immaturi#, #Cortex Aurantii fruct.# (Pharm. germ., austr., helv.),
#Oleum Aurantii florum# und #Folia Aurantii# (Pharm. austr.,
helv.), #Oleum Aurantii Pericarpii# (Pharm. austr.). -- _Citrus
limonum_: #Cortex Citri fructus# und #Oleum Citri# (Pharm. germ.,
austr., helv.). -- _Citrus Bergamia_: #Oleum Bergamottae# (Pharm.
helv.). -- _Ruta graveolens_: #Herba Rutae# (Pharm. helv.).
-- _Pilocarpus pennatifolius_ und _P. Jaborandi_, baumförmige
Sträucher des östlichen Brasiliens mit großen, unpaarig gefiederten
Blättern: #Folia Jaborandi# und #Pilocarpinum# (Pharm. germ.,
austr., helv.).
Wichtige #offizinelle# Pflanzen enthalten die 6. Familie der
_Simarubaceae_, nämlich _Quassia amara_ (Fig. 731), Surinam, und
_Picrasma excelsa_, westindische Inseln, die Bitterholz liefern:
#Lignum Quassiae# (Pharm. germ., austr., helv.), außerdem #Cortex
Simarubae# Wurzelrinde von _Simaruba amara_ (Pharm. germ.), und die
7. Familie +_Burseraceae_+, die #offizinelle# Harze ausscheidende
Pflanzen umfaßt: _Commiphora abyssinica_ und _C. Schimperi_,
arabisch-ostafrikanische Bäumchen, geben #Myrrha# (Pharm. germ.,
austr., helv.), _Boswellia Carteri_ und _B. Bhau dajianae_,
Bäumchen derselben Heimat wie die _Commiphora_-Arten, liefern
#Olibanum#, #Weihrauch# (Pharm. austr.). _Canarium_-Arten der
Philippinen endlich #Elemi# (Pharm. austr., helv.).
Zwei seitliche kronblattähnliche Kelchblätter sind das beste
Kennzeichen der 8. Familie +_Polygalaceae_+, daneben das
kahnförmige untere Kronblatt und die röhrig verwachsenen
acht Staubblätter. (Fig. 732, 733, 734) K5, C3, A(8), G(̲2).
#Einheimische# Arten sind: _Polygala vulgaris_ und _P. amara_,
auf Wiesen häufig; _P. Chamaebuxus_, kleiner Halbstrauch der
Alpen. #Offizinell#: _Polygala Senega_, Nordamerika, liefert #Rad.
Senegae# (Pharm. germ., austr., helv.).
9. Familie der +_Sapindaceae_+. Meist in tropischen Gebieten
heimische Pflanzen. #Offizinell#: #Guarana# (Pharm. austr.,
helv.) aus dem zerquetschten Samen von _Paullinia cupana_,
einer Liana Brasiliens. Ebenso sind die Vertreter der 10.
Familie +_Anacardiaceae_+ meist Tropenbewohner wie _Mangifera
indica_. _Rhus toxicodendron_, der Giftstrauch Nordamerikas und
die _Pistacia_-Arten gehören hierher. #Offizinell#: #Mastix#
(Pharm. austr.) von _Pistacia Lentiscus_. Zur 11. Familie, den
+_Aquifoliaceae_+, gehören die _Ilex_-Arten: (Fig. 735) _Ilex
aquifolium_ die einheimische sog. Stechpalme, _I. paraguariensis_,
die Matepflanze, die den #Paraguaytee# liefert. Endlich als 12.
Familie sind die +_Aceraceae_+ zu nennen, denen die Ahorn-Arten
angehören mit den charakteristischen geflügelten Spaltfrüchten
(Fig. 736), und 13. Familie die +_Hippocastanaceae_+ mit der
Roßkastanie _Aesculus hippocastanum_.
21. Ordnung. Frangulinae.
Die Ordnung wird charakterisiert durch nur #einen# Staubblattkreis
#vor# den Kronblättern und einen intrastaminalen Diskus.
Die einzige einheimische Gattung der sonst in den Tropen verbreiteten
1. Familie _+Rhamnaceae+_ ist _Rhamnus_. ~_Rh. Frangula_,
#Faulbaum# (Fig. 737 _B_, 738, 739), ist ein in Wäldern und an
Wegen häufiger Strauch mit wechselständigen ganzrandigen Blättern
und kleinen Nebenblättchen, dessen Blüten in Gruppen oder einzeln
blattachselständig stehen und bis auf das Gynäceum fünfzählig sind; die
schüsselförmige Blütenachse wird als Diskus ausgebildet. Zwei bis drei
Fruchtblätter mit ungeteilter Narbe liefern Steinfrüchte mit ebensoviel
Samen. _Rh. cathartica_, #Kreuzdorn#, ist die zweite einheimische Art.
Die Zweige sind meist dornig mit gegenständigen gesägten Blättern. Die
durchweg vierzähligen Blüten (Fig. 737 _A_) werden durch Fehlschlagen
diözisch; weibliche enthalten vier freie Griffel und bringen viersamige
Steinfrüchte, die Samen mit dorsaler Raphe. _Colletia spinosa_ und
_C. cruciata_ sind xerophile, blattlose Sträucher Südamerikas.
#Offizinell#: #Cortex Frangulae# (Pharm. germ., austr., helv.) von
_Rh. Frangula_. #Cortex Rhamni Purshianae# (Pharm. austr., helv.) =
#Cascara sagrada# von _Rh. Purshiana_ aus Nordamerika. #Syrupus Rhamni
catharticae# (Pharm. germ.) von _Rh. cathartica_.~
Die nordhemisphärischen Gattungen _Vitis_, _Ampelopsis_,
_Parthenocissus_ und die tropische Gattung _Cissus_ gehören zur
2. Familie +_Vitaceae_+ (Fig. 740, 741). _Vitis vinifera_, die
Weinrebe, ist als alte Kulturpflanze in zahlreichen Rassen und
Varietäten verbreitet. Die Blätter sind handförmig gelappt, die
blattgegenständigen Rankensprosse sind ursprünglich endständig,
aber durch einen Achselsproß zur Seite gedrängt. Oft stehen die
rispigen Blütenstände an Stelle von Ranken, und Zwischenbildungen
beider sind häufig. Der Kelch ist nur in Form eines kurzen Randes
vorhanden, und die am Scheitel verwachsene fünfzählige Krone wird
beim Öffnen der Blüten abgeworfen. #Korinthen# sind die samenlosen
Früchte der _Vitis vinifera_ var. _apyrena_. Die in Nordamerika und
Asien verbreiteten _Parthenocissus_-Arten, #wilder Wein#, haben
geteilte Blätter und klettern zum Teil mit Haftscheiben tragenden
Ranken (Fig. 208). #Offizinell#: #Vinum# (Pharm. germ., austr.,
helv.).
[Illustration: Fig. 737. Blütendiagramme. _A_ Von Rhamnus cathartica
(hermaphrodit gedacht). _B_ Von Rh. Frangula. Nach A. W. EICHLER.]
[Illustration: Fig. 738. Rhamnus Frangula. ½ nat Gr. Blühender Zweig
und Zweigstückchen mit Früchten.]
[Illustration: Fig. 739. Rhamnus Frangula. Blüte längsdurchschnitten.
_a_ Blütenbecher, _b_ Kelch, _c_ Kronblatt, _d_ Staubblätter, _e_
Fruchtknoten, Vergr. Nach BERG und SCHMIDT.]
[Illustration: Fig. 740. Vitis vinifera. Öffnung der Blüte. _a_ Kelch,
_b_ Krone, _c_ Diskus, _d_ Staubblätter, _e_ Fruchtknoten. Vergr. Nach
BERG und SCHMIDT.]
[Illustration: Fig. 741. Blütendiagramm von Ampelopsis hederacea. Nach
A. W. EICHLER.]
[Die im Vorhergehenden gegebene Reihenfolge ist im wesentlichen
derjenigen des sero-diagnostischen Stammbaumes gefolgt; daß die
Aquifoliaceen zu den Sapindaceen gestellt sind, ist wohl eine kleine
Vereinfachung für die Aufzählung der Familien. Nun sollen auch die
Ericaceen in diesen Zweig eingegliedert werden. Wenn es auch seit
langem klar war, daß sie nicht zu den typischen Sympetalen gehören, so
hätte man nach morphologischen Gesichtspunkten eine Anreihung an die
Guttiferen oder die Ternstroemiaceen erwarten können, wohin teilweise
Sympetalie, apikale Poren der Antheren und Eigentümlichkeiten im Bau
der Fruchtknoten zu weisen scheinen. Somit reihe ich die Ericaceen nur
mit allem Vorbehalt vorläufig als letztes Glied dem Columniferenaste
ein.]
22. Ordnung. Ericinae
mit der Familie der _Ericaceae_. Es sind hier immergrüne,
kleinblättrige, häufig nadelförmig belaubte Sträucher oder
Halbsträucher vereinigt, deren Blüten Antheren besitzen, die einmal
durch ein „Exothecium“ (S. 470) ausgezeichnet sind, die sich
andererseits in Poren oder Spalten öffnen und hornförmig abstehende
Anhänge tragen, daher auch wohl Bicornes genannt werden.
Fünfzählige Blüten in allen fünf Kreisen tragen die
Rhododendron-Arten, die Alpenrosen, deren wir drei einheimische
Arten besitzen. Ebenso sind die Blüten des Porst, _Ledum
palustre_, und der Gattung _Andromeda_ fünfblättrig, und alle
genannten besitzen einen oberständigen Fruchtknoten, der zu einer
Kapselfrucht wird. Ebenso verhält sich _Arctostaphylos uva ursi_
(Fig. 742), mit dem einzigen Unterschiede, daß hier Steinfrüchte
entstehen. Fünfzählige Blüten mit unterständigem Fruchtknoten
finden wir bei mehreren Beerensträuchern aus der Gattung
_Vaccinium_ (Fig. 743): der Heidelbeere, _Vaccinium Myrtillus_,
und Preißelbeere, _V. Vitis idaea_, welche dementsprechend die
Reste des Kelches auf jeder Beere tragen. -- Eine Reduktion der
Gliederzahlen auf vier findet sich in der Gattung _Erica_, die
besonders im trockenen Mittelmeer- und Kapgebiet verbreitet ist;
dabei hat _Erica_ oberständigen Fruchtknoten. Verbreitet ist bei
uns außer _Erica Tetralix_ besonders das nahe verwandte Heidekraut,
_Calluna vulgaris_[491], von _Erica_ durch den die Krone
überragenden Kelch unterschieden.
[Illustration: Fig. 742. Arctostaphylos uva ursi. _1_ Blühender
Zweig. _2_ Blüte im Längsschnitt. _3_ Pollentetrade. _4_ Frucht. _5_
Fruchtquerschnitt. _2-5_ vergr. Nach BERG und SCHMIDT. -- #Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 743. Diagramm von Vaccinium (Ericaceae). Nach F.
NOLL.]
#Offizinell# sind #Folia uvae ursi# (Pharm. germ., austr., helv.) von
_Arctostaphylos uva ursi_ und #Fructus Myrtilli# (Pharm. austr., helv.)
von _Vaccinium Myrtillus_.
_B. Sympetalae._
Das einzige den Sympetalen gemeinsame Merkmal ist die
verwachsenblättrige Krone. Die Mehrzahl der nach Ausschluß der
Primulinae und Ericinae verbliebenen Sympetalen haben nur einen
Staubblattkreis, da der innere Kreis ausgefallen ist. Sie werden daher
als Tetracyclicae bezeichnet. Nur die einzige Ordnung der Diospyrinae
besitzt auch diesen inneren Staubblattkreis, sie werden daher als
Pentacyclicae jenen Vierkreisigen gegenübergestellt.
[Illustration: Stammbaum der Sympetalen nach den sero-diagnostischen
Untersuchungen von W. ALEXNAT.]
Die +1. Ordnung+ der +Diospyrinae+,
zu der die tropischen Familien der _Ebenaceae_, _Sapotaceae_ und
_Styracaceae_ zu zählen sind, ist von Bedeutung wegen der den
_Sapotaceen_ angehörigen _Palaquium_- (Fig. 744) und _Payena_-Arten
des Malayischen Archipels, welche #Guttapercha# (Pharm. germ.)
liefern; _Mimusops_-Arten (Sapotaceae) geben einen ähnlichen
Körper, #Balata#, und von den _Styracaceen_ leitet man das
#Benzoëharz# (Pharm. germ., austr., helv.) ab, doch ist seine
Herkunft von _Styrax Benzoin_ zweifelhaft geworden.
[Illustration: Fig. 744. Palaquium Gutta. ½ nat. Gr. Nach A. MEYER
und SCHUMANN. -- #Offizinell#.]
B. Tetracyclicae.
1. #Fruchtknoten oberständig.#
Die _Tetracyclicae_ haben also nur vier regelmäßig miteinander
alternierende Blütenwirtel aufzuweisen. Sie lassen sich nach der
Stellung des Fruchtknotens in zwei Gruppen von Ordnungen zerlegen,
entweder ist der Fruchtknoten oberständig, hierher gehören die
Ordnungen der Contortae, Tubiflorae und Personatae. Alle diese
Ordnungen stimmen auch darin überein, daß der Fruchtknoten aus #zwei#
Fruchtblättern besteht. Die Ordnungen mit unterständigem Fruchtknoten
sind die Rubiinae und die den Rubiinae nahestehenden Dipsacaceae, die
von den Synandrae (Campanulaceae-Compositae) getrennt werden. Diese
bleiben in der Hauptreihe; die mit den Rubiinae endende Abzweigung
setzt ebenso wie die einzige pentazyklische Ordnung der Diospyrinae
an die Cucurbitaceae als Abzweigung an. Die Zahl der durchweg
unterständigen Fruchtblätter ist bei der Mehrzahl der Rubiinae zwei,
Cucurbitaceae, Cuprifoliaceae und Valerianaceae besitzen drei, die
Campanulaceae zwei oder fünf und Dipsacaceae und Compositae nur #ein#
Fruchtblatt.
Nachdem so einzelne gemeinsame Merkmale herausgefunden sind, sollen die
Ordnungen nach ihren Familien besprochen werden.
[Illustration: Fig. 745. Oleaceae. Diagramm (Syringa). Nach F. NOLL.]
[Illustration: Fig. 746. Olea europaea mit Früchten. ½ nat. Gr. --
#Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 747. Olea europaea. _A_ Ausgebreitete Krone. _B_
Kelch und Fruchtknoten im Längsschnitt. Vergr. Nach ENGLER-PRANTL.]
[Illustration: Fig. 748. Olea europaea. Steinfrucht.]
Die +2. Ordnung, Contortae+,
umfaßt Pflanzen mit dekussierten, meist einfachen Blättern, durchweg
strahligen Blüten, deren Krone in der Knospenlage häufig gedreht und
deren Andröceum der Krone angewachsen ist.
Die 1. Familie der _+Oleaceen+_ ist an der Zweizahl des Andröceums
leicht zu erkennen; die Krone ist meist vierzipfelig, wie das
Diagramm von _Syringa_ zeigt (Fig. 745). Neben _Ligustrum_,
_Jasminum_, _Forsythia_ und _Syringa_ ist _Olea europaea_,
der Ölbaum oder die Olive, die wichtigste Pflanze der Familie
(Fig. 746). Im Mittelmeergebiete heimisch, wird sie hier auch
vorzugsweise kultiviert. Blüten und Früchte entsprechen dem
Familientypus (Fig. 747). Die Steinfrucht enthält sowohl im
Fruchtfleisch wie im Endosperm des Samens fettes Öl (Fig. 748).
Vom Familientypus weicht durch gefiederte Blätter die Esche,
_Fraxinus_, ab. _Fraxinus excelsior_ mit anemophilen Blüten blüht
vor der Belaubung, _Fr. Ornus_, die in Sizilien zur Mannagewinnung
kultivierte Bergesche oder Mannaesche, hat ansehnliche
gipfelständige Infloreszenzen, deren Einzelblüten doppeltes
Perianth mit tiefgespaltener weißer Krone besitzen. Es sind neben
Zwitterblüten (Fig. 749) rein weibliche schwarze Blüten vorhanden;
die Pflanze ist polygam.
[Illustration: Fig. 749. Fraxinus Ornus. Einzelblüte und Frucht. --
#Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 750. Strychnos nux vomica. ½ nat. Gr. Frucht und
Samen, Querschnitte durch beide. -- #Offizinell# und #giftig#.]
[Illustration: Fig. 751. Gentiana lutea. _a_ und _b_ Blütenknospe mit
Kelch (_a_) und der gedrehten Krone (_b_). Nat. Gr. _c_ Fruchtknoten im
Querschnitte, vergr. Nach BERG und SCHMIDT. -- #Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 752. Vinca minor. ⅔ nat. Gr.]
#Offizinell# ist #Oleum Olivarum# (Pharm. germ., austr., helv.) von
der Olive und #Manna# (ibidem) von der Mannaesche.
Die 2. kleine Familie der _Contortae_, die _+Loganiaceae+_[492],
ist nur wegen der wichtigen Gift- und offizinellen Pflanze
_Strychnos nux vomica_ (Fig. 750) zu erwähnen, die auch das
Pfeilgift der Malayen liefert; aus anderen _Strychnos_-Arten wird
das Curare Südamerikas gewonnen; ruminiertes Endosperm bei Spigelia.
#Offizinell#: #Semen Strychni# (Pharm. germ., austr., helv.) und
#Radix Gelsemii# (Pharm. germ., austr., helv.) von _Gelsemium
nitidum_.
Wichtiger ist die 3. Familie der Ordnung, die +_Gentianaceae_+,
durch einfächerigen Fruchtknoten kenntlich, mit deutlich
gedrehter Krone in der Knospe (Fig. 751). Einheimisch ist die
Gattung _Gentiana_ mit zahlreichen Arten, deren lebhaft, meist
blau gefärbte große Blüten ein Schmuck der Alpenwiesen sind.
Der umstrittene Saisondimorphismus soll durch Entwicklung nahe
verwandter Formen, deren eine vor dem ersten Wiesenschnitt blüht
und fruchtet, während die andere ihre Blütezeit nach dem Schnitt
hat, an _Gentiana_-Arten[493] gute Bestätigung finden.
[Illustration: Fig. 753. Nerium Oleander. ½ nat. Gr. -- #Giftig#.]
[Illustration: Fig. 754. Strophanthus hispidus. ½ nat. Gr. Nach E. GILG
kombiniert mit MEYER und SCHUMANN. Fruchtknoten im Längsschnitt 10/1,
Frucht ca. 1/7, Samen ⅓ nat. Gr. Nach SCHUMANN in ENGLER-PRANTL. --
#Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 755. Asclepias curassavica. _A_ Blüte, _an_
Andröceum. Vergr. 4. _B_ Kelch und Gynäceum, _fn_ Fruchtknoten, _k_
Klemmkörperchen. Vergr. 6. _C_ Zwei Pollinien. Stärker vergr. Nach H.
BAILLON.]
[Illustration: Fig. 756. Vincetoxicum officinale. ½ nat. Gr. --
#Giftig.# Nach H. SCHENCK.]
_Erythraea_, #Tausendgüldenkraut#, _Menyanthes_, #Bitterklee#,
_Limnanthemum_, eine westdeutsche Wasserpflanze mit
Schwimmblättern, sind bekannte Gentianaceen.
#Offizinell#: #Radix Gentianae# (Pharm. germ., austr., helv.)
von _G. lutea_, _pannonica_, _punctata_, _purpurea_, den größten
_Gentiana_-Arten unserer Gebirge, #Herba Centaurii# (ibidem) von
_Erythraea Centaurium_ und #Folia Trifolii fibrini# (ibidem) von
_Menyanthes trifoliata_.
Die 4. Familie der _+Apocynaceae+_, hauptsächlich in den Tropen
verbreitet, umfaßt nur immergrüne Pflanzen mit Milchsaft. Die beiden
#Fruchtblätter sind unterwärts frei, oben hält der gemeinsame
Griffel sie mit ringförmiger Narbe# zusammen; so streben sie nach
der Befruchtung auseinander und bilden zwei große Balgfrüchte mit
zahlreichen, meist durch Besitz eines Haarschopfes ausgezeichneten
Samen (Fig. 754).
Einheimisch ist nur _Vinca minor_, das kleine Immergrün der Wälder
in West- und Süddeutschland (Fig. 752). Im Mittelmeergebiet
heimisch, bei uns vielfach in Kultur, ist der giftige Oleander,
_Nerium Oleander_ (Fig. 753). _Cerbera Odollam_ (Fig. 590),
Schwimmfrucht der Mangrove, ist eine Apocynacee.
#Offizinell ist Semen Strophanti# (Fig. 754)[494] von der
afrikanischen Liane _Str. Kombé_ (Pharm. germ., austr., helv.),
#Kautschuk#[495] (Pharm. germ.) von _Kickxia elastica_,
_Landolphia_-Arten, _Carpodinus_-Arten, alle im tropischen Afrika
beheimatet, ferner von dem brasilianischen Baum _Hancornia
speciosa_ und der malayischen Lianengattung _Willoughbeia_;
#Guttapercha# (Pharm. germ.) von _Tabernaemontana Donnell Smithii_
(Mittelamerika) und endlich #Cortex Quebracho# von _Aspidosperma
Quebracho_ (Pharm. helv.).
Die 5. Familie der +_Asclepiadaceae_+ gleicht in allen Punkten der
vorigen, besitzt aber #freie, nur durch die prismatische# (Fig. 755)
#Narbe zusammengehaltene Fruchtblätter#. Ihre Staubblätter sind an
der Basis vereinigt und tragen dorsale nektarführende Anhängsel,
welche eine Nebenkrone bilden. Die Pollenmassen bleiben fachweise zu
Pollinien verklebt, deren Stiele an drüsigen Schwellungen des kantigen
Narbenkopfes, den Klemmkörperchen, festsitzen. Diese alternieren mit
den Staubblättern, so daß von den an einem Klemmkörperchen hängenden
Pollinienpaaren je eines dem rechten und dem linken Nachbarstaubblatte
entstammen. Besuchende Insekten nehmen, ähnlich wie bei den
Orchidaceen, die ganzen Pollinien mit fort und übertragen sie auf
andere Blüten (Fig. 755).
Einheimisch ist nur _Vincetoxicum officinale_ (Fig. 756), eine
unscheinbare, aber giftige Staude mit kleinen weißen Blüten und
langbehaarten Samen in den Balgfrüchten. Die übrigen Asclepiadaceen
sind meist Bewohner der Tropen und Subtropen. Besondere Erwähnung
verdienen die sukkulenten _Stapelia_-, _Hoodia_-, _Trichocaulon_-
usw. Arten, kaktusähnliche (Konvergenz) Pflanzengestalten der
südafrikanischen Wüsten, und die eigenartige Kannenpflanze
des Malayischen Gebietes, _Dischidia Rafflesiana_[496] (Fig.
211), deren Kannen als Wasserkondensatoren dienen. Vielfach
kultiviert wird _Hoya carnosa_, die Wachsblume, und zahlreiche
Ceropegia-Arten mit eigenartig überdachten Blüten. #Offizinell#:
#Cortex Condurango# (Pharm. germ., austr., helv.) von _Marsdenia
Cundurango_, einer in Ecuador und Columbien heimischen Liane.
Die +3. Ordnung+ der Sympetalen sind
die _+Tubiflorae+_,
denen man Beziehungen zu den Gruinales und Rosifloren zuschreibt.
Fünfzählige, oft dorsiventrale Blüten mit zweifächerigem Fruchtknoten,
der in jedem Fache zwei durch falsche Scheidewände getrennte
Samenanlagen führt. Die normale Zahl der Staubblätter wird bei den
dorsiventralen Blüten auf vier, bisweilen auf zwei reduziert.
An den Anfang sei die strahlblütige 1. Familie der
_+Convolvulaceae+_, der #Windengewächse#, gesetzt, deren
Angehörige vielfach Schlingpflanzen sind mit wechselständigen,
pfeilförmigen Blättern und weiten trichterförmigen, in der
Knospenlage längsgefalteten Blumenkronen. Die Frucht wird zu einer
Kapsel mit aufrechten Samenanlagen. Unsere häufige Ackerwinde,
_Convolvulus arvensis_, an allen Wegrainen, in Getreidefeldern usw.
verbreitet, trägt blattachselständige langgestielte Einzelblüten.
Die großblütige Zaunwinde, _Calystegia sepium_, hat zwei große
Vorblätter unter dem Kelche. Auch die auf Weiden, Urticaceen
und sonst parasitierenden _Cuscuta_-Arten mit ihren bleichen
Stengeln und geknäuelten kleinen Blüten gehören hierher (Fig.
219). _Ipomoea_, als schönfarbige Sommerblume bekannt, liefert
das pantropische Strandgewächs _I. pes caprae_. Nahe verwandt ist
#Pharbitis# (Fig. 303, S. 282). #Offizinell# sind #Tubera Jalapae#
(Pharm. germ., austr., helv.) von _Exogonium Purga_ (Fig. 757),
ferner #Scammonium# (Pharm. helv.) von _Convolvulus Scammonia_
(Kleinasien).
[Illustration: Fig. 757. Exogonium Purga. ½ nat. Gr. Nach BERG und
SCHMIDT. -- #Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 758. Borrago officinalis. _a_ Blüte, _b_ und _c_
Frucht. Nat. Gr.]
[Illustration: Fig. 759. Blütendiagramme. _A_ Verbena officinalis. Nach
A. W. EICHLER. _B_ Lamium (Labiatae). Nach F. NOLL.]
[Illustration: Fig. 760. Galeopsis ochroleuca. _a_ Blüte, nat. Gr.,
_b_ dieselbe ohne Kelch, nat Gr., _c_ Korolle, aufgeschnitten, mit den
Staubblättern und dem Griffel, _d_ Kelch mit dem Gynäceum, _e_ Frucht,
_c_-_e_ vergr. 2. -- #Offizinell#. Nach H. SCHENCK.]
In der 2. Familie der _+Borraginaceae+_, der #Rauhblättrigen#,
sind borstig behaarte Stauden, wie das Ochsenauge _Anchusa_, die
Natternzunge _Echium_, die Wallwurz _Symphytum_, das Vergißmeinnicht
_Myosotis_ vereinigt, deren radiäre, in einzelnen Fällen bereits ein
wenig zygomorphe Blüten (_Echium_) in Wickeln oder meist Doppelwickeln
vereinigt sind. Durch die andersfarbigen Schlundschuppen und den
mittels der tief einschneidenden falschen Scheidewand in vier
einsamige Klausen zerteilten Fruchtknoten, in deren Mitte der Griffel
aufragt (Fig. 758), ist die Familie scharf charakterisiert. Deutlich
dorsiventrale Blüten mit nur vier Staubblättern und einem auf den
ebenfalls vier Samen beherbergenden Fruchtknoten (Fig. 759) endständig
aufgesetzten Griffel unterscheiden die 3. Familie der +_Verbenaceae_+,
zu der der wertvolle Teakholzbaum _Tectona grandis_ gehört; außerdem
ist der vivipare Mangrovebaum _Avicennia_[496] eine Verbenacee.
[Illustration: Fig. 761. Lavandula vera. ½ nat. Gr. -- #Offizinell#.]
[Illustration: Fig. 762. Salvia officinalis. Blühender Sproß. ½ nat.
Gr. Der Länge nach aufgeschnittene Kronröhre mit den Staubblättern.
Vergr. -- #Offizinell#.]
Wichtiger ist die 4. große Familie _+Labiatae+_, die typischen
#Lippenblütler#, die durch vierkantigen Stengel, dekussierte
Blattstellung und aromatische Drüsenhaare schon in ihren vegetativen
Organen scharf hervortreten. Die in achselständigen Dichasien oder
Doppelwickeln vereinigten Blüten sind stets dorsiventral gebaut; sie
bestehen aus verwachsenem Kelch, zweilippiger Krone, deren Oberlippe
zwei, die Unterlippe drei Zipfel besitzt. Ihre vier Staubblätter sind
ungleich lang. _Salvia_, der Salbei und _Rosmarinus_ haben deren nur
zwei. Der Fruchtknoten (Fig. 759) entspricht genau demjenigen der
Borraginaceen; in seinem Grunde liegt ein ringförmiges Nectarium.