geb. 21. April 1908, verschwand 8. Februar 1924.
Ein kluger, geweckter Junge, fast 16, Elektrotechnikerlehrling bei Mühe
& Co., Hildesheimer Straße. Januar 1924 fällt den Eltern auf, daß er
immer in _sauberem_ Zustand von der Arbeit kommt. Der Vater geht zu Mühe
& Co. und bekommt zu hören: „Seit vier Wochen kommt schon Ihr Junge
nicht mehr.“ Der junge Bummler wird nun streng vorgenommen. Er erwidert:
„Ich habe keine Lust mehr zur Technik. Ich habe einen Freund, der will
mich ins Ausland mitnehmen.“ Der Vater besteht darauf, er muß folgenden
Tags wieder zu Mühe & Co. Da die Eltern in Linden wohnen, so muß der
Junge in der Mittagpause 12-2 bei seiner Schwester essen; Frau Albrecht
in der Lavesstraße. Das geschieht wie immer, so auch am 8. Februar. Die
Schwester, eine brave, anständige Natur, führt mit dem Jungen harmlose
Gespräche. Um 2 geht er fort wie gewöhnlich und ist seitdem
verschwunden. Am 10. machte der Vater der Polizei Meldung. Man fand
keine Spuren. Erst im Juni wurden Kleidungsstücke des Kindes, von Mutter
und Schwester genäht, und mit Monogrammen gezeichnet in Haarmanns
Wohnung, Rote Reihe 2, gefunden, andere hatte der Stiefsohn der Engel in
Haarmanns Auftrag verkauft; den Schulzirkelkasten des Knaben hatte Grans
bekommen. Ein älterer Bekannter des Knaben hat diesen einmal in
Gesellschaft von Haarmann auf der Georgstraße gesehen. Die Mutter bricht
angesichts der Kleider ganz zusammen. Haarmann schlägt (zum ersten Male)
die Augen nieder.