Selicour (zu Charlotten, indem er auf Karl Firmin deutet). Ein süßer
Triumph für den Verfasser!
Narbonne (den Aufsatz zusammenlegend.) Ein wahres Meisterwerk. In
der That!
Selicour (bückt sich gegen Narbonne). Gar zu viel Ehre!
Mad. Belmont (wiederholt die letzte Strophe).
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
Und die Quelle rieselt klar!
Raum ist in der kleinsten Hütte
für ein glücklich liebend Paar!
Schön! Himmlisch! Dem widerstehe, wer kann!--Selicour, es bleibt
dabei, Sie heirathen meine Charlotte!
Karl. O Himmel!
Charlotte. Was hör' ich!
Narbonne (steht auf). Ich kenne wenig Arbeiten, die so vortrefflich
wären--Selicour, Sie sind Gesandter!
Karl. Mein Gott!
Narbonne. Sie sind's! Ich stehe Ihnen für Ihre Ernennung! Wer das
schreiben konnte, muß ein rechtschaffener Mann, muß ein Mann von
hohem Genie sein!
Selicour. Aber erlauben Sie--ich weiß nicht, ob ich es annehmen
darf--Zufrieden mit meinem jetzigen Loose--
Narbonne. Sie müssen sich von allem losreißen, wenn der Staat Sie
anderswo nöthig hat.
Selicour. Dürfte ich mir nicht wenigstens Herrn Firmin zu meinem
Secretär ausbitten?
Firmin. Wo denken Sie hin? Mich? Mich? Zu Ihrem Secretär?
Selicour. Ja, Herr Firmin! Ich habe Sie sehr nöthig.
Karl. Das will ich glauben.
Narbonne. Das wird sich finden! Nun! Wie ist die Musik abgelaufen?
Selicour. Fräulein Charlotte hat ganz himmlisch gesungen.
Fünfter Auftritt.
Michel zu den Vorigen.