La Roche. Laßt nur mich machen! Laßt mich machen, sag' ich! Und
über kurz oder lang sind Sie Ambassadeur, und Karl heirathet Fräulein
Charlotten.
Karl. Ich Charlotten heirathen!
Firmin. Ich Ambassadeur!
La Roche. Nun! Nun! Warum nicht? Sie verdienten es besser, sollt'
ich meinen, als dieser Selicour.
Firmin. Lieber La Roche! Eh Sie uns andern so große Stellen
verschaffen, dächte ich, Sie sorgten, Ihre eigene wieder zu erhalten.
Karl. Das gleicht unserm Freund! So ist er! Immer unternehmend!
immer Plane schmiedend! Aber damit langt man nicht aus! Es braucht
Gewandtheit und Klugheit zur Ausführung--und daß der Freund es so
leicht nimmt, das hat ihm schon schwere Händel angerichtet!
La Roche. Es mag sein, ich verspreche vielleicht mehr, als ich
halten kann. Aber alles, was ich sehe, belebt meine Hoffnung, und
der Versuch kann nichts schaden.--Für mich selbst möchte ich um
keinen Preis eine Intrigue spielen--aber diesen Selicour in die Luft
zu sprengen, meinen Freunden einen Dienst zu leisten--das ist
löblich, das ist köstlich, das macht mir ein himmlisches Vergnügen--
und an dem Erfolg--an dem ist gar nicht zu zweifeln.
Firmin. Nicht zu zweifeln? So haben Sie Ihren Plan schon in Ordnung?
La Roche. In Ordnung--wie? Ich habe noch gar nicht daran gedacht;
aber das wird sich finden, wird sich finden.
Firmin. Ei!--Ei! Dieser gefährliche Plan ist noch nicht weit
gediehen, wie ich sehe.
La Roche. Sorgen Sie nicht--Ich werde mich mit Ehren herausziehn;
dieser Selicour soll es mir nicht abgewinnen, das soll er nicht,
dafür steh' ich.--Was braucht's der Umwege? Ich gehe geradezu, ich
melde mich bei dem Minister, es ist nicht schwer, bei ihm vorzukommen;
er liebt Gerechtigkeit, er kann die Wahrheit vertragen.