Cinchonarinde

(Tafel 35).

Die Cinchonarinde oder Chinarinde wird gewonnen von verschiedenen, zur

Familie der Rubiaceen gehörigen Baumarten, deren Heimat die Gebirge des

westlichen Südamerika, vor allem Peru und Bolivia sind. Die

Cinchonabäume werden bis zu 30 m hoch; ihre Blätter sind sattgrün, die

Blütenstände rispenförmig, die Blüten von weißer oder rötlicher Farbe,

ihr Duft erinnert an den der Syringe. Die Frucht besteht aus einer

Kapsel, die zahlreiche kleine, geflügelte Samen enthält.

Die Rinde dieser Bäume enthält Alkaloide, die für die Arzneibereitung

von außerordentlicher Bedeutung sind. Das wichtigste und bekannteste

dieser Alkaloide ist das Chinin, das wegen seiner sicheren Heilkraft

gegen das Malariafieber in der Medizin eine große Berühmtheit erlangt

hat.

In Südamerika kommt der Baum wild vor und zwar hauptsächlich in solchen

Gegenden, die ein warmes und stark feuchtes Klima haben. Da man aber

voraussah, daß bei dem großen Bedarf an Chinarinde die wilden

Bestände mit der Zeit sich erschöpfen würden, so dachte man

rechtzeitig daran, die wertvollsten Arten der Bäume anzupflanzen. Diese

Anpflanzungen wurden in größtem Maßstabe auf Ceylon gemacht, später auch

auf Java und in Britisch-Indien. Im Jahre 1882 sollen in Ceylon 90

Millionen Cinchonabäume gestanden haben.

[Illustration: Tafel 35.

Cinchonarinde.

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 84 / 97 题