(Tafel 30).
Diese Pflanze ist nicht in Afrika heimisch, wird aber vielfach hier
angebaut. Sie stammt aus dem tropischen Südamerika, wo sie auch
kultiviert wird. Der Manihot bildet einen stattlichen Baum von 10-15 m
Höhe, hat eine fast kugelige Krone und blaßgrüne, gelappte Blätter.
Die Bäume werden manchmal schon angezapft, wenn sie erst 3-4 Jahre alt
sind. Geschieht dies mit Behutsamkeit ohne grobe Verletzung des Holzes,
so kann die Anzapfung eine Reihe von Jahren hindurch regelmäßig
wiederholt werden. Der aus dem Manihot gewonnene Kautschuk wird nach dem
Namen seines engeren Heimatlandes auch Ceara-Kautschuk genannt.
Besonders in Ostafrika, in den Bezirken Wilhelmstal, Lindi, Kilwa und
Moschi bestehen jetzt ausgedehnte Pflanzungen mit Manihotbäumen, allein
in Wilhelmstal z. B. über eine Million. Die meisten der Bäume sind aber
noch nicht alt genug, um ertragsfähig zu sein. Auch Togo und Kamerun
besitzen Manihot-Kulturen. Am besten sagt der Pflanze trocknes,
steiniges Gelände zu, wie es Ostafrika, Togo und auch das Hinterland von
Kamerun in weitem Umfange bieten.
[Illustration: Tafel 30.
Manihot Glaziovii.
a) Junger Baum, 1/80 nat. Gr.
b) Zweig mit Blüten, 1/4 nat. Gr.]
Ficus Vogelii.
Ficus Vogelii ist ein in ganz Westafrika von Senegambien bis an den
Kongo vorkommender Baum mit starkem, stattlichem Stamm, mächtig breiter
Krone und großen Blättern. Wegen seiner dichten, schattenspendenden
Krone wird er von den Eingebornen gern auf Dorfplätzen angepflanzt.
Vögel und Affen fressen seine haselnußgroßen, runden, grünen Früchte.
Der Saft der Ficus Vogelii liefert einen nicht gerade hervorragenden,
aber doch gut verkäuflichen Kautschuk; er wird besonders gern mit
besseren Sorten gemischt in den Handel gebracht. -- In Kamerun hat man
angefangen, den Baum in Kultur zu nehmen.