Unsere koloniale Ausfuhr betrug 1907:
Deutsch-Ostafrika 1800 Ballen
Togo 1205 „
Kamerun 2 „
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3007 Ballen à 250 kg.
Das ist ein Wert von etwa 700000 Mk., allerdings ein fast
verschwindender Bruchteil der Gesamtsumme von 480 Millionen Mk., die
Deutschland jährlich für Baumwolle ausgibt. Bedenkt man aber, daß 1902
unsere Kolonien erst 82 Ballen hervorbrachten, in diesen fünf Jahren
also eine vierzigfache Steigerung erreicht wurde, so ist diese Leistung
doch schon achtungswert. Deutschland wird allerdings wohl kaum jemals im
Stande sein, seinen ganzen Baumwollbedarf aus eigenen Gebieten zu
decken, aber doch wird es in energischer, auch durch schlechtere
Erntejahre nicht entmutigter Fortführung dieser Kultur wenigstens eine
gewisse Unabhängigkeit von den Willkürlichkeiten des amerikanischen
Marktes erlangen können.
Nach der Berechnung des Kolonialwirtschaftlichen Komitees kann
allerdings durch Einführung der Pflugkultur und überhaupt eines in jeder
Hinsicht intensiven Landwirtschaftsbetriebes der Ertrag unserer
kolonialen Baumwollkultur bis auf jährlich 2-1/2 Millionen Ballen
gesteigert werden. Das wäre sogar noch 1 Millionen Ballen mehr, als wir
überhaupt verbrauchen. Diese Berechnung ist zweifellos allzu
optimistisch.
Baumwollsaat.
Die Samen der Baumwollpflanzen werden auf Ölmühlen gemahlen, wodurch aus
ihnen das Baumwollsaatöl gewonnen wird, das in immer steigendem Maße in
der Industrie Verwendung findet. Es dient hauptsächlich zur Herstellung
von Kunstbutter und Seife, aber auch, besonders in Nordamerika, als
Speiseöl; das dort unter dem Namen Olivenöl verkaufte Tafelöl besteht zu
90% aus Baumwollsaatöl.
Deutschland führt jährlich für 25-30 Millionen Mk. Baumwollsaatöl ein,
zumeist aus Amerika.