Die Dattelpalme wird von altersher im nördlichen Afrika und im
südwestlichen Asien angebaut; hier ist deshalb wohl ihre Heimat zu
suchen. Sie gedeiht überall auf trocknen Gebieten der Subtropen, bringt
aber nur in besonders bevorzugten Gebieten schmackhafte Früchte. Die
Fortpflanzung geschieht selten durch Samen, in der Regel durch
Wurzelschößlinge. Im 6.-8. Jahre blüht der Baum zum erstenmal, aber erst
im 20. Jahre liefert er volle Erträge; diese können bis zum 70. oder 80.
Jahre andauern; von da an wird der Ertrag geringer und im Alter von 100
Jahren stirbt der Baum ab. Als Durchschnittsernte rechnet man auf einen
Baum 50 kg jährlich.
Der Nutzen der Dattelpalme ist ein mannigfaltiger. Die Früchte dienen in
den Anbauländern den Eingebornen roh, getrocknet oder gekocht als
Hauptnahrung; in Körbe gepreßt oder in Sand gegraben können sie zwei
Jahre aufbewahrt werden; selbst in der brennenden Sonnenhitze verderben
sie nicht. Deshalb bilden Datteln auf den Karawanenreisen ein
unentbehrliches Proviantmittel. Auch nach Europa werden jährlich große
Mengen ausgeführt. -- Aus den Früchten wird durch Pressen der
Dattelhonig gewonnen, der gegoren ein weinartiges Getränk darstellt; ein
solches erhält man auch aus dem Stamm durch Anzapfen. Die Herzblätter
liefern den wohlschmeckenden Palmkohl; aus den Wedeln fertigt man Gewebe
und Taue, die widerstandsfähig gegen Salzwasser sind und deshalb in der
Schiffahrt Verwendung finden.
Außer in ihrer Heimat wird die Dattelpalme jetzt auch in Mexiko,
Kalifornien, Australien und Südafrika kultiviert. Von unsern Kolonien
kommen für ihren Anbau in erster Linie Südwestafrika, Togo und Ostafrika
in Betracht; in einigen Gegenden Südwestafrikas kommt sie ganz
vorzüglich fort und liefert auch befriedigende Ernten, selbst noch in
Höhe bis 1000 m.