„Und David war ein Knabe bräunlicht und schön“, sagt die Bibel. So
scheint er auch in der Phantasie Verrocchios gelebt zu haben. Im
übrigen hielt sich der Meister nicht an die Tradition: jede Andeutung
der Schleuder fehlt, und das Riesenschwert ist zu einer bescheidenen
Waffe, für die Knabenhand passend geworden. Keck, sicher, leicht
angeglüht von dem Feuer seines ersten Triumphes, blickt der Knabe
lächelnd vor sich hin; die sehnige Rechte hält noch fest das Schwert am
Griff, die Linke stützt sich in dem Gefühl fröhlichen Selbstbewußtseins
leicht auf die Hüfte. Ein knapper Lederkoller umschließt den Leib,
Ledergamaschen schützen Wade und Fuß bis zu den Zehen. Alle Ränder der
Bekleidungsstücke sind ornamentiert; eine Palmette schmückt die Brust,
Rosetten zeigen in gewissenhafter Anatomie die Stelle der Brustwarzen.
Zwischen den Füßen liegt das wüste Haupt des erschlagenen Riesen,
das mit seinem wirren Haar und den groben Formen den schwerlötigen
Philister verrät. In der mitten auf der Stirn klaffenden Wunde saß
ehemals noch der Stein fest.
[Illustration: Abb. 16. +Büste des Giuliano de’ Medici.+ Gebrannter
Thon.