Die =Engelshalde= nennt sich ein Schuttberg neben der Dresdner
Strasse hinter dem Waldschlösschen, der von dem Abraume der
grossartigen Porphirbrüche (zu seinen Füssen) aufgethürmt
worden ist. Diese Halde bietet eine treffliche Aussicht auf
die dampfessengespickte Stadt und die umliegenden Anhöhen. Der
=Beutenberg= ist eine 418 m hohe Triangulirungsstation im Südostost
von der Engelshalde. Schöne Blicke über den Zeisigwald und die
weitere Umgebung, in welcher die drei Schlösser Lichtenwalde,
Augustusburg und Sachsenburg sichtbar sind.
16. Nach dem =Adelsberg= (7 km) und nach =Erdmannsdorf= (5½ km,
Fusspartie).
Man geht durch das volkreiche Dorf Gablenz (Apfeldorf) auf
aussichtsreicher Strasse nach dem Adelsberg hinauf (Schenke).
Prächtige Aussicht auf Chemnitz und Umgebung (431 m ü. M.). Beim
Weiterwandern wird Augustusburg sichtbar, ein überraschender
Anblick. Kurz vor Erdmannsdorf anmuthige Landschaft, hoch oben die
stolze Burg, zu ihren Füssen das idyllische Erdmannsdorf mit dem
anmuthigen Schlösschen des Ministers von Könneritz. Näheres siehe
unter Erdmannsdorf.
17. Nach =Einsiedel= (ab Altchemnitzer Bahnhof 8 km). =Dittersdorfer
Höhe= (3 km).
Wer nicht mit Bahn fährt, geht über das Jägerschlösschen nach
Erfenschlag und Einsiedel. Schöner ist der Fussweg nach Bernsdorf,
Reichenhain und dann den Fussweg am 420 m hohen Pfaffenstein
vorüber nach der Einsiedler Papierfabrik hinab.
=Einsiedel=, schönes Kirchdorf. 2000 Einw. Anmuthige Lage im
Zwönitzthal. Staake's Gasthaus. Zum Kaiserhof. Im Oberdorf Rest. zum
Schieferwinkel. Grosse Papierfabrik. Edelfischzucht, im Monat November
während der Laichzeit und in den ersten Wintermonaten hochintr.
Hinter Staakes Gasthaus führt der Fussweg hinauf nach der
=Dittersdorfer Höhe= (506 m). Triangulirungsstation. Umfassender
Blick auf das Centralerzgebirge mit den Bärenstein, Pöhl- und
Scheibenberg und dem Fichtel- und Keilberg. Das Rest. ist jetzt
ohne Wirth. Zurück nach Chemnitz empfiehlt sich der Weg über den
=Altenhahn=, an der Zschopauerstrasse. Guter Landgasthof. An
derselben Strasse bei den neuen Schenken gute Aussicht auf Chemnitz
und Umgebung.
_+Anmerkung.+ Von Altenhain intr. Partie durch Altenhain, Olbersdorf
nach der Sternmühle und nach Erdmannsdorf. Sehr idyllischer Thalzug
(8 km). Sternmühle ist Restaurant._
18. =Chemnitz-Klaffenbach= (10 km). =Burkhardsdorf= (3 km).
=Dittersdorf= (4 km). =Einsiedel= (3 km). =Chemnitz= (8 km).
Mit Dampf bis Station Erfenschlag oder zu Fuss den Altchemnitzer
Wiesenzug aufwärts. (Die Güter zur Linken lassend.) =Harthau=,
Kirchdorf im engen Würschnitzthal. Grosse Kammgarnspinnerei.
Die Strasse windet sich in Serpentinen, die sich durch Fusswege
abschneiden lassen, den Berg hinauf nach der =Klaffenbacher
Bergschenke=. Kurz vor der Schenke treffliche Aussicht auf Chemnitz
und seine weitere Umgebung. Ein sehr altes Kreuz bei dem Dorfe
Klaffenbach soll die Stelle bezeichnen, an der 892 Bischof Arno von
Würzburg erschlagen wurde von den ergrimmten heidnischen Sorben.
In der Nähe der Bergschenke erhebt sich der =Geyersberg= (493 m).
Die erste Bergkuppe im Erzgebirge südlich von Chemnitz. Schöne
Rundsicht besonders auf Chemnitz und das Zwönitzthal.
=Burkhardsdorf= ist ein Marktflecken mit 3300 Einw. Gasthof zur Gold.
Aue. Bahnhofsrest. Strumpfwirkerei. Liegt im Thalzug der Zwönitz.
Zwönitz abwärts gelangen wir nach =Kemptau=. (Wahrscheinlich entstand
der Name aus den slav. Camenowe, »Steinau«, von den Kemptauer
Steinen, die oberhalb des Dorfes imposante Felsgruppen darstellen.
484 m). Eine Strasse führt am Thalgehäng hoch über dem Zwönitzfluss
an einem Kalkofen vorüber in weitem Bogen nach Dittersdorf.
Geräder, doch nicht so intr. ist der Weg im Thalzug. Dittersdorf
ist Eisenbahnstation. Einsiedel, siehe Seite 61.