XI. Arzneipflanzen.

Der Kampferbaum.

Der Kampferbaum (Cinnamomum Camphora) ist ein stattlicher,

lindenähnlicher Baum mit starkem Stamm und knorrigen Ästen. Besonders im

Holz und im Mark finden sich Zellen verteilt, die einen unter bestimmten

Umständen zu Kampfer sich umgestaltenden Stoff enthalten.

Die Heimat des Kampferbaumes ist das östliche Asien: Die ostchinesische

Küste, Formosa, Japan. Er verlangt warmes Klima und möglichst feuchte

Luft.

Zur Gewinnung des Kampfers muß der Baum gefällt werden. Wenn möglich,

sucht man hierzu recht kräftig entwickelte Stämme aus; den reichsten

Kampfergehalt sollen Bäume im Alter von annähernd 100 Jahren besitzen.

Das Holz wird in kleine Späne geschnitten und mittels Wasser

destilliert. Durch dies Verfahren wird der Kampfer und das Kampferöl aus

dem Holz gezogen.

Die wichtigste Verwendung des Kampfers ist in der Celluloid-Industrie,

ferner ist er Bestandteil des rauchlosen Pulvers. Er bildet außerdem ein

wichtiges Arzneimittel, das sowohl innerlich als äußerlich in vielen

Formen und Zusammensetzungen angewendet wird. Beim Destillieren sondert

sich das Kampferöl von dem eigentlichen Kampfer. Ersteres wird darauf

noch einmal destilliert und sondert noch wieder Kampfer ab. Der dann

zurückbleibende Rest wird gereinigt und findet bei der Lackbereitung

Verwendung. -- Allein Japan führt jährlich für 12-14 Millionen Mark

Kampfer und Kampferöl aus.

In den deutschen Kolonien (Ostafrika, Togo, Kamerun und auf den

Südseeinseln) werden Anbauversuche mit dem Kampferbaum gemacht. Von

Ernten aus diesen zum Teil recht gut vorankommenden Kulturen kann zur

Zeit noch nicht die Rede sein, da der Baum erst in höherem Alter gute

Erträge liefert. Man versucht neuerdings Kampfer auch aus den Blättern

des Baumes zu gewinnen.

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 83 / 97 题