FOOTNOTES

1 Sei insbesondere auf die Darstellung verwiesen, welche Maxwell in

seinem Treatise on Electricity and Magnetisme (Cambridge 1873)

gegeben hat. Dieselbe entspricht, was anschauungsmässige Behandlung

angeht, genau den Gesichtspuncten, die auch ich im Texte verfolge.

2 Man vergl. den grundlegenden Aufsatz von Kirchhoff im 64. Bande von

Poggendorff’s Annalen: Ueber den Durchgang eines elektrischen

Stromes durch eine Ebene (1845).

3 Die Behauptungen des Textes hängen, wie man weiss, auf das Engste

mit der Theorie der sogenannten Doppelbelegungen zusammen, wegen

deren man Helmholtz in Poggendorffs Annalen Bd. 89, p. 224 ff.

(Ueber einige Gesetze der Vertheilung elektrischer Ströme in

körperlichen Leitern, 1853) sowie C. Neumann in dessen Buche:

Untersuchungen über das Logarithmische und Newton’sche Potential

(Leipzig, Teubner, 1877) vergleichen mag.

4 Nach dem Vorgänge von C. Neumann, Vorlesungen über Riemann’s Theorie

der Abel’schen Integrale, Leipzig, 1865.--Die Einführung der

Kugelfläche läuft sozusagen der Ersetzung von _z_ durch das

Verhältniss [formula] _zweier_ Variabler parallel, wodurch, wie man

weiss, die Behandlung unendlich grosser Werthe von _z_ auch _formal_

unter die der endlichen Werthe subsumirt wird.

5 Unter [formula], [formula], [formula] rechtwinklige Coordinaten

verstanden, sei die Gleichung der Kugel [formula]. Projectionspunct

sei [formula], [formula], [formula], Projectionsebene

([formula]-Ebene) die gegenüberliegende Tangentialebene (die

[formula]-Ebene). Dann folgt:

[formula]

Bezeichnet man mit [formula] das Bogenelement der Ebene, mit

[formula] das entsprechende Bogenelement der Kugel, so kommt:

[formula]

eine Formel, welche für das Folgende insofern besonders wichtig ist,

als sie die Abbildung als eine _conforme_ charakterisirt.

6 Man vergleiche hierzu und zu den folgenden Entwickelungen: Beltrami,

Delle variabili complesse sopra una superficie qualunque; Annali di

Matematica, ser. 2, t. I, p. 329 ff.--Die besondere Bemerkung, dass

Oberflächenpotentiale bei conformer Abbildung ebensolche bleiben,

findet sich in den in der Vorrede citirten Schriften von C. Neumann,

Kirchhoff und Töpler, dann auch z. B. bei Haton de la Goupillière:

Méthodes de transformation en Géométrie et en Physique Mathématique,

Journal de l’Ecole Polytechnique, t. XXV, 1867 (p. 169 ff.).

7 Es ist übrigens nicht schwer, sich auch ohne alle Formel von der

Richtigkeit jener Behauptung Rechenschaft zu geben; man sehe die

wiederholt citirten Arbeiten von C. Neumann und Töpler.

8 Ein besonders übersichtliches Beispiel von doch nicht zu elementarem

Charakter gibt die _Ikosaedergleichwng_ (siehe Mathematische

Annalen, Bd. XII, p. 502 ff.). Dieselbe lautet, wie man weiss:

[formula]

ist also (für _z_) eine Gleichung vom sechszigsten Grade. Die

Unendlichkeitspunkte von _w_ fallen zu je 5 in 12 Punkte zusammen,

welche die Ecken eines Ikosaeders sind, das der Kugel, auf welcher

wir _z_ deuten, einbeschrieben ist. Den 20 Seitenflächen dieses

Ikosaeders entsprechend zerlegt sich die Kugel in 20 gleichseitige

sphärische Dreiecke. Die Mittelpunkte dieser Dreiecke sind durch

[formula] gegeben und stellen ebensoviele Kreuzungspuncte von der

Multiplicität Zwei für die Function _w_ dar. Hiernach kennt man

(unter Einrechnung der Unendlichkeitspuncte) von den [formula]

Kreuzungspuncten bereits [formula]. Die 30 noch fehlenden werden

durch die Halbirungspuncte der 30 Kanten, die jenen 20 sphärischen

Dreiecken angehören, geliefert.

[Illustration: Fig. 13.]

Fig. 13.

Die beistehende Figur repräsentirt in schematischer Weise eines

jener 20 Dreiecke und auf ihm den Verlauf der Strömungscurven; auf

den 19 übrigen Dreiecken ist die Sache genau ebenso.

9 Die in diesem Paragraphen gegebene Darstellung weicht von der durch

Riemann selbst gegebenen zumal dadurch ab, dass Flächen mit

Randcurven vorab überhaupt nicht in Betracht gezogen werden und also

statt der Querschnitte, die von einem Randpuncte zu einem zweiten

laufen, sogenannte _Rückkehrschnitte_ zur Verwendung gelangen (vgl.

C. Neumann, Vorlesungen über Riemann’s Theorie der Abel’schen

Integrale, p. 291 ff.).

10 Es ist immer nur an Umformung durch _stetige_ Functionen gedacht.

Ueberdies sollen bei den willkürlichen Flächen des Textes bis auf

Weiteres gewisse besondere Vorkommnisse ausgeschlossen sein. Es ist

am Besten, sich dieselben ohne alle singuläre Puncte zu denken; erst

später kommen Verzweigungspuncte und damit Selbstdurchsetzungen der

Fläche in Betracht (§. 13). Die Flächen dürfen jedenfalls keine

_Doppelflächen_ sein, bei denen man von einer Flächenseite durch

continuirliches Fortschreiten auf der Fläche zur anderen

Flächenseite gelangen kann; man vergleiche indess §. 23. Ueberdiess

wird vorausgesetzt--wie man es immer thut, wenn man sich eine

geschlossene Fläche als _fertig_ gegeben denkt--dass die Fläche

durch eine _endliche_ Zahl von Schnitten in einfach zusammenhängende

Theile zerlegt werden kann.

11 Damit soll keineswegs gesagt sein, dass diese Art geometrischer

Evidenz nicht noch der näheren Untersuchung bedürftig sei. Man

vergleiche die Erläuterungen von G. Cantor in Borchardt’s Journal,

Bd. 84, p. 242 ff. Es bleiben inzwischen diese Untersuchungen von

den Darlegungen des Textes ausgeschlossen, da es für letztere

Princip ist, auf anschauungsmässige Verhältnisse als letzte

Begründung zu recurriren.

12 Man sehe C. Jordan: Sur la déformation des surfaces in Liouville’s

Journal, ser. 2, Bd. 11 (1866). Einige Puncte, die mir besonderer

Aufklärung zu bedürfen schienen, sind in den mathematischen Annalen,

Bd. VII, p. 529, und Bd. IX, p. 476, besprochen.

13 Die Definition dieser Unendlichkeitspuncte bezog sich zunächst nur

auf die Ebene, bez. die Kugel. Aber es ist wohl klar, wie dieselbe

auf beliebige krumme Flächen zu übertragen ist: die

Verallgemeinerung ist so zu treffen, dass wir auf die alten

Unendlichkeitspuncte zurückkommen, wenn wir die Fläche und die

stationären Strömungen auf ihr durch conforme Abbildung auf die

Ebene übertragen.--In dieser Beschränkung hinsichtlich der Art der

Unendlichkeitspuncte liegt auch, wie ich hier nicht ausführen kann,

dass nur eine _endliche_ Zahl von Unendlichkeitspuncten bei unseren

Strömungen möglich ist. Desgleichen folgt aus unseren Prämissen, wie

beiläufig hervorgehoben sei, dass von Kreuzungspuncten bei unseren

Strömungen jedenfalls auch nur eine endliche Zahl auftritt.

14 Ueber die Periodicität des imaginären Theil’s der Function soll

hiermit keinerlei Verfügung getroffen sein. In der That ist _v_ bei

gegebenem _u_ durch die Differentialgleichungen (1) der pag. 1 bis

auf eine additive Constante vollständig bestimmt und es unterliegen

also die Periodicitätsmoduln, welche _v_ an den Querschnitten

[formula], [formula] besitzen mag, keinerlei willkürlicher

Festsetzung.

15 Einen anderen Beweis siehe bei C. Jordan: Des contours tracés sur

les surfaces, in Liouville’s Journal, ser. 2, Bd. 11 (1866).

Ueber Riemann's Theorie der Algebraischen Functionen · 第 9 / 11 题