Michel. Einen so übeln Empfang glaubte ich nicht--

Selicour. Was beliebt?

Michel. Ich komme ja gar nicht, um etwas zu bitten--ich komme, dem

Herrn Selicour meine gehorsame Danksagung abzustatten.

Selicour. Danksagung? Wofür?

Michel. Daß Sie meinem Neffen die Stelle verschafft haben.

Selicour. Was? Wie?

Michel. Ich bin erst seit gestern hier im Hause, weil mich mein Herr

auf dem Lande zurückließ. Als ich Ihnen schrieb, hatte ich nicht die

Ehre, Sie von Person zu kennen.

Selicour. Was Sie sagen, mein Werthester! Sie wären im Dienst des

Ministers?

Michel. Sein Kammerdiener, Ihnen zu dienen!

Selicour. Mein Gott, welcher Irrthum! Monsieur Michel, Kammerdiener,

Leibdiener, Vertrauter des Herrn Ministers!--Bitte tausendmal um

Verzeihung, Monsieur Michel!--Wahrhaftig, ich schäme mich--ich bin

untröstlich, daß ich Sie so barsch angelassen. Auf Ehre, Monsieur

Michel!--Ich hielt Sie für einen Commis.

Michel. Und wenn ich es auch wäre!

Selicour. Man wird von so vielen Zudringlichen belagert! Man kann

es nicht allen Leuten am Rock ansehen.--

Michel. Aber gegen alle kann man höflich sein, dächt' ich!

Der Parasit, oder, die Kunst sein Glück zu machen Ein Lustspiel nach dem Franzoesischen [des Picard] · 第 16 / 64 题