2. Ordnung. _Calamariaceae._ Schachtelhalmbäume. Isospor oder

Heterospor. Baumartige Pflanzen. Ausgestorben.

3. #_Sphenophyllinae._# Keilblattgewächse.

1. Ordnung. _Sphenophyllaceae._ Stengel schlank, quirlig

beblättert. Sporophylle mit 1-4 Sporangien, in ährenförmigen

Ständen. Isospor, vereinzelt heterospor. Ausgestorben.

4. #_Lycopodinae._# Bärlappartige Gewächse. Stengel einfach oder

gabelig verzweigt. Wurzeln gabelig verzweigt. Blätter einfach, meist

abwechselnd gestellt. Sporangien derbwandige Kapseln, stets einzeln in

den Achseln oder am Grunde der Oberseite der Sporophylle.

1. Ordnung. _Lycopodiaceae._ Bärlappe. Isospor. Spermien zweizilig.

Kräuter mit gegabelten Stengeln.

2. Ordnung. _Selaginellaceae._ Selaginellen. Heterospor. Spermien

zweizilig. Kräuter mit gegabelten Stengeln und kleinen Blättchen.

3. Ordnung. _Psilotaceae._ Homospor. Spermien vielzilig.

Stengel krautig, gegabelt, mit abwechselnden einfachen oder

schuppenförmigen Blättern. Statt Wurzeln Rhizome mit Wurzelhaaren.

Sporophylle gegabelt, auf der Oberseite #nahe# der Basis je ein 2-

oder 3-fächeriges Sporangium tragend. Isospor.

4. Ordnung. _Isoëtaceae._ Brachsenkräuter. Heterospor. Spermien

vielzilig. Stengel knollig, mit Dickenzuwachs, einfach, Blätter

pfriemlich.

5. Ordnung. _Sigillariaceae._ Siegelbäume, Heterospor. Baumartig.

Stamm einfach oder wenig gegabelt. Ausgestorben.

6. Ordnung. _Lepidodendraceae._ Schuppenbäume. Heterospor. Reich

gabelig verzweigte Bäume. Ausgestorben.

5. #_Pteridospermeae._# Samenfarne. Pflanzen vom Habitus großer Farne,

heterospor, mit Mikrosporangien und mit samenartigen Makrosporangien.

Aus eusporangiaten Farnen hervorgegangen. Ausgestorben.

#Klasse# I.

Filicinae, Farne[288],[400],[426],[429].

Zu den Farnen im weiteren Sinne gehört die Hauptmasse der heute

lebenden Pteridophyten. Nach dem Bau ihrer Sporangien werden sie in

zwei Unterklassen unterschieden. Bei den #Eusporangiaten# besteht

die derbe Sporangienwand aus mehreren Zellschichten und öffnet sich

mittels eines Längsrisses, bei den #Leptosporangiaten# dagegen ist

sie im reifen Zustand nur einschichtig und reißt quer oder längs auf.

Erstere haben am Grunde der Wedel Nebenblätter oder Scheiden, die den

letzteren fehlen. Auch in der Beschaffenheit der Prothallien und im Bau

der Sexualorgane zeigen sich Unterschiede. Die Sporen besitzen nur bei

einigen Gruppen der Leptosporangiaten eine dem Exospor aufgelagerte

äußere Hülle, das Perispor.

In früheren Erdperioden waren die Eusporangiaten reich vertreten;

heute umfassen sie nur zwei Familien mit wenigen Gattungen.

Allem Anschein nach stellen sie ältere Farntypen dar, die

den Ausgangsformen der Filicinen noch am nächsten zu stehen

scheinen. Neben ihnen erscheinen bereits in paläozoischer Zeit

die Leptosporangiaten, von denen später, in der Kreideperiode

und im Tertiär, die Hydropterides als kleine Gruppe sumpf- und

wasserbewohnender Farne sich abzweigten. Bei diesen haben sich die

bei allen übrigen Farnen noch gleichartigen Sporen in Mikro- und

Makrosporen differenziert.

1. Unterklasse. Eusporangiatae.

Die _1. Ordnung_, die _Marattiaceen_[430], vielleicht die

primitivsten aller heutigen Farne, umfaßt etwa 20 stattliche

tropische Farne mit dicken Stammknollen und meist sehr großen,

an der Basis mit je zwei Nebenblättern versehenen Wedeln. Die

Sporangien stehen an der Wedelunterseite in Gruppen, Sori, entweder

frei (_Angiopteris_) oder zu einem in Fächern aufspringenden,

kapselartigen, ovalen Gebilde verwachsen. Das Prothallium hat die

Form eines lebermoosähnlichen, grünen, herzförmigen, zuweilen

gegabelten, mehrschichtigen und langlebigen Thallus, dessen

unterseits entspringende, fast ganz eingesenkte Sexualorgane wie

bei folgender Ordnung beschaffen sind; seine Zellen beherbergen

endophytische Fadenpilze.

Die _2. Ordnung_, die _Ophioglossaceen_[431], enthält ebenfalls nur

wenige Arten. Bei uns heimisch sind die Natterzunge, _Ophioglossum

vulgatum_ (Fig. 469 _E_) und verschiedene Arten der Mondraute,

_Botrychium_ (Fig. 469 _A_). Beide haben einen kurzen Stamm, an

dem jährlich meist nur ein einziges, mit Blattscheide versehenes

Blatt sich entfaltet, das bei ersterer Gattung zungenförmig, bei

letzterer gefiedert ist. Diese Blätter tragen an ihrer Oberseite

einen im oberen Teile des Stieles entspringenden fertilen

Blattabschnitt, der bei Ophioglossum einfach zylindrisch ist und

die Sporangien in zwei Reihen in das Gewebe eingesenkt trägt, bei

Botrychium dagegen fiederartig verzweigt und mit großen rundlichen

Sporangien auf seiner Innenseite dicht besetzt ist. Aus dem Verlauf

der Leitbündel und gelegentlichen Rückschlagsbildungen läßt sich

schließen, daß der fertile Blattabschnitt aus der Vereinigung

zweier basaler Blattfiedern hervorgegangen ist.

[Illustration: Fig. 469. Botrychium Lunaria. _A_ Sporophyt. ½ nat.

Gr. _B_ Prothalliumquerschnitt mit Antheridium _an_, Archegonium

_ar_, Embryo _em_, Pilzfäden _en_. Vergr. 45. _C_ Prothallium mit

zwei Embryonen, deren Wurzeln hervortreten. Vergr. 16. _D_ Embryo mit

Wurzel _1_ und _2_ und Fuß. Vergr. 16. -- Ophioglossum vulgatum. _E_

Sporophyt mit Knospe für das nächste Jahr. ½ nat. Gr. _F_ Prothallium.

_an_ Antheridien, _ar_ Archegonien, _k_ junge Keimpflanze mit erster

Wurzel, _ad_ Adventivsproß, _h_ Pilzhyphen. Vergr. 15. _B_-_D_, _F_

nach BRUCHMANN.]

Sehr eigenartige und von den Marattiaceen abweichende

Beschaffenheit zeigen die besonders durch BRUCHMANN bekannt

gewordenen monözischen #Prothallien#, unterirdische,

chlorophyllfreie, saprophytische, wie die Mykorrhizen gewisser

Samenpflanzen von Pilzfäden durchzogene, langlebige Knöllchen, bei

Ophioglossum (Fig. 469 _F_) zylindrisch einfach oder verzweigt

und radiär gebaut, bei Botrychium oval oder herzförmig und

dorsiventral (Fig. 469 _B_, _C_). Antheridien (Fig. 470) und

Archegonien (Fig. 471) sind in das Gewebe eingesenkt; erstere

umschließen einen großen Komplex von Samenzellen und öffnen sich

bei der Reife dadurch, daß eine mittlere Deckzelle wohl infolge

Verschleimung ihrer Wände abgeworfen wird. Das Spermium besteht

aus einem schraubig gewundenen Körper mit anhaftendem Bläschen

und zahlreichen Zilien (Fig. 470 _E_). Die Antheridien gehen aus

oberflächlich gelegenen Zellen (Fig. 470 _A_-_C_) hervor, ebenso

auch die Archegonien (Fig. 471 _A_-_C_), deren kurzer Halsteil

sich etwas hervorstreckt und nach Verquellung der Halskanalzelle

(_hk_) sich öffnet, während der Bauchteil eingesenkt bleibt und die

Eizelle (_o_) umschließt. Der Embryo führt bei manchen Arten eine

Reihe von Jahren hindurch ein unterirdisches Dasein; seine erste

Wurzel wird zunächst angelegt und tritt bald aus dem Archegonium

hervor (Fig. 469 _C_, _F_, _k_), während erst viel später das

erste Blatt und die Scheitelzelle des Stammes zur Differenzierung

kommen. Bei einigen Botrychium-Arten liefert die sich teilende

Eizelle einen langen mehrzelligen Embryoträger oder Suspensor, an

dessen Spitze erst der eigentliche Embryokörper gebildet wird. In

dieser Eigentümlichkeit zeigt sich eine Übereinstimmung mit den

Lycopodinen (vgl. Fig. 495 u. 500), die mit den Eusporangiaten im

übrigen in keiner engeren Verwandtschaft stehen.

[Illustration: Fig. 470. Ophioglossum vulgatum. _A_-_C_ Entwicklung des

Antheridiums aus einer oberflächlichen Zelle, die obere Zelle in _C_

liefert die Deckzellen, die untere die Spermienzellen. _D_ Antheridium

noch geschlossen, _d_ Deckzellen. _E_ Spermium. Nach BRUCHMANN.]

[Illustration: Fig. 471. Ophioglossum vulgatum. _A_-_C_ Entwicklung des

Archegoniums. _D_ Reifes Archegonium geöffnet mit zwei Spermien _s_ vor

der Mündung. _h_ Halszellen, _hk_ Halskanalzellen, _o_ Eizelle, _b_

Basalzelle. Nach BRUCHMANN.]

2. Unterklasse. Leptosporangiatae.

_1. Ordnung. Filices._

Die Filices sind in außerordentlicher Fülle von Arten in allen

Erdteilen verbreitet; ihre Hauptentwicklung erreichen sie in den

Tropen. Hier treffen wir auch die stattlichsten Vertreter an, die

#Baumfarne# (_Cyathea_, _Alsophila_, _Dicksonia_), welche die besondere

Familie der _Cyatheaceen_ bilden. Der holzige, meist etwa armdicke

Stamm der Baumfarne (Fig. 472) ist unverzweigt und trägt an seinem

Ende eine Rosette von sehr großen, mehrfach gefiederten Blättern oder

Wedeln, die nach dem Absterben große Blattstielnarben hinterlassen.

Der Stamm ist mittels zahlreicher Adventivwurzeln im Boden befestigt

und ist auch von solchen dicht umhüllt. Die meisten Farne leben als

krautartige bodenständige Pflanzen, besitzen ein wagerechtes oder

aufsteigendes, wenig verzweigtes #Rhizom# und meist an seinem Ende eine

Rosette reichgefiederter Blätter. So verhält sich u. a. der in Wäldern

sehr häufige Wurmfarn _Dryopteris_ (_Aspidium_) _filix mas_, dessen

Rhizom als wurmtreibendes Mittel #offizinell# ist (Fig. 473). Bei dem

gewöhnlichsten einheimischen Farnkraut, dem Engelsüß, _Polypodium

vulgare_, sind die Blätter einfach gefiedert und entspringen einzeln

auf der Oberseite des kriechenden, verzweigten Rhizoms. Auch gibt es

manche Farne, welche ungeteilte Blätter aufweisen, so die Hirschzunge,

_Scolopendrium vulgare_ (Fig. 474). In den Tropen wachsen zahlreiche

krautartige Farne als #Epiphyten# auf den Bäumen.

Wie Fig. 472 zeigt, sind die Blätter in der Knospe #eingerollt#, eine

Eigentümlichkeit, die sämtlichen Farnen und auch den Wasserfarnen

zukommt. Im Gegensatz zu der Mehrzahl der Phanerogamenblätter bleibt

bei den Farnblättern der an ihrer Spitze befindliche Vegetationspunkt

länger tätig.

Die meisten Farne sind an ihren Stämmen, Blattstielen und zum Teil

auch den Blättern mit bräunlichen, einschichtigen, oft gefransten

#Spreuschuppen# (Schuppenhaaren oder Paleae) bekleidet.

Die Sporangien werden in großer Zahl auf der Unterseite der Blätter

erzeugt. Die Sporophylle sind in der Regel nicht von den sterilen

Laubblättern in ihrer äußeren Form verschieden. Nur bei einigen

Gattungen sind sie wesentlich anders gestaltet. Als einheimische

Vertreter sind hier der Straußfarn, _Struthiopteris germanica_, ferner

_Blechnum spicant_ zu nennen, bei denen gedrungene, dunkelbraune

Sporophylle zu mehreren im Innern der Rosette grüner Wedel stehen.

Im Bau der #Sporangien# zeigen die einzelnen Familien Unterschiede.

Es sei zunächst das Verhalten der Mehrzahl unserer einheimischen Farne

dargestellt, die zu der umfangreichen Familie der #_Polypodiaceen_#

gehören. Die Sporangien erscheinen hier in verschieden gestalteten

Häufchen, sog. #Sori#, vereinigt. Sie entspringen auf einem

hervortretenden Blattgewebepolster, dem #Receptaculum# (Fig. 473 _A_),

und werden bei vielen Arten vor der Reife von einem häutigen Auswuchs

der Blattfläche, dem sog. Schleier, #Indusium#, bedeckt und geschützt

(Fig. 473 _B_, _C_). Das einzelne Sporangium (Fig. 475) geht aus einer

einzigen Epidermiszelle durch Teilung hervor (Fig. 468), besteht im

reifen Zustande aus einer kleinen Kapsel mit mehrzelligem, dünnem

Stiel und mit einschichtiger Wandung und enthält eine größere Anzahl

von Sporen, die nur bei einigen Gattungen (_Asplenium_, _Aspidium_,

_Acrostichum_ und Verwandte) ein sackartiges Perispor aufweisen.

Sehr charakteristisch für die Polypodiaceen ist der Ring, #Annulus#,

der über den Rücken und Scheitel des Sporangiums bis zur Mitte der

Bauchseite als vortretende Zellenreihe mit stark verdickten Radial- und

Innenwänden verläuft.

[Illustration: Fig. 472. Alsophila crinita, Baumfarn von Ceylon. Verkl.]

Beim Austrocknen der Kapselwand werden durch den Kohäsionszug des

schwindenden Wassers in den Annuluszellen die dünnen Außenwände

nach innen eingestülpt, der Ring also an seiner Außenseite verkürzt

und dadurch das Aufreißen der Sporangien in einer Querspalte

zwischen den breiten Endzellen des Ringes verursacht. Ist der

Kohäsionszug des Wasserrestes schließlich überwunden, so erfolgt

ein elastisches, die Sporenausstreuung beförderndes Zurückschnellen

des Ringes, worauf das Sporangium infolge Austrocknens und

Kontraktion der dünnen Membranteile dauernd geöffnet bleibt (vgl.

Fig. 277)[432].

[Illustration: Fig. 473. Dryopteris (Aspidium) filix mas. ⅖ nat. Gr.

_A_ Sorus, quer durchschnitten. Vergr. 20. Nach KNY. _B_ Fiederchen

mit jungen, noch vom Schleier bedeckten Soris. _C_ Desgleichen in

älterem Stadium mit geschrumpftem Schleier. Schwach vergrößert. --

#Offizinell#.]

[Illustration: Fig. 474. Scolopendrium vulgare. ¼ nat. Gr.]

Die Form und Insertion der Sori, das Vorhandensein und die

Gestalt oder das Fehlen der Indusien geben die wichtigsten

Gattungsunterschiede ab. Bei _Scolopendrium_ (Fig. 474) sind

die Sori strichförmig, bestehen aus zwei parallel über je einen

Blattnerven laufenden Streifen und werden an beiden Seiten von

einem lippenförmigen, einschichtigen Indusium bedeckt, das bei

der Reife zurückklappt. Bei _Dryopteris_ (_Aspidium_) (Fig. 473)

dagegen treffen wir zahlreiche rundliche Sori, bedeckt mit einem

weißlichen, nierenförmigen, dem Receptaculumscheitel eingefügten

Indusium, und die Sporangien tragen öfters an ihrem Stiel ein

gestieltes, köpfchenförmiges Drüsenhaar. Bei _Polypodium vulgare_

sind die rundlichen Sori ganz ohne Schleier. Bei dem Adlerfarn,

_Pteridium aquilinum_, stehen die Sporangien an den Rändern der

Blattfiedern in ununterbrochener Linie und werden von dem nach

unten eingeschlagenen Blattrande bedeckt.

[Illustration: Fig. 475. Sporangien. _A_ Von Dryopteris (Aspidium)

Filix mas. Am Stiel ein Drüsenhaar. _B_ und _C_ von Alsophila armata,

von zwei entgegengesetzten Seiten gesehen. _D_ Von Aneimia caudata. _E_

Von Osmunda regalis. _A_-_D_ Vergr. 70, nach der Natur. _E_ Vergr. 40.

Nach LÜRSSEN.]

Außer den Polypodiaceen umfassen die Farne noch andere, vorwiegend

tropische Familien, deren Sporangien in der Ringbildung und

dementsprechend auch im Öffnungsmechanismus Verschiedenheiten

zeigen. So besitzen die #_Cyatheaceen_# oder Baumfarne Sporangien

mit vollständigem, in schiefem Verlauf über den Scheitel

ziehendem Ring (Fig. 475 _B_, _C_); die #_Hymenophyllaceen_#,

die ausgezeichnet sind durch zierliche dünnhäutige Wedel von

einfachster anatomischer Struktur und überwiegend als Epiphyten in

tropischen Wäldern, in wenigen Vertretern auch noch im atlantischen

Europa, _Hymenophyllum tunbridgense_ sogar noch in Luxemburg und

in der sächsischen Schweiz an feuchten Sandsteinfelsen, vorkommen,

haben einen vollständigen, schief über das Sporangium laufenden

Ring; die tropischen #_Schizaeaceen_# und #_Gleicheniaceen_#

dagegen einen quer gestellten Ring, der bei ersteren nahe der

Spitze (Fig. 475 _D_), bei letzteren etwa in der Mitte des

Sporangiums verläuft, während die #_Osmundaceen_#, die bei uns

durch den Königsfarn, _Osmunda regalis_, vertreten werden, auf dem

Rücken unter dem Scheitel des Sporangiums nur eine kleine Gruppe

dickwandiger Zellen aufweisen (Fig. 475 _E_). Bei den drei zuletzt

genannten Familien öffnen sich die Sporangien mittels Längsspalte,

bei den drei ersten Familien dagegen mittels quergestellter

oder schiefer Spalte. So ergeben sich zwei Hauptgruppen, die

#longiciden# und #breviciden# Leptosporangiaten, von denen erstere

den Eusporangiaten näher stehen[433].

Alle Filices sind homospor. Ihr #Prothallium# hat meist die Gestalt

eines flachen, herzförmigen, kleinen Thallus von der für _Dryopteris_

in Fig. 463 dargestellten Form. Antheridien und Archegonien entstehen

an der dem einfallenden Licht abgewandten Seite, normal also an der

Unterseite.

[Illustration: Fig. 476. Trichomanes rigidum. Teil eines Prothalliums

mit Archegonienträgern _A_, davon einer mit Keimpflanze. Nach GOEBEL.]

Bei gewissen _Hymenophyllaceen_ (_Trichomanes_) aber ist das

Prothallium fädig verzweigt und trägt an seinen Ästen die

Antheridien und auf besonderen mehrzelligen Seitenästen die

Archegonien (Fig. 476). Im Aufbau erinnern diese Prothallien an das

Protonema der Laubmoose.

Die #Antheridien# und #Archegonien#[434] zeigen denjenigen der

Eusporangiaten gegenüber einige Unterschiede. Die Antheridien (Fig.

477) werden an jungen Prothallien angelegt und sind kugelig vorgewölbte

Gebilde, die ohne Stiel mitten auf einer Prothalliumzelle sitzen und

aus dieser durch papillenartige Vorwölbung, Abgrenzung durch eine

Querwand und weitere Teilung hervorgegangen sind. Ihre Wand besteht

aus zwei ringförmigen Zellen und einer Deckelzelle, die bei einigen

Familien in zwei oder mehr Zellen sich teilt, bei den Polypodiaceen

aber meist einfach bleibt. Die Spermienzellen gehen aus der zentralen

Zelle durch Teilung hervor. Die Entleerung der Antheridien geschieht

durch den Druck der schleimerfüllten und aufquellenden Ringzellen,

welche die ebenfalls aufquellende Deckelzelle absprengen. So gelangen

die rundlichen Spermienzellen ins Wasser und entlassen nach einiger

Zeit je ein pfropfenzieherartig gewundenes, mit zahlreichen Zilien an

den vorderen Windungen besetztes Spermium, an dessen Hinterende ein

Bläschen befestigt ist, das einige kleine Körnchen enthält und einen

unverbrauchten Rest des Inhaltes der Mutterzelle darstellt.

[Illustration: Fig. 477. _A_ Reifes Antheridium von Woodsia ilvensis.

Die Kutikula _c_ ist geplatzt. _B_ Geöffnetes Antheridium, _d_

Deckelzelle, _r_ aufgequollene Ringzelle. Nach SCHLUMBERGER. -- _C_

Spermium von Struthiopteris germanica. _k_ Zellkern, _cl_ Geißeln, _b_

Blase aus einer Vakuole hervorgegangen, _c_ Plasma. Vergr. 850. Nach

SHAW.]

[Illustration: Fig. 478. Polypodium vulgare. _A_ Junges Archegonium.

_K′_ Halskanalzelle, _K″_ Bauchkanalzelle, _o_ Ei. _B_ Geöffnetes

Archegonium. Vergr. 240. Nach STRASBURGER.]

Die Archegonien (Fig. 478) entstehen in dem mehrschichtigen mittleren

Teile älterer Prothallien durch Teilung einzelner Zellen. Ihr Halsteil

ist länger als bei den Eusporangiaten, besteht aus vier Zellreihen und

schließt eine zentrale langgestreckte Halskanalzelle ein. Im Bauchteile

befindet sich die große Eizelle, über ihr die Bauchkanalzelle. Die

Kanalzellen werden aufgelöst und erfüllen den Kanal mit einer stark

lichtbrechenden Substanz, die bei Wasserzutritt stark aufquillt; das

Archegonium öffnet sich an seiner Spitze. Die Embryoentwicklung ist aus

Fig. 464 zu ersehen.

Ausnahmsweise kann bei gewissen Farnkräutern der Sporophyt auf dem

Prothallium durch vegetative Knospung sich entwickeln, ohne daß

Sexualorgane mitwirken oder ausgebildet werden (Apogamie), und

umgekehrt kommt es auch vor, daß an den Farnwedeln keine Sporen,

sondern direkt Prothallien erzeugt werden (Aposporie).

#Giftig#: _Pteridium aquilinum_, der Adlerfarn, enthält einen

Giftstoff, der bei Pferden Erkrankungen und selbst den Tod

herbeiführt.

#Offizinell# ist _Dryopteris_ (_Aspidium_) _filix mas_, #Rhizoma

Filicis# (Pharm. germ., austr., helv.), ferner das südeuropäische

_Adiantum Capillus Veneris_, Frauenhaar, dessen Blätter benutzt

werden: #Folium Adianti seu Herba Capilli Veneris# (Pharm. helv.).

Auch das nordamerikanische _Adiantum pedatum_ liefert #Folium

Adianti# (Pharm. helv.). Die seidenähnlichen, glänzendbraunen

Gliederhaare am Grunde der Blattstiele verschiedener Baumfarne,

besonders von _Cibotium Baranetz_, im tropischen Asien und auf

den pazifischen Inseln, liefern die als Wundwatte und auch als

Polstermaterial benutzten #Paleae haemostaticae# (Pennawar Djambi

auf Sumatra, Pakoe-Kidang auf Java, Pulu in Amerika) (Pharm.

austr.).

_2. Ordnung. Hydropterides, Wasserfarne_[435]-[438].

Zu den Wasserfarnen gehören nur wenige Gattungen wasser- oder

sumpfbewohnender Kräuter. Sie sind sämtlich heterospor. Die Makro-

und Mikrosporangien werden in besonderen, an der Basis der Blätter

sitzenden Behältern, sog. Sporangienfrüchten oder #Sporokarpien#,

eingeschlossen. Auch besitzt ihre einschichtige Wandung keinen

Ring. Die Sporen sind von eigenartigen Perisporien umgeben.

Die Wasserfarne umfassen die beiden Familien der _Marsiliaceen_

(mit drei Gattungen) und der _Salviniaceen_ (mit zwei Gattungen).

Zu ersterer gehört die Gattung _Marsilia_, die bei uns durch _M.

quadrifolia_ vertreten ist (Fig. 479 _A_). Sie hat eine kriechende,

verzweigte Achse mit einzeln stehenden, langgestielten Blättern,

deren Spreite aus zwei nahe beieinander stehenden Fiederblattpaaren

sich zusammensetzt. Über der Basis des Blattstiels entspringen

paarweise, bei anderen Arten in noch größerer Anzahl, die

gestielten ovalen Sporokarpien, von denen ein jedes seiner

Anlage nach dem assimilierenden sterilen, hier aber ungegliedert

bleibenden Blatteil entspricht. Die jungen Blätter sind, wie bei

den Farnen, an der Spitze schneckenförmig eingerollt.

[Illustration: Fig. 479. Wasserfarne. _A_ Marsilia quadrifolia.

_a_ Junges Blatt, _s_ Sporokarpien. _B_ Pilularia globulifera. _s_

Sporokarpien. Verkleinert. Nach BISCHOFF.]

Die Gattung _Pilularia_, zu der als einheimische Art _P.

globulifera_, ebenfalls auf sumpfigen Wiesen wachsend, gehört,

unterscheidet sich von Marsilia durch einfache lineale Blätter, an

deren Grunde die kugeligen, in der Anlage dem sterilen Blattstiel

entsprechenden Sporokarpien einzeln entspringen (Fig. 479).

Die zweite Familie, _Salviniaceen_, enthält frei schwimmende

Wasserpflanzen. Die erste Gattung _Salvinia_ ist in unserer

Flora durch _S. natans_ vertreten, deren wenig verzweigter

Stengel an jedem Knoten drei Blätter trägt; die beiden oberen

sind als ovale Schwimmblätter ausgebildet, das untere dagegen

ist in zahlreiche, in das Wasser herabhängende, fadenförmige,

behaarte Zipfel geteilt und übernimmt die Funktion der fehlenden

Wurzeln. An diesen Wasserblättern sitzen am Grunde der basalen

Zipfel zu mehreren die kugeligen Sporokarpien (Fig. 480 _A_),

die bei den Salviniaceen eine andere Entwicklungsgeschichte

zeigen als bei den Marsiliaceen. Die Sporangien entspringen auf

einem säulenförmigen Receptaculum, das seiner Anlage nach einem

modifizierten Wasserblattzipfel entspricht. Die Hülle dagegen ist

als Indusium aufzufassen; sie entsteht als Neubildung in Form

eines Ringwalles, der krugförmig und schließlich hohlkugelförmig

über das Receptaculum und seinen Sporangiensorus emporwächst, am

Scheitel aber dicht zusammenschließt. Die zweite Gattung _Azolla_

ist vorwiegend tropisch und stellt zierliche, reichverzweigte

Schwimmpflänzchen vor mit dicht aufeinanderfolgenden Blättchen in

zweizeiliger Anordnung. Jedes Blatt hat zwei Lappen, von denen der

obere schwimmt und assimiliert, der untere ins Wasser taucht und

an der Wasseraufnahme sich beteiligt. Der obere Lappen enthält

eine Höhlung, die mit enger Öffnung nach außen mündet und stets

Fäden der blaugrünen Alge Anabaena Azollae beherbergt. Zwischen

diesen wachsen aus der Wand der Höhlung Haare hinein, eine

Erscheinung, die auf das Bestehen eines symbiotischen Verhältnisses

zwischen Azolla und Anabaena hindeutet. Azolla besitzt zarte lange

Würzelchen an der Unterseite des Stengels und Sporenfrüchte, die

meist zu zweien am Unterlappen des Blattes einzelner Seitenzweige

entspringen.

Lehrbuch der Botanik für Hochschulen · 第 62 / 90 段