IV.

Ich glaube, ich wäre ruhiger, wenn ich den Menschen auf der Erde ein

Zeichen geben könnte, daß ich hier lebe und an sie denke. Das ist so

wenig, und es würde mich so namenlos glücklich machen!

Es ist doch furchtbar, wenn ich bedenke, daß mich viele Hunderttausende

von Kilometern, eine interplanetarische Strecke, die noch niemals

zurückgelegt wurde, von dieser Scholle aus Stein und Lehm, auf der ich

geboren bin, trennen!

Wie viel zufriedener müssen diese Zwerge hier sein, deren Gedanken nur

damit beschäftigt sind, ob die Fischerei auf dem Meere reichlich

ausfällt, der Salat gut aufwächst und die verwilderten Hunde nicht die

eiertragenden Eidechsen in den Umzäunungen zerreißen ...

* * * * *

Heute habe ich einige Stunden auf der Friedhofinsel zugebracht ...

Früher, vor vielen Jahren, saß ich dort gerne und dachte über die

Vergangenheit des heute erloschenen Mondglobus nach; jetzt zieht es mich

wieder oftmals dorthin, aber wenn ich auf dem mit Gräbern bedeckten

Hügel am grünen Meere sitze, denke ich nur an Martha, Peter, Tom und an

mich selbst und wann ich wohl endlich, endlich neben ihnen ruhen werde.

Gerade heute, als ich so dort bei ihnen saß und auf die stille

Meeresoberfläche blickte, überfiel mich ein so grenzenloses Leid, ein so

trostloses Weh, daß ich wie ein Kind zu weinen begann und die Hände

ausstreckte zu den Gräbern und sie bat, sich zu öffnen und zu mir zu

sprechen oder mich in ihre Gesellschaft aufzunehmen.

Ich fühlte, daß es mir unmöglich ist, länger zu leben. Was hält mich

auch noch auf dieser Welt? Schmerz, Leid, Sehnsucht, die furchtbarste

Vereinsamung, alles das habe ich zur Genüge ausgekostet; seit langem bin

ich niemandem mehr unentbehrlich: Nun ist es Zeit zum Fortgehen!

Ja, es ist Zeit! Ich will nur einmal noch die Erde sehen, auf diese

helle Kugel schauen, die am Himmel hängt, auf die Erdteile, die langsam

darüber kreisen und die dahingleitenden weißen Flecke der Wolken. Ich

will noch einmal das Auge anstrengen, vielleicht erkenne ich das Land,

wo ich geboren bin, und dann ...

Als ich zum Strande zurückruderte, war mein Entschluß gefaßt. Ich werde

zum Polarlande gehen, um auf die Erde zu schauen.

Ich näherte mich meinem Hause und legte mir in Gedanken die ganze Fahrt

und die dafür nötigen Vorbereitungen zurecht. Auf der Schwelle des

Sommerhäuschens fand ich Ada. Sie war zu der gewöhnlichen Stunde

gekommen, und als sie mich nicht antraf, wartete sie geduldig auf meine

Rückkehr.

Mein Herz war so voll von der Hoffnung, die Erde, wenn auch nur von

ferne, wiederzusehen, daß ich mich nicht zurückhalten konnte, Ada meine

Absicht mitzuteilen.

-- Höre! rief ich, als sie mich begrüßte, bald werde ich von euch gehen!

Sie sah mich mit dieser geheimnisvollen Würde an, die sie mir gegenüber

stets bewahrt, und antwortete nach einem kleinen Zögern:

-- Ich weiß, daß du fortgehst, wenn du willst, Alter Mensch ... aber ...

Noch niemals hatte mich die seltsame Art dieser Geschöpfe, mit mir

umzugehen, an die ich mich schließlich schon hätte gewöhnt haben müssen,

derartig aufgebracht. Im ersten Augenblick schnürte sich mir das Herz im

Gefühl der Vereinsamung und Bitterkeit zusammen und dann packte mich ein

unbezwinglicher Zorn.

-- Genug dieser Narrheiten, rief ich, mit dem Fuß stampfend. Ich werde

fortgehen, wann es mir gefällt und wann ich will, aber daran ist nichts

Geheimnisvolles, nichts Ungewöhnliches! Geh zu Jan und sage ihm, daß ich

morgen früh die Hunde für den Wagen haben will; ich fahre zum Polarland.

Ada sprach kein Wort und entfernte sich, um meinem Befehl nachzukommen.

Ungefähr zwei Stunden später bemerkte ich eine ungewöhnliche Bewegung

vor meinem Hause. Jan und die Kinder, mit einem Wort, alle, die Frauen

nicht ausgenommen, hatten sich versammelt und standen entblößten

Hauptes, schweigend und ängstlich auf meine Tür blickend. Ada trat aus

ihrer Gruppe heraus und blieb auf meiner Schwelle stehen. Sie war in

feierlicher Kleidung: einen Kranz in den Haaren, von dem Halse bis zu

den Hüften herab hingen Schnüre von blutigrotem Bernstein und blaue

Perlen; in der Hand hielt sie einen Stab, aus den Wirbeln eines Hundes,

die geglättet auf einen langen Kupferdraht gesteckt waren.

-- Alter Mensch, wir wollen zu dir sprechen!

Eine unbeschreibliche Wut erfaßte mich. Ich wollte die an der Wand

hängende Riemenpeitsche ergreifen und diese Horde, die mit einem solchem

Pomp zu mir gekommen, auseinandertreiben; aber dann taten sie mir wieder

leid. Was können sie dafür.

Ich hielt mich zurück und trat vor das Haus, in der Absicht, noch einmal

den Versuch zu machen, ihnen vernünftig zuzureden. Der wilde Lärm des

Beipflichtens, der sich nach Adas Ansprache erhoben hatte, verstummte

sofort, als ich auf der Schwelle erschien. Man hörte in der Stille nur

noch den jüngsten Enkel Jans leise weinen und das erstickte Flüstern der

Mutter: Still, still, der Alte Mensch wird unwillig ...

Da überkam mich das Gefühl eines grenzenlosen Mitleids.

-- Was wollt ihr von mir? sagte ich, Ada zur Seite schiebend.

Jetzt trat Jan vor. Er schaute mir eine Zeitlang mit dem Blick eines

ratlosen, verängstigten Zwerges in die Augen und sagte schließlich,

nachdem er sich umgesehen, um aus den Mienen der Kameraden Mut zu

schöpfen:

-- Wir wollten dich bitten, Alter Mensch, daß du noch nicht von uns

fortgehen möchtest.

-- Ja, ja, gehe noch nicht von uns! wiederholten flehend über dreißig

Personen.

Es lag eine solche Angst und eine derartig inständige Bitte in ihren

Worten, daß ich mich von einer tiefen Rührung ergriffen fühlte.

-- Und was liegt euch daran? sagte ich, diese Frage mehr mir selbst als

ihnen vorlegend.

Jan dachte eine Weile nach und begann dann langsam, mit sichtlicher

Mühe, seine unklaren Gedanken und Empfindungen zusammenzufassen:

-- Wir wären allein ... Es würde die lange Nacht und die große Kälte

kommen. Oh, die böse Kälte, die wie ein Hund beißt, und wir würden

allein sein ... Dann würde die Sonne aufgehen, und du wärest nicht bei

uns, Alter Mensch ... Ada -- hier blickte er auf die neben ihm stehende

»Priesterin« -- Ada sagte uns, daß du dich mit der Sonne kennst und noch

mit einem anderen Stern, der größer ist als die Sonne und geheimnisvoll

und manchmal schwarz und dann wieder hell erscheint, den sie gesehen

hat, als sie mit dir dort war im Norden ... Sie sagte, daß du von dort

gekommen bist, und wenn du ihn siehst, zu diesem Sterne sprichst, in

einer heiligen Sprache, dieselbe, in der wir zu dir sprechen müssen. Wir

fürchten uns, daß du von dort nicht wieder zu uns zurückkehren könntest,

denn wir würden allein bleiben. Wir bitten dich also ...

-- Ja, ja, wir bitten dich, bleibe bei uns! riefen die Zwerge, den Satz

Jans beendend.

Eine Zeitlang stand ich ratlos, ohne zu wissen, was ich ihnen antworten

sollte. Die Männer und Frauen umringten mich, streckten die Hände aus

und baten mit angstvollen Stimmen:

-- Bleibe bei uns, bleibe!

Ich fühlte, daß es zwecklos wäre, ihnen jetzt zu wiederholen, was ich

ihnen schon so oft gesagt hatte, daß ich ein gewöhnlicher Mensch sei,

durchaus mit keinen geheimnisvollen Kräften begabt und ebenso wie sie

alle dem Tode verfallen. Ich wußte nicht, was ich tun sollte; in den

Ohren tönte es mir nur unaufhörlich, gleichmäßig wie eine Litanei:

Bleibe bei uns!

Ich schaute auf Ada. Sie stand abseits in ihrem Priestergewande, mit

einer außerordentlichen Würde in der ganzen Gestalt, aber es schien mir,

daß ich auf ihren Lippen ein Lächeln bemerkte -- halb spöttisch, halb

wehmütig ...

-- Weshalb hast du sie hierhergeführt? frug ich.

Sie lächelte wieder und erhob die bis jetzt gesenkten Augen.

-- Du hörst doch, Alter Mensch, was sie von dir wollen.

Rings umher dröhnte es unaufhörlich: Bleibe bei uns.

Das war mir zu viel.

-- Nein, rief ich hart, ich werde nicht bleiben! Ich werde nicht

bleiben, denn ...

Und abermals wußte ich nicht, was ich sagen sollte. Wie konnte ich ihnen

erklären, daß ich gehe, um die Erde zu sehen, den mächtigen und hellen

Stern, nach dem ich mich so grenzenlos sehne, ohne sie in dem

wahnsinnigen Irrtum zu bestärken, daß ich ein übernatürliches Wesen bin?

... Inzwischen war es still geworden. Ich blickte auf die Versammelten

und bemerkte, daß diese Zwerge weinten! Sie weinten bei dem Gedanken,

daß ich sie verlassen würde! Sie riefen nicht mehr, sie baten nicht,

aber in ihren tränenvollen, auf mich starrenden Augen lag die Demut

eines Hundes und ein Flehen, das lauter sprach als alle Worte. Sie

dauerten mich unbeschreiblich.

-- Ich werde von euch gehen, sagte ich mit weicher Stimme, aber noch

nicht jetzt. Ihr könnt ruhig schlafen!

Ich hörte etwas wie ein Seufzen der Erleichterung, das sich ihren Kehlen

entrang ...

-- Und wenn ich einmal die Reise antrete, fügte ich hinzu, von einem

plötzlichen Gedanken erfaßt, die Reise, dort nach Norden, wo der

schönste Stern leuchtet, von dem ihr von mir und von Ada gehört habt,

dann werde ich auch euch mit mir nehmen, damit ihr ihn seht und später

euren Kindern und Kindeskindern davon erzählen könnt.

-- Du bist groß, Alter Mensch, groß und gnädig! antworteten mir

zahlreiche freudige Stimmen. Gehe nur nicht von uns auf diesen Stern,

von dem du sprichst!

-- Wenn ich fortgehen könnte, seufzte ich unwillkürlich, aber leider bin

ich nur ein Mensch, so wie ihr.

In der Gruppe der Zwerge entstand eine Bewegung. Sie schauten sich

untereinander an, und es schien mir, daß ich auf ihren breiten Lippen

etwas bemerkte, das einem schnellen Lächeln des Einverständnisses glich

und sagen wollte: Wir wissen schon, wir wissen! Ada hat uns gesagt, daß

der Alte Mensch aus irgendeinem unerklärlichen Grunde nicht will, daß

wir wissen sollen, daß er ... der Alte Mensch ist ... Von neuem erfaßte

mich der Mißmut; ich wandte mich um und ging in das Zimmer. Vor dem

Hause entstand Lärm. Ich sah durch das Fenster, wie sich alle um Ada

scharten, die lebhaft etwas erzählte, wahrscheinlich von mir und meiner

Übernatürlichkeit.

Augenblicklich ist es nicht weit bis zum Sonnenuntergang, und das

Mondvölkchen hat sich schon längst in seinen Häusern zerstreut, die sich

in langer Reihe an den steinigen, nach Südwesten laufenden Ufern der

warmen Teiche erheben. In einigen Stunden werden sie sich zu einem

langen Schlafe niederlegen und wahrscheinlich von der ihnen vom Alten

Menschen versprochenen Fahrt träumen und von der Erde, dem mächtigen,

seltsamen und unbekannten Stern, den sie nur aus den Erzählungen kennen

...

* * * * *

In einigen Stunden werde ich das einzige wachende Wesen auf dem Monde

sein.

Aber jetzt ist überall noch Leben. Ich sehe durch das Fenster, wie sich

vor dem Hause Jans seine Söhne zu schaffen machen; nicht weit davon

beenden die Frauen in aller Eile das Einsammeln der Nahrung vor der bald

hereinbrechenden Nacht.

Ich weiß nicht, ob ich gut daran tue, mich noch länger unter diesem

Völkchen aufzuhalten; aber da gibt es kein Überlegen mehr, denn ich habe

ihnen versprochen, daß ich noch bleibe.

Und nur einen Trost fühlt mein altes, schwergeprüftes Herz -- lange wird

es nicht mehr schlagen müssen. Noch einige Tage, einige Mondtage

höchstens, und dann ziehe ich gen Norden, zum Polarland, um dort das

Leben zu beenden, -- den Blick auf die geliebte Erde gerichtet.

Diese Zwerge werden sich an mein Versprechen erinnern, ich weiß es, und

mich begleiten wollen. Und so werde ich einige von ihnen mitnehmen auf

diesen letzten Weg; mögen sie die Erde sehen und dann zu den Brüdern

zurückkehren -- ohne mich.

Eine quälende Sehnsucht drückt mich. Es tut mir leid, daß ich

nachgegeben und ihnen versprochen habe, noch hier zu bleiben. Der

Gedanke ängstigt mich, es könne mir in kurzer Zeit vielleicht schon an

Kraft und Leben fehlen, die Reise nach dem Lande, wo ich die Erde vor

Augen habe, anzutreten.

Aber nein, meine Kräfte werden noch genügen! Ich wundere mich manchmal

selbst über die Frische und Unverbrauchtheit meines Organismus. Ich

nähere mich nun fast dem hundertsten Jahre, und es scheint, daß mich

jeder Tag, statt meine Kräfte zu erschöpfen und meine Gesundheit zu

untergraben, nur noch mehr stärkt und fester macht.

Und wiederum denke ich unwillkürlich an jene zugleich lächerliche und

entsetzenerregende Überlieferung, die unter diesem Volke verbreitet ist,

daß ich niemals sterben werde.

Ein furchtbarer Gedanke! Denn leider kann sich nur die physische Natur

des Menschen an ihr Widersprechendes gewöhnen, die Seele niemals! Mein

Schmerz und meine Sehnsucht werden nie verblassen, im Gegenteil, sie

wachsen unaufhörlich ins Ungeheure, Riesenhafte.

Ich jage diesen Gedanken von mir und denke nur noch mit einem heißen

Glücksgefühl daran, daß ich in einigen Mondtagen die Erde sehen werde.

Das Herz schlägt mir dabei, als wenn ich ein zwanzigjähriger Jüngling

wäre, der zu einem Stelldichein mit einer erträumten und über alles

geliebten Beatrice geht, mit der er bisher nur in Träumen zu sprechen

gewagt hat.

Aber ich weiß, meine Geliebte wird kalt sein, stumm und unerreichbar;

ich werde sehnsuchtsvoll die Arme nach ihr ausbreiten und sie durch die

undurchdringlichen Himmelsräume rufen, sie wird weder meine Stimme hören

noch mir irgendeinen Gedanken, noch eine Erinnerung weihen.

Es ist etwas Seltsames und zugleich Ungeheuerliches, den Gegenstand

seiner Sehnsucht am Himmel zu haben. Es dünkt mich, daß ich an diesen

entfernten, von hier aus unsichtbaren heimatlichen Stern mit einem

langen Faden, der um mein Herz geschlungen ist, gebunden bin, der sich

in die Unendlichkeit ausdehnen, aber niemals reißen kann. Und so an

diese unerreichbare Welt gebunden, fühle ich, daß mir der Boden unter

den Füßen fremd ist und immer fremd bleiben wird.

Ja, es ist etwas Furchtbares um die Liebe zu den Sternen! Denn die Erde

ist für mich nur noch ein Stern, den ich über alles liebe. Wenn es

Geister gibt, die von erhabeneren und lichteren Welten, von flammenden

Sonnen vielleicht auf dunkle Planeten herabfallen, so erdulden sie in

der Tat, wenn sie die Erinnerung bewahrt haben, die schrecklichsten

Qualen, wie auch ich sie erdulden muß.

Wie oft am Tage wiederhole ich mir, daß jenes armselige, von mir so

bemitleidete Mondvölkchen der Zwerge, das fast im Staube vor mir, dem

Alten Menschen, kriecht, doch tausendmal glücklicher ist als ich.

Jetzt, nachdem sie ihre Arbeit beendet haben, gehen diese Leutchen um

ihre kleinen Häuser herum, unterhalten sich, lächeln einander zu und

sind heiter und zufrieden. Jan, der durch das natürliche Recht des

Ältesten ihr Oberhaupt ist, ruft sie vor dem Abend, wie ich das ein für

allemal vor Jahren angeordnet habe, zwecks gemeinsamen Lesens einiger

Abschnitte aus den ihnen von mir bezeichneten Schriften, zusammen.

Früher, zu Toms Lebzeiten, als Jan noch ein kleiner Knabe war, habe ich

diese Abendversammlungen gewöhnlich geleitet, ihnen die Bibel oder

andere zum Lesen bestimmte Bücher erklärt und von der Erde erzählt und

von den Menschen; aber jetzt zeige ich mich nicht einmal mehr am

Versammlungsort, dort unter dem Kreuze, dessen Bedeutung sie kaum

verstehen. Warum soll ich zu ihnen sprechen, da sie sich jedes meiner

Worte doch nur nach ihrem Sinne deuten und jede Wahrheit durch

phantastische Legenden entstellen und verwirren?

Und dennoch, ich muß es mir immer wieder sagen: Sind sie schuld daran?

Ist es ihre Schuld, daß sie alles, was sie hören, auf sich beziehen,

unfähig, sich in Gedanken über diesen Landstreifen zu erheben, den sie

bewohnen? Sind sie schuld daran, daß sie beim Lesen der Bücher der

Genesis an ihren Großvater Peter denken, dessen Grab sie auf der

Friedhofinsel kennen, und die Augen mit dem Ausdruck einer

Götzenanbetung auf mich richten? Daß Menschen eine andere Welt bewohnen

können, einen Stern, der denjenigen gleicht, die in der Nacht über ihnen

leuchten, halten sie für etwas, woran man glauben muß, weil ich es

gesagt habe, aber was sich vorzustellen unmöglich ist.

Ich habe alles getan, um in diesen Menschen die Seele zu wecken, und

erst dann meine Bemühungen aufgegeben, als ich mich von der gänzlichen

Unmöglichkeit überzeugt hatte. Ich sollte mir daher also keine Vorwürfe

machen, und trotzdem fühle ich die auf mir lastende furchtbare

Verantwortung für diesen Fall des menschlichen Geschlechts, das mir

anvertraut war. Und wiederum die Ironie des Lebens: Sie sind in ihrer

Weise glücklich, und ich gräme mich ihretwegen und vergrößere durch eine

quälende Sorge um sie meinen nagenden Schmerz und meine Sehnsucht ...

Auf silbernen Gefilden: Ein Mond-Roman · 第 20 / 26 题