Kapok

(Tafel 24).

Der Kapokbaum, auch Seidenwollbaum genannt, liefert ebenfalls eine Art

Baumwolle. Er gehört zur Familie der Bombaceen, von der viele Arten in

den Tropen Amerikas, Asiens und Afrikas heimisch sind. Am wertvollsten

für die Baumwollgewinnung und auch am weitesten verbreitet ist die Art

Ceiba pentandra, auch Eriodendron anfractuosum genannt. Dies ist ein

riesiger Baum mit starkem, geradem Stamm und breiten, oberirdischen

Brettwurzeln. Die Rinde ist an jungen Bäumen mit scharfen Stacheln

besetzt. Die Blätter sind fingerförmig geteilt. Der Baum hat ein sehr

weiches Holz, das aber trotzdem von den Eingebornen mannigfach verwendet

wird. In vielen Gegenden Westafrikas höhlt man den Stamm aus und

gebraucht ihn als Einbaum. Die Früchte des Kapokbaumes sind länger

gestreckt als die der Baumwolle, mehr gurkenähnlich, sie enthalten wie

diese Samen, die mit einem Bausch von seidigen, weichen Haaren umkleidet

sind. Wegen ihrer Kürze und Glätte eignen sie sich wenig zum Spinnen,

sind aber ausgezeichnet als Polstermaterial, wozu sie von den

Eingebornen schon längst verwendet werden.

Der Baum kommt in Togo, Kamerun, Ostafrika und auf Neuguinea sehr

häufig, und zwar wild vor. Ein Anbau seitens Eingeborner findet nicht

statt, da sie ihren Bedarf von den wilden Beständen decken können.

Dagegen wird er besonders in Neuguinea und Ostafrika von Europäern als

Nebenkultur betrieben. Die Kapokausfuhr aus unseren Kolonien ist bis

jetzt gering; es sind aber im letzten Jahre Kapokproben auch aus Togo

nach Deutschland zur Untersuchung geschickt und als sehr wertvoll

bezeichnet worden. Es kann deshalb die Kapok, wenn auch nicht ein

hervorragender, so doch ein nicht unbedeutender Ausfuhrgegenstand aus

unseren Kolonien werden, vor allem, wenn der Baum in Pflege genommen und

angepflanzt würde, was nicht schwer wäre, da er mit einfachem Boden

zufrieden ist und sehr schnell wächst.

Den Hauptbedarf an Kapok liefert Java; von hier werden jährlich etwa

3500 Tonnen in den Welthandel gebracht.

[Illustration: Tafel 24.

Kapok (_Ceiba pentandra_).

a) Baum, 70 m hoch.

b) Blatt, 1/4 nat. Gr.

c) Blüte, 4/5 nat. Gr.

d) Frucht, geöffnet, um die von seidenglänzenden Fäden, den

„Pflanzendaunen”, umgebenen Samen zu zeigen, 1/5 nat. Gr.

e) Einzelne Samen mit und ohne Wolle, 4/5 nat. Gr.]

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 61 / 97 题