geb. 4. Juni 1908, verschwand 17. April 1924.
Der Junge war immer träumerisch und verschlossen, konnte aber, wie
Lehrer und Pastor ihn schildern, leicht eingeschüchtert und beeinflußt
werden. Nachdem er 1923 die 1. Klasse der Bürgerschule durchlaufen hatte
und eingesegnet war, brachte ihn der Vater, der Dreher Wilhelm Apel in
Leinhausen, als Lehrling unter in der großen Speditionsfirma von M.
Neldel in der Nikolaistraße. Er fuhr fortan jeden Morgen um 6 Uhr mit
der Eisenbahn in die Stadt zur Arbeit und kam abends gegen 8 Uhr nach
Leinhausen zurück. Er scheint aber in der Stadt auf Abwege geraten zu
sein. Seit Beginn des Jahres 1924 beobachtet die Mutter an dem Jungen
ein gedrücktes Wesen. Er saß oft grübelnd über seinen Büchern und konnte
die Mutter nicht frei ansehen. Der Vater, sehr streng, lauerte in der
Stadt dem Jungen auf, ertappte ihn beim Zigarettenrauchen und bestrafte
ihn schwer: „Zur Strafe gehst du Ostern nicht aus der Tür, und wenn die
Sonne scheint.“ Den Tag darauf, am 17. April, begab sich der Junge wie
gewöhnlich nach Hannover, ist aber auf seiner Lehrstelle nicht
angekommen und wird seitdem vermißt. Unter den bei Haarmann
beschlagnahmten oder von der Engel für Haarmann verkauften Sachen fanden
sich die zumeist von der Mutter selber genähten Kleider des Jungen. Da
dieser, wenn er abends nach Leinhausen fuhr, in dem von Haarmann
„revidierten“ Wartesaal sich aufhalten mußte, so dürfte er dort wohl die
verhängnisvolle Bekanntschaft gemacht haben.