Unter vielen bangen Gedanken schlich der lange, einsame Abend dahin und
die Nacht, die schlafarme, traumschwere -- bis der Morgen kam und mit dem
erwachenden, wachsenden Tag auch die Sehnsucht wuchs und das Verlangen
-- -- und sie erlöste aus ihren Zweifeln.
Als es Mittag war, stand ihr Entschluss fest. Sie wollte zu ihm!
Lächelnd verwarf sie ihre Ideen von der Selbständigkeit, die ihr gestern
so grossartig und begehrenswert erschienen waren und von dem blassen
Frieden. Es fiel ihr ein, wie er einmal scherzend sagte:
»Die wahrhaftige Liebe tritt auf zwischen 30 und 40 Jahren bei
vorgerücktem Gehalte und Pensionsberechtigung.«
Dieser nichtssagende kleine Scherz hatte sie auf seine munteren Flügelchen
genommen und aus den Sorgen fortgetragen.
* * * * *
Makassy hatte sein Atelier verwandelt und geschmückt wie für eine
heimziehende Braut. Er konnte nicht genug ersinnen, es weich und warm
auszugestalten, damit sich das scheue Mädchen heimisch fühlen möchte.
Beim ersten und einzigen Gärtner der Stadt hatte er seltene, wertvolle
Blumen bestellt, dass der sich tief vor ihm zur Erde neigte.
Zuletzt, als alles fertig war, übersah er prüfend den ganzen Raum und
warf dann noch, um Erklärungen und Verstimmungen vorzubeugen, ein paar
alte Briefe, die gerade so obenauf lagen, in den Ofen nebst einem kleinen,
koketten Frauenschuh -- -- dem goldgestickten Atlasschuh einer bekannten
spanischen Tänzerin -- und zündete an -- -- -- ein reizender Schuh, der
da auf den züngelnden Flammen lag -- -- -- ein feiner Fuss, der da mit der
Spitze gerade ihm gegenüber stand, als käme er auf ihn zu -- -- -- das
Feuer leckte immer gieriger nach dem gleissenden Atlas -- -- er besann sich
und zauderte -- -- der Schuh der Diega Felipa wars -- der Diega Felipa mit
dem braunen, prachtvollen Leib, von dem sie einmal -- -- damals!! -- --
in kühner Nacktheit bei einem ihrer wilden, rasenden Tänze die letzten
Hüllen riss -- dass die roten Schleierfetzen wie Blut aus ihren Händen
quollen -- wie herrlich das war!! -- Unvergessen!!! -- -- -- -- -- --
Und hastig nahm er den Schuh wieder aus der Glut und versperrte ihn eilig
in einer Schublade ......... Ängstlich sah er um sich -- dann nach der
Uhr. Es war schon bald neun.