5. Heidelbeerlieder.

Bei der Rückkehr vom Sammeln der „Schwarzbeeren“ sind folgende Liedchen

gebräuchlich. Vergl. 640 und +Simrock+, Kinderbuch, Nr. 646.

865. Toppe, Toppe, Bäre!

Ich hatt men Topp vull Bäre;

Ich hob’n wieder ausgefrass’n,

Ho men Voter und Mutter vergass’n.

Mei Voter nimmt dee Ufengobel

Und schlät[50] mich uff’n Freßschnobel.

Au weh, Auh weh, mei Bärschnobel!

866. Men Topp ho’ ich zerbrochen,

Aus wos soll mer kochen?

„Aus den Ufentupp, aus den Ufentupp.“

Der Ufentupp hot a ee Loch.

Hoho!

867. Rolle, rolle, rolle!

Mer hob’n Olle volle,[51]

Bis d’r Hinnre[52] nett.

Hot Moos in Topp,

Hot Werg in Kopp.

Aho!

868. Juck, juck jere!

Mei Topp is voller Beere,

Wer sin’n[53] Topp nicht volle hat

Is ene faule Mähre.

Kommt Alle ’raus,

Macht Haufen drauf,

Wie ä Wachtelhaus.[54]

869. Roll, roll, roll!

Mei Topp is voll,

Mei Bauch is leer,

Mei Kopf is schwer,

Heuer sein viel schwarze Beer.

870. Horei, Stallerei!

Zie’hn die faulen Beerleute ei.

Hab’n Alle voll

Bis der Letzte net;

Macht Alle nei,

Daß’s voller werd.

Ein’ Haufen d’rauf,

Wie’s G’loserhaus, kischki!

[50] +schlät+, schlägt.

[51] +volle+, voll.

[52] +Hinnre+, der Hintere, der zuletzt Stehende.

[53] +sin’n+, seinen.

[54] +Wachtelhaus+, Käfig einer Wachtel.

Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges: Ein Beitrag zur Kenntnis des Volksglaubens und Volkslebens im Königreich Sachsen · 第 48 / 54 题