Die Erzherzogin hatte eine wunderschöne, hohe und gerade Gestalt,
Aber ihr Gesicht, wie war das schon enttäuscht, schüchtern und alt.
Und der dicke Herr, der sie mit wehmütiger Verbeugung empfing,
War so aufgeregt, daß ihm manche Träne in den Wimpern hing.
Die beiden schauten vorbei, und konnten einander nicht ins Auge sehn.
Nein! Als wären sie Kinder, die vor Erwachsenen stehn.
Die hohe Frau sagte etwas auf, wie einen Geburtstagswunsch, so leise
und verzagt.
Und er antwortete darauf, als würde er in der Schule Vokabeln gefragt.
Und während sie manches sprach, was dachte sie?
Gott, Gott, Gott! Wie gemütlich ist doch abends meine Bridgepartie.
Und er dachte traurig und gebückt, daß er sogar einmal Hoheit zu sagen
vergaß,
Wie schön sichs sommermittags in Hemdärmeln bei Tische saß.
Da wußten sie, daß sie einander müßten quälen und erkannten ihr böses
Los,
Und in diesen beiden Seelen wurde echte Demut groß.
Und als der Empfang zu Ende, sagte ich mir: Gott sei Dank,
Daß es zu keinem Skandal kam und das Paar nicht auf die Kniee sank,
Die Hände hob, abbittend Müh und Trübsal, die eins dem andern schuf,
Da doch Einanderfreudemachen schönster Menschenberuf.