Paris, Sammlung des Herrn Gustave Dreyfuß.]

„Und David war ein Knabe bräunlicht und schön“, sagt die Bibel. So

scheint er auch in der Phantasie Verrocchios gelebt zu haben. Im

übrigen hielt sich der Meister nicht an die Tradition: jede Andeutung

der Schleuder fehlt, und das Riesenschwert ist zu einer bescheidenen

Waffe, für die Knabenhand passend geworden. Keck, sicher, leicht

angeglüht von dem Feuer seines ersten Triumphes, blickt der Knabe

lächelnd vor sich hin; die sehnige Rechte hält noch fest das Schwert am

Griff, die Linke stützt sich in dem Gefühl fröhlichen Selbstbewußtseins

leicht auf die Hüfte. Ein knapper Lederkoller umschließt den Leib,

Ledergamaschen schützen Wade und Fuß bis zu den Zehen. Alle Ränder der

Bekleidungsstücke sind ornamentiert; eine Palmette schmückt die Brust,

Rosetten zeigen in gewissenhafter Anatomie die Stelle der Brustwarzen.

Zwischen den Füßen liegt das wüste Haupt des erschlagenen Riesen,

das mit seinem wirren Haar und den groben Formen den schwerlötigen

Philister verrät. In der mitten auf der Stirn klaffenden Wunde saß

ehemals noch der Stein fest.

[Illustration: Abb. 16. +Büste des Giuliano de’ Medici.+ Gebrannter

Thon.

Verrocchio · 第 33 / 68 题