#Offizinell#: _Pirus Malus_: #Extractum ferri pomati# (Pharm.

germ., helv.). -- _Cydonia vulgaris_ liefert #Semen Cydoniae#

(Pharm. helv.). -- _Hagenia abyssinica_: #Flores Koso# (Pharm.

germ., austr., helv.). -- _Rosa centifolia_ und _R. gallica_:

#Flores Rosae# (Pharm. germ., austr., helv.); dieselben und

andere Arten: #Ol. Rosae# (ibid.). -- _Rubus Idaeus_: #Syrupus

R. Idaei# (Pharm. germ., austr., helv.). -- _Prunus Amygdalus_:

#Amygdalae dulces# und #A. amarae#, #Oleum Amygdalarum# (Pharm.

germ., austr., helv.). -- _Pr. domestica_: #Pulpa prunorum# (Pharm.

austr.). -- _Pr. Laurocerasus_: #Aqua Laurocerasi# (Pharm. austr.,

helv.). -- _Pr. Cerasus_: #Syrupus Cerasorum# (Pharm germ.). --

_Quillaja Saponaria_: #Cortex Quillajae# (Pharm. germ., austr.).

-- _Spiraea Ulmaria_: #Flos Spiraeae# Pharm. helv.). -- _Rubus

fruticosus_: #Folium Rubi fruticosi# (Pharm. helv.). -- _Potentilla

Tormentilla_: #Rhizoma Tormentillae# (Pharm. helv.).

4. Ordnung. Leguminosae.

Das gemeinsame Kennzeichen aller Leguminosen ist in der Beschaffenheit

ihres Fruchtknotens gegeben, der die Ordnung von den sonst nahe

verwandten Rosifloren scharf unterscheidet. Er geht stets aus einem

einzigen Fruchtblatt hervor, ist einfächerig und trägt die Samenanlagen

in einer oder zwei Reihen an der nach hinten gekehrten Bauchnaht (Fig.

642, 645, 650). Meist wird die Frucht eine Hülse (Legumen), die an der

Bauchnaht und in der Rückenlinie in zwei Klappen aufspringt (wie die

Erbsen). Wechselständige, zusammengesetzte Blätter mit Nebenblättern

sind fast allen Leguminosen eigen. Sehr viele besitzen Blattgelenke

(Fig. 643), welche Variationsbewegungen ermöglichen.

Die 1. Familie _+Mimosaceae+_ enthält Bäume und aufrechte oder

kletternde Sträucher mit paarig doppeltgefiederten Blättern und

strahligen. fünf- oder vierzähligen Blüten (Fig. 642). Die Knospenlage

von Kelch und Krone ist klappig. Die freien, halb-, voll- oder meist

überzählig vorhandenen Staubblätter bedingen durch ihre bedeutende

Länge oder große Zahl die Blütenfarbe. Ihre Pollenkörner bleiben häufig

in Tetraden oder zu mehreren vereinigt. Die Blüten stehen in Ähren oder

Köpfchen zu vielen beisammen. ihre Krone ist unscheinbar, der Embryo

gerade.

[Illustration: Fig. 642. Blütendiagramme von Mimosaceen. _A_ Von Mimosa

pudica. _B_ Von Acacia lophantha. Nach A. W. EICHLER.]

[Illustration: Fig. 643. Acacia nicoyensis aus Costa Rica. _I_

Stammstück mit Dornen (_D_) und einem Blatte. Die hohlen Dornen werden

von Ameisen angebohrt und bewohnt. _L_ Eingangsöffnungen. An den

basalen Blattfiederchen die Futterkörper _F_. Auf dem Blattstiel bei

_N_ ein Nektarium. Verkleinert. _II_ Einzelnes Blattfiederchen mit dem

Futterkörper _F_, etwas vergrößert. Nach F. NOLL.]

Die in den Tropenwaldungen reich entwickelte Familie besitzt

in Europa keinen einheimischen Vertreter. _Mimosa pudica_, die

#Sinnpflanze# (Fig. 292), mit hochgradiger Empfindlichkeit gegen

Berührung, ist ein pantropisches Unkraut. Die Gattung _Acacia_ ist

in zahllosen Arten in den Tropen und Subtropen der alten und neuen

Welt verbreitet. Ihre australischen Formen sind durch den Besitz

von Phyllodien ausgezeichnet deren vertikale Stellung wesentlich

zum eigenartigen Habitus der australischen Wälder mit beiträgt

(vgl. Fig. 190). Einige amerikanische _Akazien_-Arten werden von

Ameisen bewohnt (Fig. 643), denen sie in großen Nebenblattdornen

Wohnung, in den BELTschen Körperchen[479] an den Enden der

Fiederblättchen Nahrung bieten, ohne daß ein symbiotisches

Gegenseitigkeitsverhältnis nachweisbar ist. Durch Lieferung von

Gummi und reichen Gehalt an Gerbstoffen, teils in der Rinde, teils

im Extrakt des Kernholzes, teils in den Hülsen, gewähren zahlreiche

_Acacia_-Arten einen erheblichen Nutzen.

#Offizinell#: Durch Desorganisation des Stammparenchyms liefern

_Acacia Senegal_ (Nilländer und Senegambien) und andere Arten:

#Gummi arabicum# (Pharm. germ., austr. helv.), das aus Wunden

als dicke Flüssigkeit herausfließt und erhärtet. -- #Catechu#

(Pharm. germ., austr., helv.) ist ein Dekokt aus dem Kernholze der

ostindischen _Acacia Catechu_ (Fig. 644) und _Ac. Suma_.

Die 2. Familie _+Caesalpiniaceae+_ umfaßt Bäume oder Sträucher mit

einfach oder doppelt paarig gefiederten Blättern. Ihre Blüten sind

meist etwas dorsiventral mit dachig #aufsteigender# Knospendeckung der

Krone, deren Blattzahl ebenso wie die der freien Staubblätter häufig

unvollzählig ist (Fig. 645). Typisch: K5, C5, A5 + 5, G̱1. Auch hier

ist der Embryo gerade. ~In den Tropen und Subtropen ist die Familie

reich ausgebildet.~

[Illustration: Fig. 644. Acacia Catechu. ⅔ nat. Gr. Nach A. MEYER und

SCHUMANN. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 645. Blütendiagramme von Caesalpiniaceen. _A_

Cercis siliquastrum. _B_ Tamarindus indica. Nach A. W. EICHLER.]

Bei _Cassia angustifolia_ sind Kelch und Kronblätter frei und in

Fünfzahl vorhanden (Fig. 646), die unteren deckenden Kronblätter

etwas größer als die oberen. Von zehn Staubblättern sind die drei

oberen kurz und unfruchtbar, sieben nach unten bogig gestreckte

nehmen von oben nach unten an Länge zu. Ihre Antheren öffnen

sich mit endständigen Poren. Der Fruchtknoten ist eine breite

und flach zusammengedrückte Hülse. Derartige Blüten stehen in

blattachselständigen Trauben beisammen an dem etwa meterhohen, mit

lebhaft grünen, paarig gefiederten Blättern besetzten Strauche.

Am Grunde des Blattstieles stehen zwei kleine Nebenblättchen.

_Tamarindus indica_ (Fig. 647), ein schöner Baum des tropischen

Afrika, wird in den gesamten Tropen jetzt vielfach angepflanzt.

Mit einfach paarig gefiederten Blättchen besetzte Seitenzweige

bringen die Blütentrauben endständig. Aus den stark dorsiventralen

Einzelblüten geht eine vom Typus abweichende Frucht hervor. Ihre

Wandung differenziert sich in ein äußeres brüchiges Exokarp, ein

fleischiges musartiges Mesokarp _M_ und ein festes, die einzelnen

mehr oder minder zahlreichen Samen umhüllendes, aus Steinzellen

bestehendes Endokarp (Fig. 648). Kaum merklich dorsiventral

sind die kronblattlosen Blüten von _Copaifera_, in denen auf

4 Kelchblätter sogleich 8-10 freie Staubblätter folgen. Die

einsamige Frucht öffnet sich bei der Reife. Ein fleischiger,

unregelmäßig begrenzter Arillus umhüllt den Samen einseitig.

Einheimische Caesalpiniaceae fehlen; der im Mittelmeer beheimatete

Johannisbrotbaum _Ceratonia Siliqua_, wird im Kalthause, die

kauliflore (vgl. S. 573) _Cercis siliquastrum_ (Fig. 645 _A_)

und _Gleditschia triacanthos_ (N.-Am., Fig. 198) werden als

Zierpflanzen bei uns kultiviert.

[Illustration: Fig. 646. Cassia angustifolia. ⅔ nat. Gr. Nach A.

MEYER und SCHUMANN. -- #Offizinell#.]

#Offizinell#: #Folia Sennae# (Pharm. germ., austr., helv.),

Fiederblättchen von _Cassia angustifolia_; Pharm. helv. läßt auch

#Fol. S. Alexandrinae# von _C. acutifolia_ zu. -- _Cassia obovata_

und _C. acutifolia_: #Fructus Sennae# (Pharm. austr., helv.). --

_Cassia Fistula_ (tropisches Amerika): #Fructus Cassiae Fistulae#

(Pharm. austr., helv.). -- _Copaïfera_-Arten (Bäume des tropischen

Amerika) enthalten in Balsamgängen des Holzes: #Balsamum Copaïvae#

(Pharm. germ., austr., helv.). -- #Rad. Ratanhiae# (Pharm.

germ., austr., helv.) von _Krameria triandra_, einem Strauch der

Kordilleren mit silberweißen, einfachen Blättern, dessen Blüten

völlig abweichen; sie haben innen lebhaft gefärbte Kelchblätter,

eine kleine Krone und drei Staubblätter mit Porenöffnung am

Scheitel. Ihre Früchte sind kugelig und mit Stacheln besetzt

(Fig. 649). -- #Lignum Haematoxyli# (Pharm. austr.), Kernholz

von _Haematoxylon campechianum_ (tropisches Amerika). -- #Pulpa

Tamarindorum# (Pharm. germ., austr., helv.), das musartige Mesokarp

der Frucht von _Tamarindus indica_ (Fig. 648).

[Illustration: Fig. 647. Tamarindus indica. ⅘ nat. Gr. Nach A. MEYER

und SCHUMANN. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 648. Tamarindus indica. Frucht im Längsschnitt. _M_

Das fleischige Mesokarp. Nach BERG und SCHMIDT. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 649. Krameria triandra. ⅘ nat. Gr. Nach A. MEYER

u. SCHUMANN. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 650. Blütendiagramme von Papilionaceen. _A_ Von

Vicia Faba. _B_ Von Laburnum vulgare. Nach A. W. EICHLER.]

[Illustration: Fig. 651, Lotus corniculatus. ½ nat. Gr. Blühender

Sproß. Blüte. Schiffchen, Staubblätter. Fruchtblatt (nat. Gr.) und

Frucht, ½ nat. Gr.]

[Illustration: Fig. 652. Myroxylon Pereirae. ⅔ nat. Gr. Nach BERG und

SCHMIDT. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 653. Myroxylon Pereirae (vgl. Text). Vergr. Nach

BERG und SCHMIDT. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 654. Frucht von Myroxylon Pereirae. ⅔ nat. Gr.

Nach BERG und SCHMIDT. -- #Offizinell#.]

Die Angehörigen der 3. Familie _+Papilionaceae+_ haben in der

Regel unpaarig gefiederte Blätter und stets stark dorsiventrale

Blüten mit #absteigender# Knospendeckung (Fig. 650). Auf den

fünfblättrigen Kelch folgt die dorsiventrale fünfblättrige Krone

und 10 Staubblätter, deren Filamente alle miteinander zu einer,

den Fruchtknoten umhüllenden Röhre verwachsen sind (Lupinus),

oder die neun vorderen sind verwachsen und das hintere Staubblatt

bleibt frei (Lotus) oder alle sind frei (Myroxylon, Fig. 653). Der

Keimling ist im Samen stets gekrümmt eingelagert. Die Familie ist

weniger in den Tropen als in den gemäßigten Zonen reich vertreten.

Die Bestandteile einer Schmetterlingsblüte sind in Fig. 651 einzeln

auseinandergelegt. Das hintere, in der Knospenlage (Fig. 650)

beiderseits übergreifende Kronblatt heißt Fahne (vexillum), zwei

darauffolgende seitliche die Flügel (alae), und die mit ihren

abwärts gekehrten Rändern in der Regel verwachsenen beiden unteren

bilden das Schiffchen oder den Kiel (carina). Die Staubblätter

sind an ihren oberen Enden frei und aufwärts gekrümmt, ebenso der

Griffel mit seiner Narbe.

[Illustration: Fig. 655. Astragalus gummifer. ⅘ nat. Gr. Nach A.

MEYER und SCHUMANN. -- #Offizinell#.]

_Myroxylon balsamum_ var. _Pereirae_, ein Baum von mäßiger Höhe,

besitzt unpaarig gefiederte Blätter (Fig. 652) in wechselständiger

Anordnung. Die Blüten, in endständigen Trauben stehend, sind nur

mit einem großen Vexillum versehen, alle übrigen Blätter der

Krone bleiben unansehnlich und schmal. Die Staubblätter, nur am

Grunde miteinander verwachsen (Fig. 653), tragen ansehnliche

rot-gelbe Antheren. Der langgestielte Fruchtknoten enthält zwei

Samenanlagen, eine davon wird zum Samen der geschlossen bleibenden,

zusammengedrückten Hülse, deren Form durch eine an der oberen

Naht breite, an der unteren schmale Flügelung, wie durch zwei

seitliche Balsamblasen sehr charakteristisch ist (Fig. 654). Oben

am Stiel bleibt der glockige Kelch erhalten. _Amicia_, Gattung

der Anden für nyctinastische Untersuchungen bevorzugt, hat paarig

gefiederte Blätter. -- _Genista_, _Sarothamnus_, _Lupinus_,

_Cytisus_ zeigen alle 10 Staubblätter verwachsen (Fig. 650

_B_). Ihre Blätter sind ganzrandig, gefiedert oder einfach. Der

#Goldregen# (Fig. 266) _Laburnum vulgare_, einer der häufigsten und

beliebtesten Zierbäume unserer Gärten mit dreiteilig gefiederten

Blättern und lang herabhängenden gelben Blütentrauben, wächst

in den Alpen wild. _Ulex_ ist eine Charakterpflanze Englands,

_Spartium_ im Mittelmeergebiet verbreitet. -- _Trifolium_, der

Klee, hat bleibenden Kelch und Krone, dreiteilige Blätter, kopfig

gehäufte Blüten mit (9) + 1 Staubblättern und Schließfrüchten.

_Medicago_, Schneckenklee, hat hinfällige Krone und sichelförmige

oder schraubig gekrümmte Früchte. _Melilotus_, Steinklee, mit

traubigen Blütenständen. _Trigonella_, der Bockshornklee,

bringt lang auswachsende Hülsenfrüchte. _Ononis_, Hauhechel,

mit 10 verwachsenen Staubblättern. Bei den im großen angebauten

_Trifolium_-, _Medicago_- und _Lupinus_-Arten (wie der unten

genannten Seradella) kommt die Stickstoffanreicherung des Bodens

durch die „Leguminosenknöllchen“ (vgl. S. 224, Fig. 249, 250) für

europäische Verhältnisse am meisten zur praktischen Verwertung.

-- _Lotus_, der Hornklee (Fig. 651), trägt die üblichen unpaarig

gefiederten Blätter, doch wird das unterste Fiederpaar durch Fehlen

des Blattstieles nebenblattähnlich. _Anthyllis_, Wundklee. -- Bei

_Astragalus_-Arten, den Traganthsträuchern, niedrigen Sträuchern

des östlichen Mittelmeergebietes und westlichen Asiens, fallen die

Fiederchen der Blätter ab, und die Blattspindeln bleiben lange

Jahre als scharf stechende Dornen erhalten und dienen zum Schutz

der jungen Triebe, Blätter und Blüten (Fig. 655). Einheimische

Arten sind krautig. _Robinia_ (Fig. 181), rasch wachsender Baum

Nordamerikas mit sehr sprödem, windbrüchigem Holz, wird vielfach

angepflanzt als „Akazie“. _Glycyrrhiza_, Süßholz, Stauden des

südlichen Europa. _Wistaria sinensis_ (Glycine), eine schön blau

blühende Schlingpflanze, findet sich häufig an Häusern u. dgl.

-- An #Gliederhülsen# kenntlich sind _Coronilla_, _Ornithopus

sativus_, #Seradella#, _Arachis hypogaea_, #Erdnuß#, eine wichtige

ölfrucht der Tropen und Subtropen. Ihre Blütenstiele dringen nach

der Befruchtung geotropisch in den Boden ein; dort reifen die

Früchte. -- Endranken, an Stelle der unpaaren Fiederblättchen und

hypogäische Keimung besitzen _Pisum_, #Erbse# (Fig. 206), _Lens_,

#Linse#, _Lathyrus_, #Platterbse# (Fig. 207), _Vicia_, #Wicke#,

und als aufrechte, rankenlose Pflanze _Vicia Faba_, #Saubohne#,

deren Endblättchen zu einem borstenförmigen Stummel verkümmert.

-- Windende Pflanzen mit dreiteilig gefiederten Blättern sind

_Phaseolus_, #Bohne#; _Physostigma_, die #Kalabarbohne#.

#Giftig#: Durch hochgradige Giftigkeit ausgezeichnet ist unter

den einheimischen Papilionaceen nur _Laburnum vulgare_ und die

verwandten Arten der Gattung _Cytisus_. -- Als giftig gelten

auch _Coronilla varia_, ein wildwachsendes Kraut mit rosaroten

Blütendolden, und die windende _Wistaria sinensis_ unserer Gärten.

#Offizinell#: _Astragatus_-Arten liefern #Tragacantha# (Pharm.

germ., helv.). -- _Glycyrrhiza glabra_ in ihren Wurzeln und

Ausläufern: #Rad. Liquiritiae# (Pharm. germ., austr., helv.) --

_Melilotus officinalis_: #Herba Meliloti#, Steinklee (Pharm. germ.,

austr.). -- _Trigonella Foenum graecum_: #Semen Foenugraeci#,

Bockshornsamen (Pharm. germ., austr., helv.). -- _Ononis spinosa_:

#Rad. Ononidis# (Pharm. germ., austr., helv.). -- _Spartium

scoparium_: #Sparteïnum# (Pharm. helv.). -- _Physostigma venenosum_

(bohnenähnliche Schlingpflanze Westafrikas): das aus den Samen

(Semen Calabar) dargestellte #Alkaloid Physostigminum# (Pharm.

germ., austr., helv.). -- _Andira Araroba_, ein brasilianischer

Baum, enthält in seinem Stamm eine pulverige Exkretmasse:

#Chrysarobinum# oder #Araroba# genannt (Pharm. germ., austr.,

helv.). -- _Pterocarpus santalinus_, ein ostindischer Baum,

liefert in seinem Kernholze #Lignum Santali rubrum# (Pharm.

aust.). -- _Pterocarpus marsupium_, ein ostindischer Baum, in

seinem eingetrockneten Safte: #Kino# (Pharm. helv.). -- _Myroxylon

balsamum_ var. _genuinum_, ein südamerikanischer Baum, #Balsamum

tolutanum# (Pharm. germ., austr., helv.); _M. balsamum_ var.

_Pereirae_ (San Salvador): #Balsamum peruvianum# (ibid.).

5. Ordnung. Myrtiflorae.

Die Ordnung weicht durch unterständigen Fruchtknoten und Fehlen der

Nebenblätter von den Rosifloren ab.

1. Familie _+Thymelaeaceae+_. _Daphne Mezereum_ (Fig. 656).

#Giftiger# Strauch unserer Wälder, blüht im Februar bis April vor

Entfaltung der Blätter aus den vorjährigen Knospen. Die rosenroten

stark duftenden Blüten sind kronenlos, im übrigen vierzählig,

haben aber nur ein Fruchtblatt und eine hängende Samenanlage im

Fruchtknoten, der sich zu einer hochroten Beere entwickelt. Die

Blätter stehen zunächst schopfförmig, bis die Achse sich streckt.

In den Alpen und im Mittelmeergebiet mehrere _Daphne_-Arten, die

alle giftig sind.

#Offizinell#: #Cortex Mezereï# (Pharm. helv.) von _D. Mezerum_.

[Illustration: Fig. 656. Daphne Mezereum. ½ nat. Gr. #Offizinell# und

#giftig#.]

[Illustration: Fig. 657. Diagramm von Oenothera (Onagraceae). Nach F.

NOLL.]

Zu der 2. Familie _+Elaeagnaceae+_, die durch aufrechten Stand

ihrer Samenanlage unterschieden ist, gehören der Sanddorn,

_Hippophaë_, und die Ölweide, _Elaeagnus_. Blätter und junge Zweige

sind bei beiden Pflanzen mit glänzenden Schildhaaren bedeckt,

ebenso bei Shepherdia (S. 47).

3. Familie _+Lythraceae+_. Der einheimische Weiderich, _Lythrum

Salicaria_, hat eine typisch sechszählige, durch trimorphe

Heterostylie (S. 484) ausgezeichnete Blüte mit zwei bis sechs

Fruchtblättern.

Die Angehörigen der 4. Familie _+Onagraceae+_ haben stets

vierzählige Blüten und obdiplostemones Andröceum. _Epilobium_, das

Weidenröschen, ist in mehreren Arten bei uns verbreitet, seine

Kapselfrüchte enthalten Samen mit Flughaaren. _Oenothera_-Arten

(Fig. 657) sind bekannt als Versuchspflanzen zur experimentellen

Begründung der Mutationstheorie durch DE VRIES. Einheimisch

sind ferner _Circaea_, Hexenkraut, und _Trapa_, Wassernuß. Die

in Amerika beheimateten _Fuchsia_-Arten werden ihrer auch durch

petaloiden Kelch lebhaft gefärbten Blüten wegen viel kultiviert.

Sie tragen Beerenfrüchte.

[Illustration: Fig. 658. Blütendiagramme von Myrtaceen. _A_ Von Myrtus

communis. _B_ Von Eugenia aromatica. Nach A. W. EICHLER.]

[Illustration: Fig. 659. Rhizophora conjugata. ¼ nat. Gr.]

Die 5. Familie _+Rhizophoraceae+_ umfaßt tropische

Küstenpflanzen der Mangroveformation, die durch ihre, den

Standortseigentümlichkeiten angepaßte Viviparie, wie durch

Atemwurzeln und Stelzwurzeln eigenartigen Habitus aufweisen (Fig.

187). _Rhizophora_ (Fig. 659), _Bruguiera_, _Ceriops_, _Kandelia_

sind alle an den Küsten des Indischen Ozeans, _Rhizophora_-Arten

auch sonst an tropischen Meeresküsten verbreitet.

Die 6. Familie der _+Myrtaceae+_ enthält durchweg immergrüne Pflanzen

mit gegenständigen, lederartigen, oft aromatischen Blättern und

strahligen, vier- oder fünfzähligen Blüten, die im Andröceum vielzählig

sind und deren Staubblätter häufig in Bündeln stehen, die durch

Spaltung entstanden sind. Fruchtblätter sind zwei bis viele vorhanden

(Fig. 658), die mit der Blütenachse zum unterständigen Fruchtknoten

verwachsen, der sich zur Beere oder Kapsel entwickelt.

Ihre Hauptverbreitung finden die Myrtaceen im tropischen Amerika

und in Australien.

_Myrtus communis_, die Myrte, ist im Mittelmeergebiet zu Hause

und bildet die einzige europäische Art. Häufig angepflanzt finden

sich in wärmeren Ländern die _Eucalyptus_-Arten[480] Australiens,

besonders _E. Globulus_, welche ihres schnellen Wachstums und

brauchbaren Nutzholzes halber von Wert ist. Junge Exemplare haben

sitzende gegenständige Blätter, ältere Bäume dagegen gestielte

wechselständige, sichelartig gebogene, die vertikal herabhängen. In

ihrer australischen Heimat rührt die Schattenlosigkeit der Wälder

teils von dieser eigenartigen Stellung der Blätter, teils von dem

weiten Abstande der einzelnen Baumindividuen her. _E. amygdalina_

ist bei 150 m gemessener Höhe und 30 m Umfang am Grunde der

gewaltigste Baumriese, den man kennt; _Psidium guajava_ und einige

_Jambosa_-Arten liefern eßbare Früchte. _Jambosa caryophyllus_, der

Gewürznelkenbaum der Molukken (Fig. 660), gibt in den ungeöffneten

Blütenknospen die „Nägelchen“ oder „Nelken“. Der Baum wird in den

Tropen vielfach kultiviert. Fig. 660 zeigt auch den unterständigen

zweifächerigen Fruchtknoten im Längsschnitt. #Sonneratia#-Arten

sind vielfach die am weitesten ins Meer vordringenden Angehörigen

der Mangrovevegetation, so daß ihre Pneumatophoren besondere Höhe

erreichen müssen (Fig. 186, S. 143).

#Offizinell#: #Caryophylli#, #Oleum Caryophyllorum# (Pharm. germ.,

austr., helv.) von _Jambosa caryophyllus_, #Folia Eucalypti#

(Pharm. helv.) von _Eucalyptus Globulus_, #Oleum Cajeputi# (Pharm.

austr., helv.) von _Melaleuca Leucadendron_.

[Illustration: Fig. 660. Jambosa caryophyllus. ⅔ nat. Gr. Blühender

Zweig. Eine Knospe halbiert und eine geöffnete Blüte daneben, etwa nat.

Gr. -- #Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 661. Punica granatum. ½ nat. Gr. _1_ Zweig mit

Blüte und Knospe. _2_ Blütenlängsschnitt. _3_ Frucht (vgl. Text).

#Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 662. Blütendiagramm von Punica granatum. Nach A. W.

EICHLER.]

Die #einzige Gattung# der 7. Familie der _+Punicaceae+_ ist

_Punica_. _Punica granatum_, ein aus dem Orient stammendes

Bäumchen, das seiner säuerlichen, äußerst erfrischenden Früchte

wegen vielfach im Mittelmeergebiet gezogen wird (Fig. 661), hat

kleine Blätter und ansehnliche Blüten mit steifem, rotem Kelch, der

unbestimmt viele Kron- und zahlreiche Staubblätter umschließt. 7-14

Fruchtblätter sind in zwei Stockwerken angeordnet, deren oberes

der vollen Kelchblattzahl, das untere ihrer Hälfte entspricht

(Fig. 661 _2_, 662). Die Frucht wird von lederiger Wand umhüllt,

mit zahllosen Samen in den Fächern beider Etagen. Die äußeren,

fleischigen Schichten der Samenschale stellen den genießbaren Teil

der Frucht dar.

#Offizinell#: #Cortex Granati# (Pharm. germ., austr., helv.),

Stamm- oder Wurzelrinde des Bäumchens.

6. Ordnung. Umbelliflorae.

Das gemeinsame Merkmal der in dieser Ordnung vereinigten Pflanzen

sind die doldenförmigen Blütenstände, aus zwittrigen, strahligen

Einzelblüten, mit nur #einem# Staubblattwirtel und unterständigem,

zweifächerigem, aus zwei Fruchtblättern gebildeten Fruchtknoten,

dessen obere Diskusfläche als Nektarium dient; jedes Fach enthält eine

hängende Samenanlage.

[Nach den neuesten sero-diagnostischen Untersuchungen sollen

die Umbellifloren den Abschluß des Rosiflorenastes bilden.

Morphologisch wäre ihre nächste Verwandtschaft unter den

Rubiaceen-Caprifoliaceen zu suchen.]

1. Familie _+Cornaceae+_. _Cornus mas_. Die #Kornelkirsche# (Fig.

662) entwickelt ihre kleinen Dolden vierzähliger gelber Blüten

bereits vor Erscheinen der einfachen Blätter; jede Dolde von vier

Hochblättern gestützt. Ihre Steinfrüchte von säuerlich-herbem

Geschmack werden besonders in den Balkanländern vielfach verwendet.

Nächstjährige Blütenstände, schon zur Zeit der Fruchtreife in

den Blattachseln ausgebildet, überdauern den Winter unter dem

Schutze ihrer als Knospenschuppen ausgebildeten Hochblätter. _C.

sanguinea_, häufiger Strauch. _C. suecica_, nordische Staude, die

in Norddeutschland ihre Südgrenze erreicht.

[Illustration: Fig. 662. Cornus mas. ½ nat. Gr. _1_ Blühender, _2_

fruchttragender Zweig. _3_ Blüte von oben. _4_ Blütenlängsschnitt. _3_,

_4_ vergr.]

Von der 2. Familie, _+Araliaceae+_, ist nur der bekannte

wurzelkletternde #Efeu#, _Hedera Helix_[481], in Deutschland

heimisch. Seine elliptisch zugespitzte Blattform tritt erst an

den orthotropen Trieben älterer Pflanzen auf, welche alsdann auch

(im Spätsommer oder Herbst) zur Blüte gelangen. Die jugendlichen

Blätter der kriechenden oder kletternden plagiotropen Triebe sind

gelappt und wenigstens bei wildwachsenden Individuen sehr kurz

gestielt. Ein fünfzipfeliger Kelch entspricht den fünf Rippen des

Fruchtknotens. Die Krone ist von grünlicher Färbung; ihr großer

Diskus auf der Fruchtknotenoberfläche lockt reichlichen Besuch von

Fliegen und Bienen herbei. Die Früchte reifen während des Winters

oder Frühjahrs zu blauschwarzen Beeren; die Samen werden durch

Amseln und andere Vögel, die den Früchten eifrig nachstellen,

verbreitet.

Lehrbuch der Botanik für Hochschulen · 第 73 / 90 段