Das Malheur

Als das Mädchen die Schüssel fallen ließ, blieben alle Gäste anfangs

stumm,

Nur die Hausfrau sagte etwas und drehte sich nicht um.

Das Mädchen aber stand regungslos, wie in unnatürlichen Schlaf gesenkt,

Krampfhaft die Arme zu einer rettenden Geste verrenkt.

Jedoch dem Mitleid der Gäste hatte sich scheues Erstaunen zugesellt.

Denn sie sahen plötzlich Eine mitten in ein Schicksal gestellt.

Kamen schon die Stubenmädchen mit Tüchern und

Besen, der Diener und selbst der Herr vom Haus.

Sie aber ging ganz wunderschön von Kindheit und Heimweh hinaus.

In der Küche setzte sie sich auf die Kohlenkiste, legte die Hände in

den Schoß

Und weinte vielfach, in allen Lagen, nach aller Kunst, voll Genuß, laut

und grenzenlos.

Als man dann spät und geräuschvoll Abschied nahm,

War sie es, die wie aus Ehrfurcht das reichste Trinkgeld bekam.

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte · 第 7 / 80 题