Zweig mit Blüten, 1/4 nat. Gr.]

Auch in Deutsch-Ostafrika macht man gegenwärtig Anbauversuche.

Die Gewinnung der Rinde geschieht bei den Indianern derart, daß der Baum

gefällt und dann die Rinde vom Stamm und den Zweigen abgeschält wird.

Der Baumstumpf treibt bald wieder junge Schößlinge, die im Alter von 6-8

Jahren ebenfalls Erträge liefern. Dies Verfahren ist auch auf manchen

Pflanzungen beibehalten worden; es hat den Nachteil, das man nach einer

einmaligen Ernte 6-8 Jahre lang bis zur nächsten warten muß. Außerdem

entwickeln sich die Schößlinge meist nicht so schnell und nicht so

kräftig wie der ursprüngliche Stamm. Ein anderes Verfahren besteht

darin, daß man den Baum stehen läßt und nur alljährlich einen Teil

seiner Rinde abschält, wodurch er in seinem Wachstum zwar aufgehalten,

jedoch nicht zerstört wird. Auf diese Weise erhält man wohl geringere,

aber regelmäßig sich wiederholende Ernten.

Die gewonnene Rinde wird getrocknet, zerkleinert und in Säcke oder

Ballen verpackt in den Handel gebracht. Die Haupthandelsplätze für

Cinchonarinde sind London und Amsterdam. Von hier aus geht aber der

weitaus größte Teil aller Chinarinden nach Deutschland, um dort zu

Chininsalzen verarbeitet zu werden. Neuerdings wird jedoch das meiste

Chinin in Indien und Java in Fabriken gewonnen, die sich inmitten der

Pflanzungen befinden. Die Ausfuhr an Rinden geht darum zurück und gibt

keinen Maßstab für den Konsum ab. Deutschlands Einfuhr betrug 1906: 3678

Tonnen im Werte von 4781000 Mk. Der größte Teil davon stammt aus

Niederländisch Indien, vor allem Java. Die Heimatländer des

Cinchonabaumes, Peru, Bolivia stehen in der Erzeugung schon längst an

letzter Stelle.

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 85 / 97 题