FUSSNOTEN ZU KAPITEL 9 -- CHAPTER 9 FOOTNOTES

1: Von diesen sechs Niederlassungen kennen wir Älterleute. Älterleute

zu Ipswich werden erwähnt HR. II 2 n. 44, 7 n. 338 §§ 194,_8,

203,_8; zu Yarmouth Hans. U. B. IV n. 768; zu Lynn Hans. U. B. II

n. 40, X n. 477 § 18; zu Boston Hans. U. B. IV n. 768, HR. II 2 n.

28, 79 § 8; zu Hull Hans. U. B. IV n. 768.

2: In einer undatiert überlieferten Verordnung des lübischen Rats

heißt es, dat unse coplude van Lubeke in Engelant verkerende ...

in de hauene van Engelant, dar se komen mit eren schepen, under

zijk scholen kesen enen alderman, de alle zake under se vallende

tusschen copman unde copman, de na older ghewonheit deme copman

behorelik sin to richtende, sullen scheden vereffenen unde richten

na conscienscien, alse dat behorlik is. Lüb. U. B. VIII n. 750.

Dasselbe bestimmt auch die Aufzeichnung Kölns vom Jahre 1324 über

die Rechte seiner Kaufleute in England: ubicumque quatuor civium

Coloniencium predictorum in terra Anglie predicta presentes

fuerunt, illi quatuor inter se eligere poterunt unum justiciarium,

qui alderman appellatur, cui alii cives Colonienses mercatores

secundum jus et consuetudinem eorum antiquam obedire tenebuntur.

HR. I 7 n. 733. Vgl. Stein, Hansebruderschaft der Kölner

Englandfahrer S. 220 f.

3: 1476 bat das Londoner Kontor, dat de resedencie to Busteyn,

Jebeswyck und Lynne und in alle Engelandt blyve under dem kuntoer

to Londen na alder gewonte. Hans. U. B. X n. 477 § 18.

4: HR. II 2 n. 82 § 8, Lappenberg n. 106 § 56,3.

5: Siehe S. 175.

6: In der oben erwähnten Verordnung des lübischen Rats: dat unse

coplude van Lubeke in Engelant verkerende ... en sullen nemande to

bade noch to rechte staen, sunder allene dem copman van Londen,

deme ouersten rechte. Lüb. U. B. VIII n. 750. In einer Verordnung

des Kaufmanns von 1455: Item wert sake dat eynige coplude van der

Henze eynich recht schoten voor dat overste recht to Londen ...

Hans. U. B. VIII n. 435 § 4.

7: HR. II 2 n. 82 § 7.

8: HR. I 3 n. 68, Hans. U. B. IV n. 768, 943, 1049, V n. 1134 § 1,

VIII n. 435 § 2, 534, Lappenberg n. 106 § 3, 35, 41, 44.

9: HR. II 5 n. 263 § 50.

10: Hans. U. B. X n. 477 § 18, HR. II 7 n. 338 §§ 194,8, 203,8.

11: HR. II 2 n. 354 § 10, 7 n. 187, 464, III 1 n. 501 §§ 51, 52, Hans.

U. B. IV n. 768, 791, V n. 1000, Hans. Gesch. Qu. N. F. II

Einleitung S. XI, S. 362.

12: Hans. U. B. IV n. 945, VIII n. 534, IX n. 428 § 2 und Anm. 1, 491,

X n. 492.

13: Siehe S. 189 ff. die Liste der Älterleute.

14: Vgl. Kunze S. 135 f.

15: Hans. Gesch. Qu. VI n. 213, 267, 285, Hans. U. B. VI n. 75.

16: Hans. U. B. IV n. 791, V n. 1000, HR. II 2 n. 28; vgl. Hans.

Gesch. Qu. N. F. II Einleitung S. XII.

17: HR. II 2 n. 34.

18: HR. I 2 n. 212 § 4, 3 n. 102, II 3 n. 503 § 5, 504 § 9, 5 n. 263

§§ 9, 48, 714 § 5, III 7 n. 448 §§ 8 ff., Hans. U. B. VIII n. 534,

Hans. Gesch. Qu. VI n. 328 § 10.

19: HR. I 1 n. 376 § 11. Vgl. über das Folgende besonders Stein,

Beiträge S. 112 ff.

20: HR. I 5 n. 225 § 8, 392 § 24, 6 n. 398 § 3, 557 § 6, II 1 n. 321 §

12, 3 n. 288 § 47, 6 n. 356 § 16.

21: HR. I 6 n. 398 § 3, 557 § 6.

22: HR. II 2 n. 74.

23: HR. II 3 n. 288 § 73.

24: HR. II 3 n. 546 § 10, auch Hans. U. B. VIII n. 296, 302, 987, 1047.

25: Lappenberg n. 106 § 6.

26: Vgl. Arup S. 18 ff., Stein, Beiträge S. 114.

27: HR. I 5 n. 225 §§ 8, 9, auch 4 n. 541 § 11.

28: Vgl. Stein, Beiträge S. 115.

29: HR. II 3 n. 288 §§ 72, 73. Das Londoner Kontor führte diese

Beschlüsse streng durch. Hans. U. B. VIII n. 296, 299, 300, 302,

319, 344, 1047, IX n. 150.

30: Hans. U. B. VIII n. 534. Der Beschluß von 1457 war nicht bloß eine

Erneuerung der Vorschriften von 1447, wie Stein, Beiträge S. 119

meint, sondern verschärfte die früheren Bestimmungen ganz

bedeutend. Vgl. Daenell II S. 406.

31: HR. II 5 n. 263 § 48, 712 §§ 8,4, 43.

32: Item dat men ock nemande in Engeland vordedinge myt des kopmans

rechte, he en sii denne eyn borger offte geboren borger in der

hanze sunder argelist. HR. II 7 n. 138 § 118. Aus dem oben

angeführten Grunde hat, glaube ich, Daenell II S. 406 unrecht,

wenn er diese Verordnung als Zustimmung zu der Forderung des

Kontors auffaßt. Für unsere Auslegung der Bestimmung sprechen auch

die späteren Entscheidungen der Städte in Sachen der Kaufleute,

welche das Bürgerrecht durch Kauf erworben haben.

33: HR. III 3 n. 353 §§ 113, 146, III 4 n. 79 § 52. Diese Beschlüsse

wurden auf den Hansetagen von 1507, 1511 und 1517 bestätigt. HR.

III 5 n. 243 § 121, 6 n. 188 §§ 90, 97, 98, 106, 7 n. 39 § 166.

Durch diese Bestimmungen wurden die Beschlüsse von 1447

aufgehoben. HR. II 3 n. 288 § 72.

34: HR. III 4 n. 79 §§ 56, 202.

35: HR. III 2 n. 496 §§ 293-295, 3 n. 353 §§ 95, 121, 357, 385, 392,

397, 398, 4 n. 64, 79 §§ 6, 7, 99, 100, 230, 6 n. 687, 695 § 43, 7

n. 33, 39 §§ 27, 132-134, 201, 213, 108 §§ 372, 373.

36: Lappenberg n. 106 § 6; vgl. Arup S. 50.

37: Hans. U. B. X n. 477 § 12, HR. II 7 n. 338 §§ 194,11, 203,11,

389 § 103,_3, III 2 n. 26 §§ 20, 23, 160 § 180.

38: Lappenberg n. 106 §§ 5, 8, 9.

39: In den Statuten des Kontors heißt es: Item ofte ienich koepman

ofte schipper in Engeland queme, de in dat recht behorde und des

rechtes nicht en wunnen hadde, den man schal de olderman don

warnen.... Lappenberg n. 106 § 5. 1465 sollte das Londoner Kontor

für alle hansischen Kaufleute, die nach England kamen, Zertifikate

ausstellen, daß sie zur Hanse gehörten. HR. II 5 n. 736, auch

Hans. U. B. VIII n. 1000 § 5.

40: Vgl. Stein, Beiträge S. 113.

41: Lappenberg n. 106 §§ 6-8. Ob im 14. und 15. Jahrhundert noch

irgendwelche Abgabe bei der Aufnahme gefordert wurde, wissen wir

nicht. Im 13. wurde eine Abgabe von 5 s gezahlt. Hans. U. B. I n.

636. Vgl. Stein, Hansebruderschaft der Kölner Englandfahrer S. 231

ff.

42: HR. II 3 n. 288 §§ 74-77.

43: Lappenberg n. 106 § 8, Hans. U. B. VIII n. 1000 § 5.

44: Lappenberg n. 106 § 1,2. Nach der Wiederaufnahme Kölns nach dem

Utrechter Frieden wurde die alte Drittelsteilung

wiederhergestellt. HR. II 7 n. 338 §§ 194,1, 203,1. 1554 bestand

eine andere Einteilung. Lübeck, die wendischen, pommerschen,

sächsischen und westfälischen Städte bildeten das erste, Köln mit

den links- und rechtsrheinischen, den friesischen und

überysselschen Städten das zweite, Danzig mit den Preußen und

Livländern das dritte Drittel. Vgl. Lappenberg S. 29.

45: HR. II 2 n. 81 § 1.

46: HR. I 6 n. 398 § 3, 537 § 6, Lappenberg n. 106 § 4. Die Vermutung

Wirrers S. 494, daß in London zu Älterleuten auch solche gewählt

wurden, die nicht Hansebrüder oder in keiner Hansestadt angesessen

waren, trifft für die von uns behandelte Periode sicher nicht zu.

Ich glaube nicht, daß die Hansen bei dem Haß und der Eifersucht

der englischen Kaufmannschaft hätten wagen dürfen, einen Mann, der

ihrer Genossenschaft nicht angehörte, mit ihrer höchsten Würde zu

bekleiden. Auch hören wir nie von einem Ältermann, der nicht

Mitglied der Hanse und Bürger einer Hansestadt war. Die

Bestimmungen der Hansetage über den Vorstand richteten sich gegen

das Brügger Kontor, welches Nichthansen zu diesen Stellen zuließ.

Vgl. Stein, Beiträge S. 109 ff.

Anders war es aber im 13. und am Anfange des 14. Jahrhunderts. Der

erste Ältermann der Kaufleute von der Gildhalle, von dem wir

hören, ist Arnold, Thedmars Sohn. Thedmar, ein geborener Bremer,

hatte sich in London niedergelassen und dort das Bürgerrecht

erworben. Sein Sohn Arnold spielte unter Heinrich III. und Eduard

I. in den Angelegenheiten Londons eine nicht geringe Rolle und

bekleidete mehrfach Ämter der Stadt. Zwischen 1251 und 1260 war

Arnold Ältermann der Deutschen. Hans. U. B. I n. 405, 540, 835;

vgl. Lappenberg S. 15 f. -- Das Übereinkommen mit London von 1282

unterzeichnete als Ältermann der Deutschen Hanse Gerhard Merbode.

Nach den Patent Rolls von 1272/73 war Merbode auch Londoner

Bürger. Wenn er mit dem um 1265 in England verstorbenen Merbodo de

Tremonia verwandt war, so stammte er oder seine Vorfahren aus

Dortmund oder Soest. Hans. U. B. I n. 902, III n. 613, S. 406,

Hans. Gesch. Qu. III Einleitung S. CXXVII.

Hieraus kann man, glaube ich, entnehmen, daß die Kaufleute von der

Gildhalle damals zu Älterleuten in London ansässige Leute wählten,

entweder Engländer, welche durch ihre Herkunft von eingewanderten

Deutschen ihnen nahe standen, oder Deutsche, welche das

Bürgerrecht erworben und sich in der Stadt niedergelassen hatten.

Dasselbe scheint auch bei den anderen Niederlassungen der

Deutschen der Fall gewesen zu sein. In Lynn begegnet um 1271 der

dortige Bürger Simon von Stavere als Ältermann des römischen

Reichs. Hans. U. B. I n. 700, 701. Es war also keine Neuerung,

wenn in dem Abkommen, welches die Kaufleute von der Gildhalle 1282

mit der Stadt London schlossen, festgesetzt wurde: quod habeant

aldermannum suum, prout retroactis temporibus habuerunt, ita tamen

quod aldermannus ille sit de libertate civitatis predicte. Hans.

U. B. I n. 902. Noch unter Eduard II. hatten die hansischen

Kaufleute einen Ältermann, der zugleich auch Londoner Bürger war.

1314, 1319 und 1320 war Johann Lange, auch le Longe oder le Lunge

genannt, Ältermann der deutschen Kaufleute in London. Dieser

Johann Lange, der oft den Beinamen "Alemand" oder "Osterling"

(Estrensis) führt, kommt am Anfange des 14. Jahrhunderts in

zahlreichen Urkunden vor und muß ein angesehener Kaufmann gewesen

sein. Nach Hans. Gesch. Qu. III Einleitung S. CXXIX stammte er

vielleicht aus Dortmund. Er ist sicher identisch mit dem Londoner

Bürger Johann le Lunge oder le Longe, der sich 1316 und 1320

zusammen mit anderen Londoner Bürgern für deutsche Kaufleute,

deren Waren beschlagnahmt worden waren, verbürgte. Hans. Gesch.

Qu. VI n. 29, 31, 35, 39, 46, 54, 67, Hans. U. B. II n. 153, 316,

352, 356, 428, Lüb. U. B. II n. 1044, 1045, 1052, 1056, 1058.

Steht nun hiermit nicht in Widerspruch, wenn die hansischen

Kaufleute 1321 vor dem königlichen Gerichtshof behaupteten, sie

hätten das Recht, eligere de societate sua sibi aldremannum...?

Hans. U. B. II n. 375 (S. 156). Ich glaube nicht. Der von den

Hansen gewählte Ältermann war zugleich Mitglied der Genossenschaft

und Londoner Bürger. Die Hansen konnten also mit vollem Recht

erklären, sie wählten ihren Ältermann aus ihrer Genossenschaft.

Anders Wirrer S. 490. Falsch ist es, diese Äußerung auf den

"hansischen" Ältermann im Gegensatz zu dem "englischen" zu

beziehen. Die hansische Genossenschaft in London hatte damals, wie

wir oben sahen, nur einen Ältermann. Seit wann ein "hansischer"

und ein "englischer" Ältermann nebeneinander bestanden, läßt sich

nicht mit Sicherheit feststellen. Wir werden auf diese Frage, wenn

wir über den "englischen" Ältermann sprechen, zurückkommen. Siehe

S. 185 Anm. 1.

47: HR. II 2 n. 81 § 1, 7 n. 138 § 113, 338 § 171.

48: Hans. U. B. X n. 477 § 2, HR. II 7 n. 338 §§ 194, 194,2, 203,2.

49: LAPPENBERG N. 106 § 1,2-8, HR. II 2 N. 81 § 1; VGL. WIRRER

S. 495.

50: HR. II 2 n. 81 § 5.

51: Lappenberg n. 106 § 1,10.

52: HR. II 7 n. 138 § 113, Hans. U. B. X n. 477 § 1.

53: HR. II 2 n. 81 §§ 3, 4, Lappenberg n. 106 § 1,13-16.

54: HR. II 2 n. 82 § 8, Hans. U. B. V n. 1134 § 3.

55: HR. II 2 n. 81 § 2, Lappenberg n. 106 § 1,12.

56: HR. II 2 n. 81 § 2, Lappenberg n. 106 §§ 33, 34; vgl. Wirrer S.

495. Kunze sagt Hans. Gesch. Qu. VI Einleitung S. XXXIII: Alle aus

einer Obligation entspringenden Klagen gegen einen der deutschen

Kaufleute gehören vor das Forum des hansischen Ältermanns in der

deutschen Gildhalle. Diese Annahme trifft für die Zeit bis zum

Beginn des 14. Jahrhunderts sicher zu. Nicht nur behaupteten 1321

die hansischen Kaufleute vor dem königlichen Gerichtshof: si quis

de eadem hansa per aliquem implacitetur coram majore seu

vicecomitibus Londoniensibus de aliquo placito convencionis,

debiti seu contractus personaliter, quod idem aldremannus de

societate predicta petet inde curiam suam et ea optinebit et inde

faciet justiciam in aula Alemannorum predicta. Hans. U. B. II n.

375 (S. 156). Wir wissen auch von Verhandlungen solcher

Schuldklagen vor dem Gericht des hansischen Ältermanns. Hans. U.

B. II n. 27, Hans. Gesch. Qu. VI n. 54. Aber in der oben

behandelten Periode haben die hansischen Älterleute dieses Recht

nicht mehr gehabt. 1420 wurde eine Schuldklage von zwei Londoner

Fischhändlern gegen einen hansischen Kaufmann vor dem Gericht der

Sheriffs verhandelt und dann vor den Mayorscourt gezogen. Das

Gericht des hansischen Ältermanns scheint ausgeschaltet. Hans. U.

B. VI n. 273. Daß der Ältermann der Deutschen Hanse bis zum Beginn

des 14. Jahrhunderts das Recht, Schuldklagen gegen einen Hansen zu

entscheiden, besessen hat, wird verständlich, wenn wir das S. 177

Anm. 3 Gesagte bedenken. Da der hansische Ältermann damals auch

englischer Bürger war, konnte ihm die Entscheidung dieser Prozesse

anvertraut werden. Dem landfremden Ältermann des 14. und 15.

Jahrhunderts entzog man aber mit Recht diese Befugnis.

57: Lappenberg n. 106 § 3.

58: HR. II 3 n. 288 § 74.

59: Lappenberg n. 106 § 1,7, Hans. U. B. X n. 576 § 2.

60: Hans. U. B. V n. 229, 234, VIII n. 154, Lappenberg n. 106

§§ 45-49.

61: Vgl. Daenell II S. 400.

62: Hans. U. B. V n. 438, Lappenberg n. 106 § 23.

63: HR. II 1 n. 50.

64: Hans. U. B. V n. 438.

65: Nach Lappenberg n. 45 hatte das Kontor drei Klerks. Aus den

Hanserezessen und hansischen Urkundenbüchern können wir aber immer

nur zwei Sekretäre zu gleicher Zeit nachweisen. Siehe die Liste

der Sekretäre auf S. 191 f.

66: Lappenberg n. 45, Hans. U. B. IX n. 439 §§ 8, 12, 59-62, 84, 88,

113, 119, 120, 540 §§ 39, 40, 45, 638 §§ 5, 6, 10, 64, 83, HR. II

7 n. 341, III 1 n. 347.

67: Als "des ghemeinen copmans overste alderman van al Engellant"

unterzeichnete 1383 Walworth einen Beschluß des Kaufmanns. Das

Londoner Kontor nannte ihn 1385 "unse overste alderman". Hans. U.

B. IV. n. 768, 835, VIII n. 43, 534, IX n. 105 §§ 16, 23, 490 (S.

347), HR. II 3 n. 649 § 13. Die Übereinkunft von 1282 ging zwar

ursprünglich allein die hansische Niederlassung in London an; aber

da der englische Ältermann auch den Titel "oberster Ältermann"

führte, und besonders da seine Tätigkeit als Justiziar sich auf

alle hansischen Kaufleute in England erstreckte, so glaube ich,

daß Wirrer S. 493 unrecht hat, die Befugnisse des englischen

Ältermanns auf das Londoner Kontor zu beschränken. Richtig ist

dagegen, daß es nur einen englischen Ältermann mit dem Sitz in

London gab.

68: Die Annahme, daß erst seit 1282 die Kaufleute von der Gildhalle

einen Londoner Bürger zum Ältermann wählten, ist, wie ich glaube

S. 177 Anm. 3 gezeigt zu haben, nicht richtig. Anders Lappenberg

S. 18 f., Wirrer S. 489 ff., Daenell I S. 57. -- Erst seit den

achtziger Jahren des 14. Jahrhunderts läßt sich mit Sicherheit

nachweisen, daß in London der "hansische" und der "englische"

Ältermann nebeneinander bestanden. 1383 unterzeichneten eine

Verordnung des Kaufmanns die Älterleute der hansischen

Niederlassungen zu London, Boston, Yarmouth und Hull und William

Walworth als oberster Ältermann des gemeinen Kaufmanns. Hans. U.

B. IV n. 768. Es ist anzunehmen, daß auch der unmittelbare

Vorgänger von Walworth, der 1381 als verstorben bezeichnete

Londoner Alderman Aubrei, und vielleicht auch der in den vierziger

Jahren mehrfach als Ältermann der Deutschen Hanse bezeugte

Londoner Mayor Johann Hamond "englische" Älterleute waren. Hans.

U. B. III n. 42, 78, IV n. 709. Daraus würde folgen, daß die

hansischen Kaufleute unter Eduard III., vielleicht schon in der

ersten Hälfte seiner Regierung, in London und anderwärts begonnen

haben, Älterleute zu wählen, die nicht englische Bürger waren.

Diese waren seitdem die eigentlichen Leiter der Niederlassungen.

Daneben wählten aber die Hansen weiter einen Londoner Bürger zum

Ältermann.

69: Es scheint damals die Anschauung bestanden zu haben, daß der

englische Ältermann nur aus den Londoner Aldermen genommen werden

dürfe. So erklärten die Dinanter 1465 dem Markgrafen Markus von

Baden: des 24 personnes nommes aldersman, lesquelx ont la gouverne

de la cite de Londres, puellent les dis de la Hanse esliere et

instituer ung diceux, lequel fait seriment outre et aveuc les

privileges, quilz saielles du roy, deulx sourtenir leurz ditez

franchiesez, qui sont grandes en pleuseurs cas. Hans. U. B. IX n.

172.

70: Hans. U. B. I n. 902, VI n. 658, VIII n. 892.

71: Heinrich Frowik wurde 1442 zum Ältermann gewählt, wird 1457 in

einem Beschluß des Kaufmanns als Ältermann erwähnt; 1460 starb er.

Hans. U. B. VIII n. 534, 892, Lappenberg S. 157. Siehe die Liste

der englischen Älterleute und Justiziare auf S. 192.

72: Lappenberg n. 45.

73: Hans. U. B. III n. 42, 71, 78, V n. 778, Hans. Gesch. Qu. VI

n. 128.

74: Das Kontor solle beweisen, dat de Engelsch alderman eyn geburlik

rijchter in der saken gewest were, want yt sus klaer ind wijtlik

ys, dat de koeppman gefrijet ys, dat sij mit oeren selffs

alderlueden ind anderen van der Dutschen nacien dat recht

besijten. Hans. U. B. VIII n. 43, HR. II 3 n. 649 § 13.

75: Hans. U. B. II n. 31 § 8, VIII n. 888, 892.

76: Lappenberg n. 45, Hans. U. B. IX n. 439, 440, 540, 560, 590, 638,

639, HR. III 1 n. 347.

77: London erhielt eine ewige Rente von 70 £ 3 s 4 d und eine

zweiunddreißigjährige von 13 £ 16 s 8 d, der Pfarrer von

Allerheiligen eine solche von 13 £ 6 s 8 d; außerdem bestanden

noch mehrere kleinere Renten. HR. II 7 n. 287, 288, III 1 n. 347

§ 11, Hans. U. B. X n. 374, 376, 1041, S. 706 Anm. 1.

78: Lappenberg n. 106 §§ 1,9, 7,1, HR. II 2 n. 82 § 7, III 4 n. 79

§§ 206, 207, Hans. U. B. VIII n. 435 § 2.

79: Hans. U. B. IV n. 768, X n. 477 § 9, HR. I 8 n. 909, II 7 n. 338

§§ 194,7, 203,7.

80: Hans. U. B. V n. 1134 § 1, HR. II 7 n. 338 § 169. Die Einnahmen

aus den Mieten betrugen von 1475-81 zusammen 550 £; die aus dem

Schoß und den Brüchen 1467 195 £ und 1468 115 £. Die

Gesamteinnahmen des Kontors betrugen 1468 250 £. Hans. U. B. X

n. 440 § 2, 560 §§ 1-5, HR. III 1 n. 347 §§ 3, 4.

81: Hans. U. B. IV n. 768, 786, Hans. Gesch. Qu. VI n. 277.

82: Diese beiden werden 1386 in den preußischen Klageartikeln

"aldirlute von den Duthschen" genannt. HR. I 3 n. 199 § 5. Da es

nur einen Ältermann gab, ist die Bezeichnung nicht genau.

83: Hans. Gesch. Qu. VI n. 261. Es läßt sich nicht nachweisen, daß der

1375 erwähnte Frowin Stopyng aus Lübeck nach England gehandelt

hat; wohl aber wissen wir, daß ein Frowin Stopyng aus Köln 1388 in

England war. Lüb. U. B. IV n. 255, Hans. U. B. IV n. 934, 945.

84: Hans. U. B. V n. 260, Hans. Gesch. Qu. VI n. 266 und Anm. 4.

85: Hans. U. B. VI n. 116 und Anm. 2, 975.

86: HR. II 1 n. 319.

87: 1438 schrieb der Kaufmann zu Antwerpen an den Hochmeister: wand he

(nämlich Joh. van dem Wolde) was up de tiid und es noch een copman

up eme selven und alderman des copmans van der henze to Londen in

Engeland. HR. II 2 n. 262, 638.

88: Seit 1437 führen öfter mehrere die Bezeichnung Ältermann. Man

unterscheidet dann nicht zwischen dem Ältermann und den

Beisitzern. HR. II 3 S. 174, n. 288 § 10, Hans. U. B. VIII n. 35,

215 § 53.

Die Hanse und England von Eduards III. bis auf Heinrichs VIII. Zeit · 第 30 / 34 题