Icharew (allein). Was für eine Wendung doch die Umstände genommen haben,
was? Noch heute morgen bloß achtzigtausend, und gegen abend schon
zweihunderttausend, wie? Für manchen bedeutet das ja ein ganzes Leben
voll Dienst und Arbeit, den Preis für ein ständiges Sitzen,
Entbehrungen, Verlust der Gesundheit, und hier bist du in einigen
Stunden, ja in einigen Minuten ein regierender Prinz. Eine Kleinigkeit
das: Zweihunderttausend! Ich kann mir denken, was aus mir geworden wäre,
wenn ich auf dem Lande gesessen wäre und mich mit den Starosten und
Bauern herumgeschlagen hätte, um jährlich dreitausend einzuheimsen. Ist
denn Bildung eine Kleinigkeit? Die Unbildung, die sich auf dem Lande an
dir festsetzt, die kannst du nachher nicht mit dem Messer abkratzen.
Womit hätte man da seine Zeit verloren? Mit Gesprächen mit den Starosten
und den Bauern ... Ich aber will mich mit gebildeten Menschen
unterhalten! Jetzt bin ich sichergestellt, jetzt habe ich freie Zeit.
Jetzt kann ich mich damit beschäftigen, was zu unserer Bildung beiträgt.
Wenn ich nach Petersburg will, kann ich auch nach Petersburg reisen, da
gehe ich ins Theater, sehe die Münze, da spaziere ich am Palais, am
Englischen Quai vorbei, gehe in den Sommergarten. Oder ich gehe nach
Moskau und diniere bei Jar, ich kann mich nach der Mode der Residenz
kleiden, kann mich mit den andern gleichstellen und die Pflichten eines
aufgeklärten Menschen erfüllen. Und was ist die Ursache davon? Was gibt
mir die Möglichkeit dazu? Das, was man Betrügerei nennt. Ach, Unsinn,
das ist eben gar keine Betrügerei, ein Betrüger kann man in einer Minute
werden, hierzu aber ist Praxis, Studium nötig. Aber zugegeben, es sei
Betrügerei. Es ist doch eben eine notwendige Sache; was kann man denn
ohne sie machen? Sie ist gewissermaßen eine Warnung. Wenn ich z. B.
nicht alle Feinheiten kennte, wenn ich das alles nicht begriffen hätte,
wie hätte man mich da nicht beschwindeln können! Sie haben mich ja auch
wirklich beschwindeln wollen. Dann sahen sie aber, daß sie es nicht mit
einem gewöhnlichen Menschen zu tun haben, und gingen mich selbst um
meine Hilfe an. O nein, Verstand -- das ist eine große Sache; und in der
Welt ist Feinheit notwendig. Ich sehe das Leben von einem ganz anderen
Standpunkt an. So leben, wie ein dummer Kerl, so kann jeder leben, das
ist kein Kunststück, aber mit Witz und mit Kunst leben, alle betrügen
und doch selbst nicht betrogen werden, das ist die eigentliche Aufgabe,
das wahre Ziel.