Maniok.
Der Maniok, auch Kassada, Kassava genannt, ist ein Knollengewächs aus
der Familie der Wolfsmilchpflanzen (Euphorbiaceen). Die Maniokstaude
wird 1-2 m hoch, hat meist mehrfach verästelte, spröde, holzige Stengel,
fingerförmig geteilte oder 3lappige Blätter und rispig gestellte,
unscheinbare Blüten. Die Wurzelknollen sind denen der Georgine ähnlich,
sie stehen in Büscheln beisammen, erreichen eine Länge von 30-40 cm und
werden bis 5 kg schwer. Roh enthalten die meisten Sorten einen äußerst
giftigen Saft, sind also ungenießbar.
Die Heimat des Maniok ist Südamerika. In Brasilien werden sieben
verschiedene Arten angebaut. Von ihrem Stammlande aus hat sich die
Pflanze über einen großen Teil des tropischen Asien und auch nach Afrika
verbreitet, nach letzterem Erdteil wahrscheinlich durch die
Kolonisationstätigkeit der Portugiesen im 16. und 17. Jahrhundert.
Der Maniok ist mit geringem Boden zufrieden, verlangt nur wenige, fast
gar keine Pflege und wird deshalb überall in den Tropen gern angebaut.
Auch in unsern ost- und westafrikanischen Kolonien ist er stark
verbreitet und bildet ein wichtiges Nahrungsmittel.
Seine Verwendung ist eine mannigfaltige: durch Kochen, auch schon durch
sorgfältiges Auswaschen, wird der Giftsaft entfernt, und so kann die
Knolle in der verschiedensten Zubereitung genossen werden. In einem
großen Teil Südamerikas ersetzt sie unsere Kartoffeln. Auch backt man
aus ihnen Brot oder Kuchen oder genießt das Mehl in Wasser verrührt. Vor
allem liefern aber die Wurzeln eine ausgezeichnete Stärke, die von
Amerika und besonders von Hinterasien aus als ein wertvolles Produkt
unter dem Namen Tapiokamehl, Manioksago, Brasilianisches Arrowroot auf
den Weltmarkt kommt.
Unsere Kolonien produzieren Maniok fast nur für den Eigenbedarf, weil
von seiten der Europäer bis jetzt keine Nachfrage nach diesem Artikel
besteht. Togo hat immerhin im Jahre 1906 schon 250000 kg im Werte von
fast 22000 Mk. ausgeführt.