabe war, habe ich
diese Abendversammlungen gewöhnlich geleitet, ihnen die Bibel oder
andere zum Lesen bestimmte Bücher erklärt und von der Erde erzählt und
von den Menschen; aber jetzt zeige ich mich nicht einmal mehr am
Versammlungsort, dort unter dem Kreuze, dessen Bedeutung sie kaum
verstehen. Warum soll ich zu ihnen sprechen, da sie sich jedes meiner
Worte doch nur nach ihrem Sinne deuten und jede Wahrheit durch
phantastische Legenden entstellen und verwirren?
Und dennoch, ich muß es mir immer wieder sagen: Sind sie schuld daran?
Ist es ihre Schuld, daß sie alles, was sie hören, auf sich beziehen,
unfähig, sich in Gedanken über diesen Landstreifen zu erheben, den sie
bewohnen? Sind sie schuld daran, daß sie beim Lesen der Bücher der
Genesis an ihren Großvater Peter denken, dessen Grab sie auf der
Friedhofinsel kennen, und die Augen mit dem Ausdruck einer
Götzenanbetung auf mich richten? Daß Menschen eine andere Welt bewohnen
können, einen Stern, der denjenigen gleicht, die in der Nacht über ihnen
leuchten, halten sie für etwas, woran man glauben muß, weil ich es
gesagt habe, aber was sich vorzustellen unmöglich ist.
Ich habe alles getan, um in diesen Menschen die Seele zu wecken, und
erst dann meine Bemühungen aufgegeben, als ich mich von der gänzlichen
Unmöglichkeit überzeugt hatte. Ich sollte mir daher also keine Vorwürfe
machen, und trotzdem fühle ich die auf mir lastende furchtbare
Verantwortung für diesen Fall des menschlichen Geschlechts, das mir
anvertraut war. Und wiederum die Ironie des Lebens: Sie sind in ihrer
Weise glücklich, und ich gräme mich ihretwegen und vergrößere durch eine
quälende Sorge um sie meinen nagenden Schmerz und meine Sehnsucht ...