1: Von diesen sechs Niederlassungen kennen wir Älterleute. Älterleute
zu Ipswich werden erwähnt HR. II 2 n. 44, 7 n. 338 §§ 194,_8,
203,_8; zu Yarmouth Hans. U. B. IV n. 768; zu Lynn Hans. U. B. II
n. 40, X n. 477 § 18; zu Boston Hans. U. B. IV n. 768, HR. II 2 n.
28, 79 § 8; zu Hull Hans. U. B. IV n. 768.
2: In einer undatiert überlieferten Verordnung des lübischen Rats
heißt es, dat unse coplude van Lubeke in Engelant verkerende ...
in de hauene van Engelant, dar se komen mit eren schepen, under
zijk scholen kesen enen alderman, de alle zake under se vallende
tusschen copman unde copman, de na older ghewonheit deme copman
behorelik sin to richtende, sullen scheden vereffenen unde richten
na conscienscien, alse dat behorlik is. Lüb. U. B. VIII n. 750.
Dasselbe bestimmt auch die Aufzeichnung Kölns vom Jahre 1324 über
die Rechte seiner Kaufleute in England: ubicumque quatuor civium
Coloniencium predictorum in terra Anglie predicta presentes
fuerunt, illi quatuor inter se eligere poterunt unum justiciarium,
qui alderman appellatur, cui alii cives Colonienses mercatores
secundum jus et consuetudinem eorum antiquam obedire tenebuntur.
HR. I 7 n. 733. Vgl. Stein, Hansebruderschaft der Kölner
Englandfahrer S. 220 f.
3: 1476 bat das Londoner Kontor, dat de resedencie to Busteyn,
Jebeswyck und Lynne und in alle Engelandt blyve under dem kuntoer
to Londen na alder gewonte. Hans. U. B. X n. 477 § 18.
4: HR. II 2 n. 82 § 8, Lappenberg n. 106 § 56,3.
5: Siehe S. 175.
6: In der oben erwähnten Verordnung des lübischen Rats: dat unse
coplude van Lubeke in Engelant verkerende ... en sullen nemande to
bade noch to rechte staen, sunder allene dem copman van Londen,
deme ouersten rechte. Lüb. U. B. VIII n. 750. In einer Verordnung
des Kaufmanns von 1455: Item wert sake dat eynige coplude van der
Henze eynich recht schoten voor dat overste recht to Londen ...
Hans. U. B. VIII n. 435 § 4.
7: HR. II 2 n. 82 § 7.
8: HR. I 3 n. 68, Hans. U. B. IV n. 768, 943, 1049, V n. 1134 § 1,
VIII n. 435 § 2, 534, Lappenberg n. 106 § 3, 35, 41, 44.
9: HR. II 5 n. 263 § 50.
10: Hans. U. B. X n. 477 § 18, HR. II 7 n. 338 §§ 194,8, 203,8.
11: HR. II 2 n. 354 § 10, 7 n. 187, 464, III 1 n. 501 §§ 51, 52, Hans.
U. B. IV n. 768, 791, V n. 1000, Hans. Gesch. Qu. N. F. II
Einleitung S. XI, S. 362.
12: Hans. U. B. IV n. 945, VIII n. 534, IX n. 428 § 2 und Anm. 1, 491,
X n. 492.
13: Siehe S. 189 ff. die Liste der Älterleute.
14: Vgl. Kunze S. 135 f.
15: Hans. Gesch. Qu. VI n. 213, 267, 285, Hans. U. B. VI n. 75.
16: Hans. U. B. IV n. 791, V n. 1000, HR. II 2 n. 28; vgl. Hans.
Gesch. Qu. N. F. II Einleitung S. XII.
17: HR. II 2 n. 34.
18: HR. I 2 n. 212 § 4, 3 n. 102, II 3 n. 503 § 5, 504 § 9, 5 n. 263
§§ 9, 48, 714 § 5, III 7 n. 448 §§ 8 ff., Hans. U. B. VIII n. 534,
Hans. Gesch. Qu. VI n. 328 § 10.
19: HR. I 1 n. 376 § 11. Vgl. über das Folgende besonders Stein,
Beiträge S. 112 ff.
20: HR. I 5 n. 225 § 8, 392 § 24, 6 n. 398 § 3, 557 § 6, II 1 n. 321 §
12, 3 n. 288 § 47, 6 n. 356 § 16.
21: HR. I 6 n. 398 § 3, 557 § 6.
22: HR. II 2 n. 74.
23: HR. II 3 n. 288 § 73.
24: HR. II 3 n. 546 § 10, auch Hans. U. B. VIII n. 296, 302, 987, 1047.
25: Lappenberg n. 106 § 6.
26: Vgl. Arup S. 18 ff., Stein, Beiträge S. 114.
27: HR. I 5 n. 225 §§ 8, 9, auch 4 n. 541 § 11.
28: Vgl. Stein, Beiträge S. 115.
29: HR. II 3 n. 288 §§ 72, 73. Das Londoner Kontor führte diese
Beschlüsse streng durch. Hans. U. B. VIII n. 296, 299, 300, 302,
319, 344, 1047, IX n. 150.
30: Hans. U. B. VIII n. 534. Der Beschluß von 1457 war nicht bloß eine
Erneuerung der Vorschriften von 1447, wie Stein, Beiträge S. 119
meint, sondern verschärfte die früheren Bestimmungen ganz
bedeutend. Vgl. Daenell II S. 406.
31: HR. II 5 n. 263 § 48, 712 §§ 8,4, 43.
32: Item dat men ock nemande in Engeland vordedinge myt des kopmans
rechte, he en sii denne eyn borger offte geboren borger in der
hanze sunder argelist. HR. II 7 n. 138 § 118. Aus dem oben
angeführten Grunde hat, glaube ich, Daenell II S. 406 unrecht,
wenn er diese Verordnung als Zustimmung zu der Forderung des
Kontors auffaßt. Für unsere Auslegung der Bestimmung sprechen auch
die späteren Entscheidungen der Städte in Sachen der Kaufleute,
welche das Bürgerrecht durch Kauf erworben haben.
33: HR. III 3 n. 353 §§ 113, 146, III 4 n. 79 § 52. Diese Beschlüsse
wurden auf den Hansetagen von 1507, 1511 und 1517 bestätigt. HR.
III 5 n. 243 § 121, 6 n. 188 §§ 90, 97, 98, 106, 7 n. 39 § 166.
Durch diese Bestimmungen wurden die Beschlüsse von 1447
aufgehoben. HR. II 3 n. 288 § 72.
34: HR. III 4 n. 79 §§ 56, 202.
35: HR. III 2 n. 496 §§ 293-295, 3 n. 353 §§ 95, 121, 357, 385, 392,
397, 398, 4 n. 64, 79 §§ 6, 7, 99, 100, 230, 6 n. 687, 695 § 43, 7
n. 33, 39 §§ 27, 132-134, 201, 213, 108 §§ 372, 373.
36: Lappenberg n. 106 § 6; vgl. Arup S. 50.
37: Hans. U. B. X n. 477 § 12, HR. II 7 n. 338 §§ 194,11, 203,11,
389 § 103,_3, III 2 n. 26 §§ 20, 23, 160 § 180.
38: Lappenberg n. 106 §§ 5, 8, 9.
39: In den Statuten des Kontors heißt es: Item ofte ienich koepman
ofte schipper in Engeland queme, de in dat recht behorde und des
rechtes nicht en wunnen hadde, den man schal de olderman don
warnen.... Lappenberg n. 106 § 5. 1465 sollte das Londoner Kontor
für alle hansischen Kaufleute, die nach England kamen, Zertifikate
ausstellen, daß sie zur Hanse gehörten. HR. II 5 n. 736, auch
Hans. U. B. VIII n. 1000 § 5.
40: Vgl. Stein, Beiträge S. 113.
41: Lappenberg n. 106 §§ 6-8. Ob im 14. und 15. Jahrhundert noch
irgendwelche Abgabe bei der Aufnahme gefordert wurde, wissen wir
nicht. Im 13. wurde eine Abgabe von 5 s gezahlt. Hans. U. B. I n.
636. Vgl. Stein, Hansebruderschaft der Kölner Englandfahrer S. 231
ff.
42: HR. II 3 n. 288 §§ 74-77.
43: Lappenberg n. 106 § 8, Hans. U. B. VIII n. 1000 § 5.
44: Lappenberg n. 106 § 1,2. Nach der Wiederaufnahme Kölns nach dem
Utrechter Frieden wurde die alte Drittelsteilung
wiederhergestellt. HR. II 7 n. 338 §§ 194,1, 203,1. 1554 bestand
eine andere Einteilung. Lübeck, die wendischen, pommerschen,
sächsischen und westfälischen Städte bildeten das erste, Köln mit
den links- und rechtsrheinischen, den friesischen und
überysselschen Städten das zweite, Danzig mit den Preußen und
Livländern das dritte Drittel. Vgl. Lappenberg S. 29.
45: HR. II 2 n. 81 § 1.
46: HR. I 6 n. 398 § 3, 537 § 6, Lappenberg n. 106 § 4. Die Vermutung
Wirrers S. 494, daß in London zu Älterleuten auch solche gewählt
wurden, die nicht Hansebrüder oder in keiner Hansestadt angesessen
waren, trifft für die von uns behandelte Periode sicher nicht zu.
Ich glaube nicht, daß die Hansen bei dem Haß und der Eifersucht
der englischen Kaufmannschaft hätten wagen dürfen, einen Mann, der
ihrer Genossenschaft nicht angehörte, mit ihrer höchsten Würde zu
bekleiden. Auch hören wir nie von einem Ältermann, der nicht
Mitglied der Hanse und Bürger einer Hansestadt war. Die
Bestimmungen der Hansetage über den Vorstand richteten sich gegen
das Brügger Kontor, welches Nichthansen zu diesen Stellen zuließ.
Vgl. Stein, Beiträge S. 109 ff.
Anders war es aber im 13. und am Anfange des 14. Jahrhunderts. Der
erste Ältermann der Kaufleute von der Gildhalle, von dem wir
hören, ist Arnold, Thedmars Sohn. Thedmar, ein geborener Bremer,
hatte sich in London niedergelassen und dort das Bürgerrecht
erworben. Sein Sohn Arnold spielte unter Heinrich III. und Eduard
I. in den Angelegenheiten Londons eine nicht geringe Rolle und
bekleidete mehrfach Ämter der Stadt. Zwischen 1251 und 1260 war
Arnold Ältermann der Deutschen. Hans. U. B. I n. 405, 540, 835;
vgl. Lappenberg S. 15 f. -- Das Übereinkommen mit London von 1282
unterzeichnete als Ältermann der Deutschen Hanse Gerhard Merbode.
Nach den Patent Rolls von 1272/73 war Merbode auch Londoner
Bürger. Wenn er mit dem um 1265 in England verstorbenen Merbodo de
Tremonia verwandt war, so stammte er oder seine Vorfahren aus
Dortmund oder Soest. Hans. U. B. I n. 902, III n. 613, S. 406,
Hans. Gesch. Qu. III Einleitung S. CXXVII.
Hieraus kann man, glaube ich, entnehmen, daß die Kaufleute von der
Gildhalle damals zu Älterleuten in London ansässige Leute wählten,
entweder Engländer, welche durch ihre Herkunft von eingewanderten
Deutschen ihnen nahe standen, oder Deutsche, welche das
Bürgerrecht erworben und sich in der Stadt niedergelassen hatten.
Dasselbe scheint auch bei den anderen Niederlassungen der
Deutschen der Fall gewesen zu sein. In Lynn begegnet um 1271 der
dortige Bürger Simon von Stavere als Ältermann des römischen
Reichs. Hans. U. B. I n. 700, 701. Es war also keine Neuerung,
wenn in dem Abkommen, welches die Kaufleute von der Gildhalle 1282
mit der Stadt London schlossen, festgesetzt wurde: quod habeant
aldermannum suum, prout retroactis temporibus habuerunt, ita tamen
quod aldermannus ille sit de libertate civitatis predicte. Hans.
U. B. I n. 902. Noch unter Eduard II. hatten die hansischen
Kaufleute einen Ältermann, der zugleich auch Londoner Bürger war.
1314, 1319 und 1320 war Johann Lange, auch le Longe oder le Lunge
genannt, Ältermann der deutschen Kaufleute in London. Dieser
Johann Lange, der oft den Beinamen "Alemand" oder "Osterling"
(Estrensis) führt, kommt am Anfange des 14. Jahrhunderts in
zahlreichen Urkunden vor und muß ein angesehener Kaufmann gewesen
sein. Nach Hans. Gesch. Qu. III Einleitung S. CXXIX stammte er
vielleicht aus Dortmund. Er ist sicher identisch mit dem Londoner
Bürger Johann le Lunge oder le Longe, der sich 1316 und 1320
zusammen mit anderen Londoner Bürgern für deutsche Kaufleute,
deren Waren beschlagnahmt worden waren, verbürgte. Hans. Gesch.
Qu. VI n. 29, 31, 35, 39, 46, 54, 67, Hans. U. B. II n. 153, 316,
352, 356, 428, Lüb. U. B. II n. 1044, 1045, 1052, 1056, 1058.
Steht nun hiermit nicht in Widerspruch, wenn die hansischen
Kaufleute 1321 vor dem königlichen Gerichtshof behaupteten, sie
hätten das Recht, eligere de societate sua sibi aldremannum...?
Hans. U. B. II n. 375 (S. 156). Ich glaube nicht. Der von den
Hansen gewählte Ältermann war zugleich Mitglied der Genossenschaft
und Londoner Bürger. Die Hansen konnten also mit vollem Recht
erklären, sie wählten ihren Ältermann aus ihrer Genossenschaft.
Anders Wirrer S. 490. Falsch ist es, diese Äußerung auf den
"hansischen" Ältermann im Gegensatz zu dem "englischen" zu
beziehen. Die hansische Genossenschaft in London hatte damals, wie
wir oben sahen, nur einen Ältermann. Seit wann ein "hansischer"
und ein "englischer" Ältermann nebeneinander bestanden, läßt sich
nicht mit Sicherheit feststellen. Wir werden auf diese Frage, wenn
wir über den "englischen" Ältermann sprechen, zurückkommen. Siehe
S. 185 Anm. 1.
47: HR. II 2 n. 81 § 1, 7 n. 138 § 113, 338 § 171.
48: Hans. U. B. X n. 477 § 2, HR. II 7 n. 338 §§ 194, 194,2, 203,2.
49: LAPPENBERG N. 106 § 1,2-8, HR. II 2 N. 81 § 1; VGL. WIRRER
S. 495.
50: HR. II 2 n. 81 § 5.
51: Lappenberg n. 106 § 1,10.
52: HR. II 7 n. 138 § 113, Hans. U. B. X n. 477 § 1.
53: HR. II 2 n. 81 §§ 3, 4, Lappenberg n. 106 § 1,13-16.
54: HR. II 2 n. 82 § 8, Hans. U. B. V n. 1134 § 3.
55: HR. II 2 n. 81 § 2, Lappenberg n. 106 § 1,12.
56: HR. II 2 n. 81 § 2, Lappenberg n. 106 §§ 33, 34; vgl. Wirrer S.
495. Kunze sagt Hans. Gesch. Qu. VI Einleitung S. XXXIII: Alle aus
einer Obligation entspringenden Klagen gegen einen der deutschen
Kaufleute gehören vor das Forum des hansischen Ältermanns in der
deutschen Gildhalle. Diese Annahme trifft für die Zeit bis zum
Beginn des 14. Jahrhunderts sicher zu. Nicht nur behaupteten 1321
die hansischen Kaufleute vor dem königlichen Gerichtshof: si quis
de eadem hansa per aliquem implacitetur coram majore seu
vicecomitibus Londoniensibus de aliquo placito convencionis,
debiti seu contractus personaliter, quod idem aldremannus de
societate predicta petet inde curiam suam et ea optinebit et inde
faciet justiciam in aula Alemannorum predicta. Hans. U. B. II n.
375 (S. 156). Wir wissen auch von Verhandlungen solcher
Schuldklagen vor dem Gericht des hansischen Ältermanns. Hans. U.
B. II n. 27, Hans. Gesch. Qu. VI n. 54. Aber in der oben
behandelten Periode haben die hansischen Älterleute dieses Recht
nicht mehr gehabt. 1420 wurde eine Schuldklage von zwei Londoner
Fischhändlern gegen einen hansischen Kaufmann vor dem Gericht der
Sheriffs verhandelt und dann vor den Mayorscourt gezogen. Das
Gericht des hansischen Ältermanns scheint ausgeschaltet. Hans. U.
B. VI n. 273. Daß der Ältermann der Deutschen Hanse bis zum Beginn
des 14. Jahrhunderts das Recht, Schuldklagen gegen einen Hansen zu
entscheiden, besessen hat, wird verständlich, wenn wir das S. 177
Anm. 3 Gesagte bedenken. Da der hansische Ältermann damals auch
englischer Bürger war, konnte ihm die Entscheidung dieser Prozesse
anvertraut werden. Dem landfremden Ältermann des 14. und 15.
Jahrhunderts entzog man aber mit Recht diese Befugnis.
57: Lappenberg n. 106 § 3.
58: HR. II 3 n. 288 § 74.
59: Lappenberg n. 106 § 1,7, Hans. U. B. X n. 576 § 2.
60: Hans. U. B. V n. 229, 234, VIII n. 154, Lappenberg n. 106
§§ 45-49.
61: Vgl. Daenell II S. 400.
62: Hans. U. B. V n. 438, Lappenberg n. 106 § 23.
63: HR. II 1 n. 50.
64: Hans. U. B. V n. 438.
65: Nach Lappenberg n. 45 hatte das Kontor drei Klerks. Aus den
Hanserezessen und hansischen Urkundenbüchern können wir aber immer
nur zwei Sekretäre zu gleicher Zeit nachweisen. Siehe die Liste
der Sekretäre auf S. 191 f.
66: Lappenberg n. 45, Hans. U. B. IX n. 439 §§ 8, 12, 59-62, 84, 88,
113, 119, 120, 540 §§ 39, 40, 45, 638 §§ 5, 6, 10, 64, 83, HR. II
7 n. 341, III 1 n. 347.
67: Als "des ghemeinen copmans overste alderman van al Engellant"
unterzeichnete 1383 Walworth einen Beschluß des Kaufmanns. Das
Londoner Kontor nannte ihn 1385 "unse overste alderman". Hans. U.
B. IV. n. 768, 835, VIII n. 43, 534, IX n. 105 §§ 16, 23, 490 (S.
347), HR. II 3 n. 649 § 13. Die Übereinkunft von 1282 ging zwar
ursprünglich allein die hansische Niederlassung in London an; aber
da der englische Ältermann auch den Titel "oberster Ältermann"
führte, und besonders da seine Tätigkeit als Justiziar sich auf
alle hansischen Kaufleute in England erstreckte, so glaube ich,
daß Wirrer S. 493 unrecht hat, die Befugnisse des englischen
Ältermanns auf das Londoner Kontor zu beschränken. Richtig ist
dagegen, daß es nur einen englischen Ältermann mit dem Sitz in
London gab.
68: Die Annahme, daß erst seit 1282 die Kaufleute von der Gildhalle
einen Londoner Bürger zum Ältermann wählten, ist, wie ich glaube
S. 177 Anm. 3 gezeigt zu haben, nicht richtig. Anders Lappenberg
S. 18 f., Wirrer S. 489 ff., Daenell I S. 57. -- Erst seit den
achtziger Jahren des 14. Jahrhunderts läßt sich mit Sicherheit
nachweisen, daß in London der "hansische" und der "englische"
Ältermann nebeneinander bestanden. 1383 unterzeichneten eine
Verordnung des Kaufmanns die Älterleute der hansischen
Niederlassungen zu London, Boston, Yarmouth und Hull und William
Walworth als oberster Ältermann des gemeinen Kaufmanns. Hans. U.
B. IV n. 768. Es ist anzunehmen, daß auch der unmittelbare
Vorgänger von Walworth, der 1381 als verstorben bezeichnete
Londoner Alderman Aubrei, und vielleicht auch der in den vierziger
Jahren mehrfach als Ältermann der Deutschen Hanse bezeugte
Londoner Mayor Johann Hamond "englische" Älterleute waren. Hans.
U. B. III n. 42, 78, IV n. 709. Daraus würde folgen, daß die
hansischen Kaufleute unter Eduard III., vielleicht schon in der
ersten Hälfte seiner Regierung, in London und anderwärts begonnen
haben, Älterleute zu wählen, die nicht englische Bürger waren.
Diese waren seitdem die eigentlichen Leiter der Niederlassungen.
Daneben wählten aber die Hansen weiter einen Londoner Bürger zum
Ältermann.
69: Es scheint damals die Anschauung bestanden zu haben, daß der
englische Ältermann nur aus den Londoner Aldermen genommen werden
dürfe. So erklärten die Dinanter 1465 dem Markgrafen Markus von
Baden: des 24 personnes nommes aldersman, lesquelx ont la gouverne
de la cite de Londres, puellent les dis de la Hanse esliere et
instituer ung diceux, lequel fait seriment outre et aveuc les
privileges, quilz saielles du roy, deulx sourtenir leurz ditez
franchiesez, qui sont grandes en pleuseurs cas. Hans. U. B. IX n.
172.
70: Hans. U. B. I n. 902, VI n. 658, VIII n. 892.
71: Heinrich Frowik wurde 1442 zum Ältermann gewählt, wird 1457 in
einem Beschluß des Kaufmanns als Ältermann erwähnt; 1460 starb er.
Hans. U. B. VIII n. 534, 892, Lappenberg S. 157. Siehe die Liste
der englischen Älterleute und Justiziare auf S. 192.
72: Lappenberg n. 45.
73: Hans. U. B. III n. 42, 71, 78, V n. 778, Hans. Gesch. Qu. VI
n. 128.
74: Das Kontor solle beweisen, dat de Engelsch alderman eyn geburlik
rijchter in der saken gewest were, want yt sus klaer ind wijtlik
ys, dat de koeppman gefrijet ys, dat sij mit oeren selffs
alderlueden ind anderen van der Dutschen nacien dat recht
besijten. Hans. U. B. VIII n. 43, HR. II 3 n. 649 § 13.
75: Hans. U. B. II n. 31 § 8, VIII n. 888, 892.
76: Lappenberg n. 45, Hans. U. B. IX n. 439, 440, 540, 560, 590, 638,
639, HR. III 1 n. 347.
77: London erhielt eine ewige Rente von 70 £ 3 s 4 d und eine
zweiunddreißigjährige von 13 £ 16 s 8 d, der Pfarrer von
Allerheiligen eine solche von 13 £ 6 s 8 d; außerdem bestanden
noch mehrere kleinere Renten. HR. II 7 n. 287, 288, III 1 n. 347
§ 11, Hans. U. B. X n. 374, 376, 1041, S. 706 Anm. 1.
78: Lappenberg n. 106 §§ 1,9, 7,1, HR. II 2 n. 82 § 7, III 4 n. 79
§§ 206, 207, Hans. U. B. VIII n. 435 § 2.
79: Hans. U. B. IV n. 768, X n. 477 § 9, HR. I 8 n. 909, II 7 n. 338
§§ 194,7, 203,7.
80: Hans. U. B. V n. 1134 § 1, HR. II 7 n. 338 § 169. Die Einnahmen
aus den Mieten betrugen von 1475-81 zusammen 550 £; die aus dem
Schoß und den Brüchen 1467 195 £ und 1468 115 £. Die
Gesamteinnahmen des Kontors betrugen 1468 250 £. Hans. U. B. X
n. 440 § 2, 560 §§ 1-5, HR. III 1 n. 347 §§ 3, 4.
81: Hans. U. B. IV n. 768, 786, Hans. Gesch. Qu. VI n. 277.
82: Diese beiden werden 1386 in den preußischen Klageartikeln
"aldirlute von den Duthschen" genannt. HR. I 3 n. 199 § 5. Da es
nur einen Ältermann gab, ist die Bezeichnung nicht genau.
83: Hans. Gesch. Qu. VI n. 261. Es läßt sich nicht nachweisen, daß der
1375 erwähnte Frowin Stopyng aus Lübeck nach England gehandelt
hat; wohl aber wissen wir, daß ein Frowin Stopyng aus Köln 1388 in
England war. Lüb. U. B. IV n. 255, Hans. U. B. IV n. 934, 945.
84: Hans. U. B. V n. 260, Hans. Gesch. Qu. VI n. 266 und Anm. 4.
85: Hans. U. B. VI n. 116 und Anm. 2, 975.
86: HR. II 1 n. 319.
87: 1438 schrieb der Kaufmann zu Antwerpen an den Hochmeister: wand he
(nämlich Joh. van dem Wolde) was up de tiid und es noch een copman
up eme selven und alderman des copmans van der henze to Londen in
Engeland. HR. II 2 n. 262, 638.
88: Seit 1437 führen öfter mehrere die Bezeichnung Ältermann. Man
unterscheidet dann nicht zwischen dem Ältermann und den
Beisitzern. HR. II 3 S. 174, n. 288 § 10, Hans. U. B. VIII n. 35,
215 § 53.