Ficus elastica

(Tafel 31).

Sie ist eine auch bei uns als Zierpflanze gehaltene und unter dem Namen

Gummibaum allgemein bekannte Art der Gattung Ficus. Ihre Heimat ist

Südostasien; dort wird sie kultiviert als die in jenen Gegenden beste

Kautschukpflanze.

In Togo, Kamerun, Ostafrika und auf Neuguinea macht man in den

Pflanzungen Versuche mit dem Anbau der Ficus elastica. Besonders aus

Kamerun und Neu-Guinea lauten die Berichte über ihr Gedeihen recht

günstig. Der Baum kommt dort selbst auf steinigem Boden und an steilen

Abhängen gut fort. Die zahlreichen, fast horizontalen Äste des Baumes

ermöglichen eine bequeme Anzapfung. Aus den Ästen wachsen Luftwurzeln

und senken sich wieder in den Boden ein. Diese werden so mächtig, daß

sie fast die Dicke des Stammes erreichen und wie dieser angezapft werden

können. Ein einziger Ast der Ficus elastica lieferte bei einer Anzapfung

in drei Tagen 114 gr trocknen Kautschuk.

[Illustration: Tafel 31.

Gummibaum (_Ficus elastica_).

a) Alter Stamm mit Tafelwurzeln.

b) Säulenwurzel, einen Zweig stützend.

c) Junger Baum, 1/40 nat. Gr.]

Castilloa elastica.

Die Castilloa elastica ist ein Baumriese des mittel- und

südamerikanischen Urwaldes. Sie gehört zur Familie der Moraceen, ist

also mit den Feigen- und Maulbeerbäumen verwandt. Einzelne Exemplare des

Baumes sollen bis 50 m hoch werden, seine durchschnittliche Höhe ist

20-30 m. Die ovalen, hellgrünen Blätter werden bis 30 cm lang und 18 cm

breit. Eigentümlich ist, daß der Baum zweierlei Arten von Zweigen

besitzt, von denen die einen, in der Jugend gebildeten, später

abgeworfen werden.

Zahlreiche, langjährige Versuche in den verschiedensten Tropengegenden

haben die Tatsache ergeben, daß die Castilloa mancherorts eine der

sichersten und ergiebigsten Kautschukpflanzen ist. Man hat sie deshalb

vielfach in Kultur genommen, zumal die wilden Bestände in Amerika durch

den rücksichtslosen Raubbau, der beim Abzapfen des Saftes meist

getrieben wird, sich schon jetzt bedenklich vermindern. Die bequemste

Art der Kautschukgewinnung besteht nämlich auch hier darin, daß der Baum

kurz über der Wurzel gefällt wird. Hierbei gewinnt der Sammler eine fünf

mal so große Menge Saft als durch das schonende Anzapfen, das den Baum

erhält und eine spätere regelmäßige Wiederholung des Anschneidens

möglich macht.

Die größten Kulturen der Castilloa befinden sich in der Heimat des

Baumes, in Mittel- und Südamerika. Aber auch nach Afrika und Asien, und

so auch in die deutschen Kolonien hat man den Baum unter erheblichen

Mühen und Unkosten verpflanzt. Am besten scheint er in dem feuchtwarmen

Küstenklima von Kamerun, in Samoa und Neuguinea fortzukommen. In Kamerun

haben die Kulturen unter einem Bohrkäfer sehr zu leiden, was für die

ganzen Anpflanzungen verhängnisvoll wird. Auf Neuguinea lieferten

dagegen die ersten Anzapfungen recht ermutigende Ergebnisse.

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 75 / 97 题