Wir hielten und warteten auf die Heimkehr einiger uns freundlich
gesinnter Wagogo-Reisender, die sich uns angeschlossen und die wir
gebeten hatten, unserm Bombay bei den Unterhandlungen über den Tribut
beizustehen; plötzlich kamen diese Wagogo in athemloser Eile zu uns
zurück und riefen: „Warum haltet Ihr hier? Wollt Ihr sterben? Diese
Heiden wollen den Tribut gar nicht nehmen, sondern rühmen sich, dass
sie Euer ganzes Tuch verzehren wollen.“
Die Wanyamwezi-Ueberläufer, welche in Wagogo-Familien hinein
geheirathet haben, haben uns in diesem Lande stets zur Plage gereicht.
Als der Häuptling von Khonze heraufkam, liess ich meine Leute
ihre Flinten laden und that dies auch mit meiner eigenen in sehr
demonstrativer Weise in seiner Gegenwart. Darauf ging ich auf ihn
zu und fragte ihn, ob er gekommen sei, um uns unser Tuch mit Gewalt
abzunehmen, oder ob er ruhig das annehmen wolle, was ich ihm anböte.
Als der Mnyamwezi, der diese Feindseligkeiten angeregt hatte, im
Begriff war zu reden, ergriff ich ihn an der Gurgel und drohte, ihm
seine Nase noch platter zu schlagen, wenn er es versuchen sollte, in
meiner Gegenwart zu sprechen, und ihn zuerst zu erschiessen, wenn
wir zum Kampfe gezwungen würden. Hierauf wurde der Schurke in den
Hintergrund gestossen. Der Häuptling, der sich über dieses Verfahren
sehr amüsirte, lachte laut über die diesem Schmarotzer angethane
Kränkung und in kurzer Zeit hatten er und ich die Tributfrage zu
gegenseitiger Befriedigung erledigt und wir trennten uns als gute
Freunde. Am Abend erreichte die Expedition Sanza.
Am 31. kamen wir zu Kamyenyi, dem grossen Mtemi -- Magomba’s -- dessen
Sohn und Erbe Mtundu M’gondeh ist. Als wir gerade an dem Tembé des
grossen Sultans vorüberzogen, war sein Msagira oder erster Rath, ein
angenehmer Mann mit grauem Haar, damit beschäftigt, eine Dornhecke um
ein Fleckchen jungen Korns zu ziehen. Er begrüsste die Karavane mit
einem sonoren „Yambo“, stellte sich an die Spitze derselben und führte
sie an unsern Lagerplatz. Als er mir vorgestellt wurde, war er sehr
herzlich in seiner Manier. Ich liess ihm ein Kiti (Sessel) anbieten
und er unterhielt sich mit mir in leutseliger Weise. Er erinnerte sich
meiner Vorgänger Burton, Speke und Grant sehr wohl und sagte, ich
sei viel jünger als sie. Auch bot er mir Eselsmilch an, da er sich
erinnerte, dass einer der Weissen (Burton?) solche zu trinken pflegte.
Die Art, wie ich sie trank, schien ihm sehr amüsant zu sein.
[Illustration: UNAMAPOKERA.]
[Illustration: EIN DROHENDER KAMPF.