Bis Joketa siehe Tour 56. Der Zug passirt die Elsterbrücke (rechts
setzen), überschreitet dann den Fluss und die Elsterthalbahn nach
Greiz zu. Kurz vor Plauen rechts der 431 m hohe Reinsberg.
=Plauen.= Deils Hotel. Blauer Engel. Fürstenhalle. Grüner Baum. Hotel
Müller. Goldner Löwe. Stadt Dresden. (Letztere beiden Touristen
empfohlen.) Zum Tunnel. Zur Quetsche. Bierquelle. Bierhalle. Merkels
Garten. Zur Wolfsschlucht. Wartburg mit Garten. Centralhalle. In
der Umgebung das Felsenschlösschen und das Bergschlösschen. Streits
Bergrestaurant. 35069 Einw. Zunahme seit 1875 22%, ein Satz, der in
ganz Deutschland von keiner Stadt erreicht wurde. Am Bahnhof 410 m, am
Bezirksgericht 355 m ü. M.
Vor 20 Jahren hatte die überaus gewerbthätige Stadt nur wenig mehr als
den dritten Theil seiner heutigen Einwohner. Die Weisswaarenfabrikation
Plauens gehört zu den grössten Gewerbsbranchen Sachsens und hat für
ihre Artikel die spezielle Bezeichnung »Plauen'sche Waare«. (Gardinen,
Jaconets, Batiste, Musseline und ähnliche Stoffe.) Die Musselinweberei,
aus Schwaben und der Schweiz hierher verpflanzt, war ehedem unter
strenger, gewerbepolizeilicher Controle; die sogenannten Schleierherren
prüften jedes einzelne Stück und versahen nur diejenigen mit ihren
Stempeln, welche als tadellos befunden waren. Grossartig hat sich
die Plauen'sche Weissstickerei entwickelt, etwa 6000 Mädchen nähren
sich durch Maschinen- und Handstickerei. Die Stickmaschine wurde 1857
eingeführt. Ausserdem besitzt Plauen Gerbereien und Färbereien. Die
Plauen'sche Actienbrauerei producirt im Jahr 20,000 Hectoliter ihres
beliebten Getränks. Wirthschaftlich wichtig sind auch die Viehmärkte zu
Plauen mit einem Zutrieb von 15 bis 16000 Rindern.
=Sehenswürdigkeiten.= Der hochgelegene =Hradschin= (Schloss) war
ehemals Residenz der Landvoigte von Plauen; jetzt ist darin das
Gerichtsamt untergebracht. Die doppelgethürmte =Johanneskirche=,
1430 von den Hussiten verwüstet, ist schön restaurirt worden; ein
werthvolles Altargemälde von Prof. Mathäi. Die junge Stadt besitzt
meist neue saubere Gebäude, von den älteren thut sich nur das Rathhaus
mit altem Stadtwappen hervor.
=Spaziergänge und kleine Ausflüge.= Nach =Streits Berg= mit Gartenrest.
und Aussichtsthurm. 1½ km. Nach der schöngelegenen =Holzmühle= im
Syrathal; 3½ km nordwestlich der Stadt. Hübsche Aussicht gewähren
sämmtliche Höhenzüge in der Umgebung, am umfassendsten ist die
Rundschau vom sogenannten =Kemmler=, einer Triangulirungsstation
(3½ km, Südosten), 507 m ü. M. Aussichtsthurm projectirt, den der
herrliche Punkt auch wirklich verdient. Näher liegen das =Felsen-= und
=Bergschlösschen= an der Strasse nach Hof mit anmuthiger Aussicht auf
die junge, regsame Stadt. Sehr beliebt ist auch der Spaziergang durch
das Knieloh und den Reusaer Wald nach Reusa. Unterwegs Lindentempel.
5 km. Knieloh ist ein Seitenthal der Elster. In diese Tour lässt sich
auch ein Besuch des Kemmlers hereinziehen.
Ausflüge ab Plauen.
58. =Plauen-Elsterberg= (17 km). =Greiz= (6½ km). =Mylau= (über
Irschwitz und Schwarzhammermühle 8 km). =Reichenbach= (3 km).
=Lengenfeld= (7½ km). =Auerbach= (8 km). =Falkenstein= (4 km).
=Schöneck= (12 km). Weiter siehe Routennetz.
Entweder mit Dampf bis zur Station =Rentzschmühle= oder zu Fuss am
linken Elsterufer thalabwärts. Wer die Elsterthalbrücke besuchen
will, geht hinauf nach dem Dörfchen =Röttis=.
Ruine Liebau, das Steinigt, Elsterberg und Greiz. Siehe Routennetz.
Von Greiz nach dem Papiermühlenfelsen und Schwarzhammermühle unter
der Göltzschthalbrücke hindurch nach Mylau und Reichenbach. Siehe
Routennetz.
Von Reichenbach über das 453 m hochgelegene =kalte Feld= nach
=Lengenfeld= (Seite 136) und im =Göltzschthal= entlang nach
=Auerbach= (Seite 135).
_+Anmerkung.+ Von Auerbach lohnt ein Abstecher nach Bad Reiboldsgrün
und der Goldenen Höhe. (Reiboldsgrün, Seite 135.)_