FUSSNOTEN ZU KAPITEL 8 -- CHAPTER 8 FOOTNOTES

1: HR. III 2 n. 31.

2: HR. III 2 n. 30, 32. 1486 Juni 29 bestätigte Heinrich VII. auch

das Übereinkommen, welches die Zurückbehaltung von 10 000 £ vom

Zoll betraf. HR. III 2 n. 33. Gegen Schanz I S. 183, daß der König

nur notgedrungen die Konfirmation der Privilegien vollzogen habe,

hat Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII S. 98 ff. mit

Recht eingewendet, daß sich für diese Behauptung in den Quellen

kein Anhaltspunkt findet. Aus dem Briefe des Londoner Kontors an

Danzig (HR. III 2 n. 32) erfahren wir, daß die Kaufleute aus

London, York, Lynn usw. vom König und Parlament begehrt hatten,

die hansischen Privilegien nicht zu bestätigen, solange die in

ihrer Eingabe dargelegten Beschwerden beständen, daß der König

aber ihrem Wunsche nicht stattgegeben hat. Diese Bestätigung der

Privilegien gegen den Wunsch und Willen der Kaufleute widerlegt am

schärfsten die Annahme von Schanz, daß Heinrichs VII. Politik von

Anfang an hansefeindlich gewesen sei. Schanz glaubt eine Stütze

für seine Annahme darin zu finden, daß sich die hansischen

Kaufleute schon auf dem Lübecker Städtetag von 1486 März 9 über

neue Bedrückungen in England beschwerten. HR. III 2 n. 26 §§

16-18. Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII S. 101 meint

aber mit Recht, daß es wegen der kurzen Zeit, die der Städtetag

nach dem Regierungsantritt Heinrichs VII. stattfand, (knapp ein

halbes Jahr), überhaupt sehr fraglich ist, ob diese Beschwerden

erst seit 1485 bestanden. Denn im allgemeinen waren die hansischen

Kaufleute nicht so schnell bei der Hand, wegen

Privilegienverletzungen kostspielige Gesandtschaften an die Städte

zu schicken. Die Erledigung, die eine der hansischen Klagen durch

den König fand, spricht ferner eher gegen als für die Annahme von

Schanz. Die Frage, ob die Hansen für ihre Waren, die nicht aus den

Hansestädten stammten, die Subsidie von 12 d bezahlen müßten, ließ

der König durch einen Rechtsspruch entscheiden. Das Urteil fiel

zugunsten der Hanse aus. Schanz I S. 183 Anm. 1. Mit diesem Spruch

vergleiche man die Urteile in ähnlichen Fällen aus früherer Zeit.

Sie haben alle gegen die Hanse entschieden. Diese Subsidienfrage

spielte noch in allen Verhandlungen, die zwischen der Hanse und

England in den nächsten Jahrzehnten geführt wurden, eine große

Rolle.

3: HR. III 2 n. 32, 103-108, 110.

4: De heren seggen, dat wii nu dubbeler siin, dan wii in olden

tiiden plegen to siinde; wan et uns geleve, so sii wii Denen, und

wan wii willen, so sii wii Oisterlinge, schreibt der Kaufmann zu

London an Danzig. HR. III 2 n. 104.

5: HR. III 2 n. 511.

6: Das Brügger Kontor beschwerte sich 1487, dat sik etlike van der

henze unde welke andere by den Engelschen ofte anderen beschadiget

sik uth der hanze geven unde reden up eres sulves eventur tor

zewart uth, edder geven sik under den heren konyngh to Dennemarken

etc, alse Hans van Alten, Ludeke Meyer, den men het dove Ludeke

van der Ryge, Pynyngh, Pothorst unde der geliken,... HR. III 2 n.

162 § 4. Über Hans van Alten vgl. Caspar Weinreich S. 762 f.

7: HR. III 2 n. 104-106, 161 § 13. Ende 1486 erließ der König ein

Tuchausfuhrverbot nach den Niederlanden. Die Hansen behaupteten,

dies sei erlassen, um ihren Handel zu hindern. "Umb den wiillen,

dat de Engelschen umb der schepe van orlige nicht overgaen

dorsten, darumb hewen se ock unse reise bestoppet und belettet."

HR. III 2 n. 109. Auch Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F.

VII S. 104 bringt das Lakenausfuhrverbot in Zusammenhang mit dem

dänisch-englischen Kaperkriege und sagt, daß es wesentlich deshalb

erlassen wurde, weil in der Kriegszeit die Tuchausfuhr ganz in die

Hände der neutralen Hansen zu gelangen drohte. Bei dieser

Erklärung würde man es aber nicht verstehen, warum Heinrich VII.

nur die Ausfuhr in die Lande des römischen Königs untersagte und

den Verkehr mit den anderen Ländern gestattete. Da Heinrich kein

allgemeines Ausfuhrverbot erließ, kann der Anlaß zu seinem

Vorgehen nur in den englisch-burgundischen Beziehungen liegen. Auf

die von Köln 1491 in Antwerpen überreichten Klagen antworteten die

englischen Gesandten, quod Martinus Swarts manu armata invasit

regnum Anglie etc, qua de causa rex habuit dissentionem cum rege

Romanorum, unde fecit proclamare, quod merces harum terrarum non

deberent adduci sub pena confiscationum. HR. III 2 S. 523 Anm. c.

Der Einfall des Söldnerführers Martin Schwarz hängt mit dem

Aufstand des Grafen von Lincoln, Johann de la Pole, zusammen. Vgl.

Fisher S. 13, auch Caspar Weinreich S. 763 f. Wir sehen also, das

Ausfuhrverbot hatte mit den hansisch-englischen Beziehungen und

auch mit dem dänisch-englischen Kaperkriege schlechterdings nichts

zu tun. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß es wie den

englischen so auch den hansischen Handel traf. Die Londoner

Kaufleute scheinen besonders scharf darauf gedrungen zu haben, daß

die Hansen zur Beobachtung des Verkehrsverbots gezwungen würden.

Es ist verständlich, daß sie, da ihr Handel stillstand, auch ihren

Konkurrenten keine Geschäfte gönnten. Hansische Waren, die aus

Burgund kamen oder dorthin geführt werden sollten, wurden mehrmals

beschlagnahmt. HR. III 2 n. 161 § 2, 506 § 4, 508 § 19 und Anm. c.

Durch das Ausfuhrverbot wurde besonders der kölnische und

westdeutsche Handel getroffen. Die Kölner beklagten sich deshalb

auch am meisten über diese Beschränkung ihrer Freiheiten. HR. III

2 n. 191, 192, 219, 221. Das Verbot dauerte nicht lange. Im

Oktober 1487 schrieb Heinrich an die Städte, daß er es aufgehoben

habe. HR. III 2 n. 188. Im nächsten Jahre wurde aber die Ausfuhr

nach Burgund wieder untersagt. Die hansischen Kaufleute mußten

sich verpflichten, keine Waren dorthin auszuführen. HR. III 2 n.

228-233.

8: HR. III 2 n. 188, 189.

9: HR. III 2 n. 193, 217 § 20, 223.

10: HR. III 2 n. 506 § 3, 508 §§ 29, 35, Caspar Weinreich S. 780.

11: HR. III 2 n. 302, 306-316, 340-343, 359, 387, 508 §§ 29, 38-40,

510 § 36.

12: HR. III 2 n. 188.

13: Der Lübecker Hansetag vom Mai-Juni 1487 hatte eine Gesandtschaft

nach England zu schicken abgelehnt, "na deme dat dar so bister yn

dem lande staet, dat men nicht en weit, wol here offte konynck

ys". HR. III 2 n. 160 §§ 270-272, 329, 164 § 27, 191, 212, 217

§ 28, 218, 301. Heinrich VII. mußte 1486/87 seinen Thron gegen

die Erhebung Lambert Simnels verteidigen. 1487 Juni 16 wurde die

Schlacht bei Stoke geschlagen. Vgl. Fisher S. 16 f.

14: Der englische Kanzler erklärte Ende 1489 den Hansen: wy mosten uns

in dussen saken anders holden, sey en dechten dar nycht mede to

lydende, dey dachte van den beschedigeden worden over uns so

groit, sey mosten dar eynen anderen wech inne vinden. HR. III 2 n.

311. Wenig später äußerte der König, daß er bis jetzt seine

Kaufleute hingehalten habe in der Hoffnung auf eine Gesandtschaft

der Städte, daß er ihnen aber nicht länger Gerechtigkeit versagen

könne. HR. III 2 n. 340.

15: HR. III 2 n. 339, 341. Daß Schanz I S. 187 die Vorgänge, die zur

Antwerpener Tagfahrt führten, falsch dargestellt hat, daß es

besonders verkehrt ist, mit ihnen die gleichzeitigen

englisch-dänischen Verhandlungen in Zusammenhang zu bringen, zeigt

Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII S. 110 f.

16: HR. III 2 n. 340.

17: Statutes of the Realm II S. 502, 506, 520, 534. Die Hansen liefen

besonders gegen die neue Scherordnung Sturm. Ihre Klagen über sie

hörten unter Heinrich VII. und Heinrich VIII. nicht auf. Sie

behaupteten, quod ea res non tam instituta dinoscitur ad communem

omnium profectum, neque ad incrementum generalis officii eorum

pannos servantium, sed potius in occasionem extrudendi mercatores

de ansa ab omni mercatura in Anglia, ut soli Londonienses, hujus

novitatis inventores, questum exerceant et soli habeant

mercandisas nunc ab Almanis tractatas. HR. II 2 n. 506 § 7, auch

161 § 4. Denn obwohl das englische Tuch zum Scheren nicht geeignet

sei und die englische Regierung dies wisse, fasse sie keine

Maßregeln gegen die schlechte Anfertigung des Tuchs, verlange

aber, daß die Hansen nur gut gefertigtes Tuch ausführten. HR. III

2 n. 161 §§ 3, 4, 506 §§ 5, 8, 9. Ferner behaupteten die

hansischen Kaufleute, quod frequentius fit executio adversus

Almanos quam Anglicos similiter pannos Antwerpiam evehentes, ubi

tamen Anglici, nullum est discrimen inter justos et injustos

pannos, nam ab Antwerpiensibus dicuntur privilegiati, ut non

teneantur emptoribus de defectibus comparentibus respondere. HR.

III 2 n. 506 § 10, auch 161 § 4, 508 § 20. Diese hansischen Klagen

sind wohl stark übertrieben. Soweit sie die englischen Kaufleute

angehen, gehören sie sicher ins Reich der Fabel. Denn jene

machten, als Heinrich VIII. das Gesetz strenger als sein Vater

durchzuführen versuchte, gegen dieses genau in derselben Weise

Front wie die Hansen und bekämpften es mit fast denselben

Argumenten. Vgl. Schanz I S. 452 f. -- Überhaupt ist es verkehrt,

aus diesen Handelsverordnungen die Hansefeindlichkeit des Königs

und Parlaments zu folgern. Solche Bestimmungen wurden im Interesse

und auf Betreiben einzelner Erwerbsstände erlassen und waren oft

den englischen Kaufleuten ebenso unbequem wie den fremden.

18: 1487 wurde das Seideneinfuhrverbot auf die Hansen noch nicht

angewendet. Sie sagten damals darüber: Unde wowol sullike syde in

Engelant sumwilen kumpt, so nochtant de acte nicht revoceret en

is, alse id sik billich na des kopmans privilegien geborde, steyt

de kopman nochtant in groten varen van den officiers des konynghes

der syden halven. HR. III 2 n. 161 § 10, 508 §§ 2, 5, 10-12. Vgl.

Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII S. 101 f. -- 1486/87

ließ ein hansischer Kaufmann seine gekauften Laken in England

scheren. HR. III 2 n. 118 § 1, auch 508 § 29. Aber dies ist sicher

nicht immer der Fall gewesen. Wir sehen, daß im April 1489 Kölner

Kaufleute ungeschorene Laken ausführen wollten. HR. III 2 n. 298.

19: Item quamvis mercatoribus ex antiquo omnis generis merces juxta

sua privilegia in Angliam liceret inducere, tamen temporibus

illustris memorie Eduwardi quarti quedam mulieres Londonienses

serica tractantes impetrarunt, ut omne sericum Colonie preparatum

de universo regno excluderetur idque per actum parliamenti

firmaretur; mercatores tamen usque hodie se adversus hec regia

provisione, de qua supra memoratur, tutabantur et indempnes

remansere; sed hodie increscente Almanorum odio illa provisio

exploditur et mercatores dicti pregravantur, cum occasione jam

plerisque mercatoribus sua serica, cum e navibus portarentur, sunt

adempta, ut inferius plane deducetur. HR. III 2 n. 506 § 20.

20: HR. III 2 n. 298-301, 506 §§ 11, 12, 508 § 21.

21: HR. III 2 n. 506 § 20, 508 § 12 und Anm. b, 3 n. 727.

22: HR. III 2 n. 501 § 6, 506 § 16, 508 §§ 13, 15 und Anm. e.

23: HR. III 2 n. 26 § 18, 161 §§ 5-7, 501 § 5, 506 §§ 14, 15, 17, 508

§§ 24 und Anm. c, 25, 26. Die Klage über die Festsetzung der

Verkaufspreise durch den Mayor ist alt. Sie wurde schon 1462 von

den Hansen vorgebracht. HR. II 5 n. 263 § 25.

24: HR. III 2 n. 26 § 17, 161 § 12, 501 § 7, 506 § 25. Die hansischen

Kaufleute beschwerten sich wiederholt auch über Übergriffe der

Zolleinnehmer und Wiegebeamten und über Parteilichkeit der

Gerichte. HR. III 2 n. 161 §§ 11, 14, 501 § 8, 506 §§ 21, 22, 26,

27.

25: HR. III 2 n. 218-220, 226, 299, 300, 302, 304, 307, 309, 313-316.

26: HR. III 2 n. 344-348, 355 §§ 7-10, 357-361, 375-388, 399 §§ 1-11,

404-408, 454-470, 478, 485 ff.

27: HR. III 2 n. 496 §§ 152-160, 176-188, 193-232, 497, 507-511, 514

§§ 73, 75-82, 85-90, 93, Caspar Weinreich S. 785 f.

28: HR. III 2 n. 501, 506.

29: Die Engländer erwiderten, quod officium tonsorie esset notabile

officium et antiquum in Londonio, necesse esset illud conservare.

HR. III 2 S. 526 Anm. b.

30: HR. III 2 S. 524 Anm. g, 527 Anm. c, 528 Anm. c, 530 Anm. b, 532

Anm. a, n. 514 § 83 (S. 586). Die Gültigkeit der hansischen

Zollprivilegien für alle von den Hansen ein- und ausgeführten

Waren wurde damals anerkannt: Item appunctuatum, conventum et

conclusum est, quod cessare debeat aliena et extorta de verbo

"suum" interpretatio, juris dispositioni communi, privilegiorum

tenori et longeve observantie, que optima est legum interpres,

contraria. HR. III 2 n. 498 § 8.

31: HR. III 2 n. 496 §§ 207, 237-245, 267-270, 504, 505, 514 §§ 83,

88, 93, 103, 529. Danzig räumte durch diese Erklärung den

englischen Kaufleuten keine neuen Freiheiten ein. Wiederholt hat

es früher erklärt, jene gleich den Kaufleuten aus den Hansestädten

behandeln zu wollen, so 1428: HR. I 8 n. 546 § 7, dann besonders

1476, als es den Utrechter Frieden annahm, HR. II 7 n. 150, 151;

siehe auch S. 126. Auch die Vergünstigung, den Artushof zu

besuchen, war nicht neu, wie aus der Antwort, welche die Danziger

1499 gaben, hervorgeht: nam eam esse Arcturi, a qua propter

turbationem essent ejecti, ab illo die tractatus denuo admissi, in

qua esset honestorum conventio mercatorum,... HR. III 4 n. 150 §

38, auch 166 § 4. Ein Ausschluß der Engländer war doch nur

möglich, wenn sie schon vor 1491 zum Artushof zugelassen waren.

Schon in Utrecht 1473 war der Besuch des Artushofes Gegenstand der

Verhandlungen. Die Engländer klagten, quod ante turbacionem et

dissensionem jam ultimo supervenientem etc., ipsi fuerunt impediti

de accedendo gracia solacii ad unam plateam vocatam Artoershoff in

opido de Dantzke contra antiquam ipsorum consuetudinem et

libertatem, ubi omnes alie naciones conveniunt. Die Danziger

erwiderten darauf, indeme alle dinck to gude kome, so men hope,

schole sodanes wall vortgestallet werden, dat deme so beschee, so

se sick vormodeden, daranne neyn swarheyt scholle wesen. HR. II 7

n. 34 § 68, 36 § 6. Dies ist dann auch nach dem oben Gesagten

erfüllt worden. Ob die Engländer das Recht des freien Handels

während des Dominikmarktes schon immer besessen haben, läßt sich

nicht nachweisen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, da auf den

großen Märkten der Handel überhaupt unbeschränkt war. Es kann also

nicht davon die Rede sein, daß Danzig damals wenigstens einige

Konzessionen machte, wie Schanz I S. 189, 234 ff. behauptet.

Vielmehr traten die Engländer mit der Annahme der preußischen

Erklärung den Rückzug an; denn die weitgehenden Forderungen der

Kaufleute wurden dadurch von ihnen preisgegeben. Vgl. Schäfer in

Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII S. 107.

32: HR. III 2 n. 498 §§ 1, 9.

33: HR. III 2 n. 496 §§ 247, 265, 498 § 6.

34: HR. III 2 n. 498 § 6.

35: HR. III 2 n. 546, 549, 3 n. 50-60, 65 §§ 32-36, 66, 229 bis 242,

265-271, 277-281, 353 § 58, 379, 387, 394, 395, 501, 577-587,

723-728. 1492 richtete Dänemark, das vor einem Krieg mit den

Städten stand, an Heinrich VII. das Gesuch, mit ihm ein Bündnis

gegen die Hanse zu schließen. Heinrich lehnte aber ab. Dies zeigt,

wie wenig er daran dachte, mit der Hanse zu brechen und feindlich

gegen sie vorzugehen. HR. III 3 n. 84.

36: HR. III 2 m. 549, 3 n. 58, 59, 236, 266, 572. Die Hansen klagten

damals wieder hauptsächlich über die neue Scherordnung. Wie weit

sie aber wirklich angewendet wurde, ist nicht ersichtlich. Nach

Schanz I S. 449 Anm. 6 wurde sie unter Heinrich VII. überhaupt nur

lässig durchgeführt. Über das Seideneinfuhrverbot schrieb Köln im

Okt. 1494: desglichen ouch die syde, man alhie in unser stat

bereidet, die die unsere altzyt in Engelant in craft unser

privilegien bracht haint, uch nu inzobrengen nyet gestaedt, sunder

degelichs als vur vorbuert guet van des heren konynges officieres

genomen werde. HR. III 3 n. 381 (S. 308). Im Jan. 1497 richtete

dann Köln wegen der Behinderung der Seideneinfuhr eine Beschwerde

an den König und das Parlament. HR. III 3 n. 691, 727, 727a.

37: HR. III 3 n. 285-288, 353 § 61.

38: HR. III 3 n. 259-261, 272 § 6, 273, 274, 285-288, 291, 4 n. 13

§ 1, 14 §§ 1, 16, 17. Vgl. Schanz I S. 17 f.

39: HR. III 3 n. 279, 289-292, 333, 334, 358, 396, 399-403, 415-423,

572, 4 n. 13 § 5.

40: HR. III 3 n. 573-583, 585, 723-728, 731, 745, 747, 4 n. 6, 7.

41: HR. III 4 n. 8-18.

42: HR. III 4 n. 22-24, 58-63, 79 §§ 78, 79, 125, 126, 138, 139, 185,

186, 82, 83, 85, 108-111.

43: Struere illos fraudem, ut, quandocumque liberet, discederent a

tractatu pretendentes mandati invaliditatem. HR. III 4 n. 150 § 9.

44: HR. III 4 n. 150 §§ 7-18, 174 §§ 1-27, 180 §§ 1-7.

45: HR. III 4 n. 150 §§ 19-28, 162-164, 174 §§ 28-42, 180 §§ 8-25.

46: HR. III 4 n. 150 §§ 29-33, 174 §§ 43-46, 175, 180, 192.

47: HR. III 4 n. 181.

48: HR. III 4 n. 150 §§ 59-65, 165-167, 174 §§ 53-58.

49: Que nunc placent inde rejiciuntur, et prius non habere mandatum

pretulerunt, quotiens emergeret aliquid non placens, et nunc

quotiens exhiberetur, quod non probarent, in responsis regiis

aliter esse dixerunt. HR. III 4 n. 150 § 68.

50: HR. III 4 n. 150 §§ 66-85, 152-155, 174 §§ 59-69, 203.

51: HR. III 4 n. 128, 129, 131. Die damaligen Verhandlungen zwischen

Riga und England hat Schäfer in Jahrb. f. Nat. u. Stat. N. F. VII

S. 116 f. ausführlich behandelt und die völlig falsche und

irreführende Darstellung von Schanz I S. 238 ff. nachgewiesen.

52: HR. III 4 n. 131, 143, 144 und Anm. 2, 150 §§ 43, 78, 151 §§ 17,

18, 153 § 6, 195.

53: HR. III 4 n. 278, 280 §§ 2, 3, 295 §§ 18, 19, 312 § 4, 315.

54: HR. III 4 n. 279, 7 n. 460 § 9. Vgl. Schäfer in Jahrb. f. Nat. u.

Stat. N. F. VII S. 119.

55: Die Behauptung von Schanz I S. 197, daß die Aussichten für die

Hansen damals trübe waren, und daß, so sehr der König einen Krieg

mit der Hanse scheute, doch der Gedanke vorhanden war, mit Gewalt

gegen sie vorzugehen, muß entschieden abgelehnt werden. Es deutet

nichts darauf hin, daß damals ein verstärkter Ansturm gegen die

Hansen stattfand oder bevorstand. Der auffallende Mangel an

urkundlicher Überlieferung in den ersten Jahren des 16.

Jahrhunderts läßt vielmehr vermuten, daß die gegenseitigen

Beziehungen im wesentlichen ruhig verliefen.

56: HR. III 4 n. 235, 240, 244, 246, 279, 368, 372 § 22, 484, 485, 5

n. 20.

57: HR. III 5 n. 22.

58: HR. II 7 n. 44 § 8, 106, III 2 n. 501 § 4, 4 n. 150 § 22.

59: HR. III 5 n. 20, 21, S. 749.

60: Siehe S. 153. Ob diese Provisio Heinrichs VIII. mit der von 1504

identisch ist, oder ob sie der von 1474 entspricht, läßt sich

nicht entscheiden.

61: Vgl. Schanz I S. 28 f.

62: HR. III 5 n. 29. Die Städte billigten durchaus die Haltung des

Kontors. HR. III 5 n. 43 §§ 7, 8, 28, 44, 45.

63: Wenn sich die Hansen später über die Zurückbehaltung von

Obligationen durch den König beschwerten, handelt es sich immer um

die 1493 von ihnen ausgestellten Bürgschaften. HR. III 4 n. 14

§ 16, 5 n. 250 § 7, 7 n. 110 § 7, 337 § 11.

64: HR. III 5 n. 105 §§ 337-339. Vgl. Schanz I S. 29.

65: HR. III 5 n. 20, 30, 89, 115, 250.

66: HR. III 5 n. 105 §§ 346-356, 243 §§ 75-77, 93-104. Es kann keinem

Zweifel unterliegen, daß der Zweck der Gesandtschaft sein sollte,

auf dem Kontor wieder Ordnung zu schaffen, nicht aber der, beim

englischen König wegen der Nichtbeobachtung der hansischen

Privilegien Vorstellungen zu erheben. Denn die Hanse hat es in

damaliger Zeit stets abgelehnt, zu Verhandlungen mit der

englischen Regierung ihre Gesandten nach England hinüberzuschicken.

HR. III 2 n. 189, 3 n. 394, 4 n. 240, 7 n. 188, 197 § 33. Es läßt

sich kein Grund auffinden, weshalb sie dies eine Mal ihre Bedenken

zurückgestellt haben sollte. Schanz I S. 200 muß demnach berichtigt

werden.

67: HR. III 5 n. 115, 117, 250. Die Klagen, die das Londoner Kontor zu

den beiden Hansetagen von 1506 und 1507 einschickte, sind durchweg

nur Abschriften von Klageartikeln aus den achtziger und neunziger

Jahren, besonders der Klageschrift von 1487. HR. III 2 n. 161. Zu

beachten ist auch, daß Danzig 1507 von keiner Verletzung der

hansischen Freiheiten wußte. HR. III 5 n. 245 § 24, 260. -- Nach

Schanz I S. 200 erklärte der englische König 1508 Juli 8 die den

Hansen 1493 Okt. 21 aufgedrungene Obligation im Betrage von 20 000

£ für verfallen, indem er behauptete, die Tuchausfuhr der Hansen

nach den Niederlanden sei unstatthaft. Ich kann die Richtigkeit

dieser Nachricht leider nicht nachprüfen. Auf keinen Fall kann

aber Heinrich VII. damals Schritte unternommen haben, die

Obligationen einzuziehen. Ein solches Vorgehen des Königs hätte

doch irgendwelche Spuren in der hansischen Überlieferung

hinterlassen müssen.

68: HR. III 5 n. 607, 6 n. 188 § 54, 196 §§ 109, 111-113, 203 § 3,

270, 443, 7 n. 455 § 8, 456 § 9, 457 §§ 13-15.

69: Heinrich VIII. lehnte das Gesuch Johanns ab, quia ansa Teutonica,

cujus non parva pars est Lubeka civitas, a multis retroactis annis

certis quibusdam libertatibus atque immunitatibus in hoc nostro

regno gaudet, et proinde est etiam ac fuit semper -- durantibus

ipsis libertatibus et immunitatibus -- tam progenitoribus nostris

regibus quam nobis quoque ipsis amicitia conjuncta. HR. III 5 n.

517, 518, 533, 6 n. 137.

70: HR. III 6 S. 147 Anm. 1, Journals of the House of Lords I S. 17,

41. 1511 erklärte der Kanzler, quoad provisiones pro mercatoribus

de hanse, quod provisio pro ipsis per regem signata sufficiet eis,

absque assensu dominorum aut domus communis; ebenso 1514. -- Auf

Grund dieser Provisio scheint die unter Heinrich VIII. neu

eingeführte Scherordnung anfangs auf die Hansen nicht angewendet

worden zu sein. Zwar klagte das Londoner Kontor schon 1513 über

das Statut; aber wie wir noch sehen werden, wurde erst seit 1517

gegen hansische Kaufleute, die ungeschorene Laken ausführten,

ernstlich vorgegangen. Ferner gab 1521 der englische Unterhändler

selbst zu, mercatores nostros a paucis annis et citra dumtaxat

usos esse illa libertate evehendi pannos intonsos. HR. III 6 n.

484. 7 n. 338 § 2; vgl. Schanz I S. 452. -- Ob die Hansen die

beiden anderen der öfter genannten Parlamentsakten haben

beobachten müssen, können wir nicht entscheiden. 1518 und 1520

klagten sie, daß sie trotz "regia provisio" und "diuturna

consuetudo" Bordeauxwein und Toulouser Waid nur in englischen

Schiffen nach England bringen dürften, und daß einem Kölner

Kaufmann kürzlich zweimal Waid beschlagnahmt worden sei, weil er

ihn auf nichtenglischen Schiffen eingeführt habe. HR. III 7 n. 110

§ 3, 337 § 8, 340a § 42.

71: Am 1. Mai 1517 fand in London ein Aufstand gegen die Fremden

statt. Vgl. Schanz I S. 202.

72: HR. III 6 n. 270, 292, 438, 443, 7 n. 110 § 7, 203 § 6, 337 § 10.

73: HR. III 7 n. 110 §§ 1, 2, 188, 340 § 1, 340a §§ 21, 22.

74: HR. III 7 n. 45 § 57, 110 § 9, 337 § 6.

75: HR. III 7 n. 110 § 6, S. 606 Anm. f.

76: HR. III 7 n. 39 §§ 109-116, 171, 175-177, 45 § 59.

77: HR. III 7 n. 108 §§ 148-153, 227, 253-257, 273, 114.

78: HR. III 7 n. 188.

79: HR. III 7 n. 203 § 1.

80: HR. III 7 n. 113 § 10, 173 § 22, 174 § 9, 188, 197 § 33.

81: HR. III 7 n. 203 §§ 3-31, 40-46, 53-63, 211 (S. 412).

82: HR. III 7 n. 204-210.

83: HR. III 7 n. 203 §§ 37-39, 211 (S. 412).

84: HR. III 7 n. 203 §§ 33-36, 211 (S. 411), 239, 246 § 47,

254, 257.

85: HR. III 7 n. 332 §§ 1-3, 341, 342, 347-351.

86: HR. III 7 n. 332 § 3.

87: HR. III 7 n. 332 § 20, 337-339.

88: HR. III 7 n. 332 § 18, 338 § 1, 339 §§ 2-4.

89: HR. III 7 n. 332 §§ 20-24.

90: HR. III 7 n. 332 §§ 25-40, 333-336.

91: HR. III 7 n. 332 § 41, S. 577 Anm. 1.

92: HR, III 7 n. 332 §§ 42-46, 391 §§ 11-25, 394 §§ 1-5, 413 §§

59-116.

93: HR. III 7 n. 398, 413 § 121, 415, 445, 446.

94: HR. III 7 n. 332 § 33, 334.

95: HR. III 7 n. 448 §§ 8-17, 450 §§ 4-12, 453. Die Zahl der Städte

ist verschieden überliefert. Die oben genannte Zahl findet sich in

dem zweiten Bericht. HR. III 7 n. 450 § 12.

96: HR. III 7 n. 455.

97: HR. III 7 n. 448 §§ 18-37, 450 §§ 13-62, 454-460.

98: HR. III 7 n. 448 §§ 37-45, 450 §§ 62-65.

99: HR. III 7 n. 448 §§ 45-47, 450 § 65, 461.

100: HR. III 7 n. 448 § 48, 450 § 65, 462.

101: HR. III 7 n. 448 §§ 51-58, 450 §§ 65, 66, 451.

102: HR. III 7 n. 448 § 57, 463-465, 8 n. 25 §§ 41, 42, 31, 66, 95

§ 30.

103: Schanz II S. 18, 19 Anm. 3, 28 Anm. 1.

104: Schanz II S. 27.

105: Schanz I S. 223.

106: HR. III 5 n. 58; vgl. Ehrenberg S. 52.

107: Der Anteil der Hansen an dem Tuchexport betrug 22,5 %, der der

anderen Fremden 19,6 %; vgl. Schanz II S. 27.

108: Vgl. Schanz II S. 18, 27, 102. Die jährliche Wollausfuhr betrug

unter Heinrich VII. nur noch 6-7000 Sack, unter Heinrich VIII.

5781 Sack. Vgl. Schanz II S. 15.

109: HR. II 7 n. 455 § 13, 456 § 14.

110: Vgl. Sundzollregister S. 1-17.

Die Hanse und England von Eduards III. bis auf Heinrichs VIII. Zeit · 第 28 / 34 题