(Tafel 4).
Die Jamsarten gehören zur Familie der Dioscoreen. Ihre Heimat ist das
südliche Asien, das tropische Afrika und Amerika. Es sind
Kletterpflanzen mit krautartigem Stengel, spiralständigen, herzförmigen
Blättern und großen, fleischigen Wurzelknollen, die bis 50 kg schwer
werden können.
Als Saatgut dienen vielfach kleine Knollen, die nicht unterirdisch,
sondern in den Blattwinkeln entwickelt werden. Bald nach dem Keimen wird
an die junge Pflanze ein Stock, später eine lange Stange gesteckt, woran
der dickbuschige Stengel sich emporrankt. Der Jams verlangt einen guten,
humusreichen Boden, mehrmaliges Hacken und Jäten sowie tiefgründiges
Lockern des Bodens um die sich bildenden Knollen herum.
Aber trotz dieser Mühen schätzen die Eingebornen besonders in Westafrika
den Jams hoch als das beste Nahrungsmittel. Die Knollen sind im
Geschmack den Kartoffeln ähnlich und haben auch annähernd den gleichen
Nährwert. Sie werden geschält, zerschnitten, gekocht und in Pfeffer
getunkt gegessen, oder man stampft sie nach dem Kochen in Holzmörsern
und formt sie dann zu Kugeln; so bilden sie den in ganz Westafrika
bekannten „Fufu”, der mit Pfeffer- oder Palmölsuppe genossen die
delikateste Speise der Neger ausmacht und auch von Europäern gern
gegessen wird.
Der Jams kommt, wie Maniok, für unsere Kolonien in erster Linie als
Volksnahrung in Betracht; Togo führte zwar 1906 für 7500 Mk. aus, aber
im Handel über die Binnengrenze. Trotzdem wird er in der
wirtschaftlichen Entwicklung eine bedeutende Stellung einnehmen; im
Innenhandel von Togo spielt er schon jetzt eine wichtige Rolle; dies
wird nach Eröffnung der neuen Eisenbahn noch mehr der Fall sein; es ist
nicht ausgeschlossen, daß in absehbarer Zeit große Landschaften sich
ausschließlich auf die Kultur hochwertiger Erzeugnisse wie Baumwolle,
Mais, Ölpalmprodukte etc. beschränken und dafür ihren Bedarf an Jams aus
dem für Ausfuhrprodukte weniger günstigen Norden beziehen werden.
[Illustration: Tafel 4.
Jams (_Dioscorea spec._).
a) Oberer Teil einer Pflanze, 1/4 nat. Gr.
b) Wurzelknollen, 1/4 nat. Gr.]
Pfeilwurz.
Pfeilwurz oder Arrowroot nennt man ein Stärkemehl, das aus den
Wurzelstöcken verschiedener Pflanzen aus der Familie der Marantaceen
gewonnen wird. Die beste Pfeilwurz liefert Maranta arundinacea; sie ist
eine bis 3 m hohe Staude mit geradem, schlankem Stengel und langen,
oval-lanzettlichen Blättern. Der fleischige Wurzelstock verzweigt sich
im Boden, seine einzelnen Glieder, „Finger” genannt, werden 25-45 cm
lang.
Die Pfeilwurz wird im tropischen Amerika, in Ostindien, Afrika und
Australien kultiviert. Besonders in Südafrika hat sich in neuerer Zeit
der Anbau sehr gehoben. Auch Westafrika, wie Liberia, Sierra Leone,
Lagos produzieren Arrowroot.
In Deutsch-Ost- und Westafrika wie auch auf den Südseeinseln sind Klima
und Boden für die Anpflanzung der Pfeilwurz oder für die weitere
Ausdehnung der Kultur geeignet. In Togo und Kamerun gibt es verschiedene
wildwachsende Cannaarten, die ebenfalls Arrowroot liefern.
Die Erzeugung und der Verbrauch an Pfeilwurz ist ein bedeutender, die
Bermudas-Inseln z. B. führen jährlich etwa 25000 kg aus, St. Vincent
22000 Faß, Natal bis zu 300000 kg, Queensland bis 15000 kg, Tahiti mit
Nachbarinseln 25000 kg. Die besten Sorten kosten im Großhandel eine Mark
das Kilo.
~Anmerkung.~ Der Name Pfeilwurz ist Übersetzung des englischen
Arrowroot, und dies ist dem indianischen Wort araruta „Wurzelmehl”
nachgebildet. Der Name „Pfeilwurz” ist also ganz irreführend.