Der Kampferbaum.
Der Kampferbaum (Cinnamomum Camphora) ist ein stattlicher,
lindenähnlicher Baum mit starkem Stamm und knorrigen Ästen. Besonders im
Holz und im Mark finden sich Zellen verteilt, die einen unter bestimmten
Umständen zu Kampfer sich umgestaltenden Stoff enthalten.
Die Heimat des Kampferbaumes ist das östliche Asien: Die ostchinesische
Küste, Formosa, Japan. Er verlangt warmes Klima und möglichst feuchte
Luft.
Zur Gewinnung des Kampfers muß der Baum gefällt werden. Wenn möglich,
sucht man hierzu recht kräftig entwickelte Stämme aus; den reichsten
Kampfergehalt sollen Bäume im Alter von annähernd 100 Jahren besitzen.
Das Holz wird in kleine Späne geschnitten und mittels Wasser
destilliert. Durch dies Verfahren wird der Kampfer und das Kampferöl aus
dem Holz gezogen.
Die wichtigste Verwendung des Kampfers ist in der Celluloid-Industrie,
ferner ist er Bestandteil des rauchlosen Pulvers. Er bildet außerdem ein
wichtiges Arzneimittel, das sowohl innerlich als äußerlich in vielen
Formen und Zusammensetzungen angewendet wird. Beim Destillieren sondert
sich das Kampferöl von dem eigentlichen Kampfer. Ersteres wird darauf
noch einmal destilliert und sondert noch wieder Kampfer ab. Der dann
zurückbleibende Rest wird gereinigt und findet bei der Lackbereitung
Verwendung. -- Allein Japan führt jährlich für 12-14 Millionen Mark
Kampfer und Kampferöl aus.
In den deutschen Kolonien (Ostafrika, Togo, Kamerun und auf den
Südseeinseln) werden Anbauversuche mit dem Kampferbaum gemacht. Von
Ernten aus diesen zum Teil recht gut vorankommenden Kulturen kann zur
Zeit noch nicht die Rede sein, da der Baum erst in höherem Alter gute
Erträge liefert. Man versucht neuerdings Kampfer auch aus den Blättern
des Baumes zu gewinnen.