Chlestakóff. Dóbtschinski und Bóbtschinski.
Bóbtschinski. Habe die Ehre mich vorzustellen: Einwohner hiesiger Stadt,
Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski junior.
Dóbtschinski. Hausbesitzer Pjotr Iwánowitsch Dóbtschinski junior.
Chlestakóff. Sieh da, wir kennen uns ja bereits! Mir scheint, Sie fielen
damals hin? Nun, was macht Ihre Nase?
Bóbtschinski. O danke sehr, bitte bemühen Sie sich nicht: schon ganz
trocken, vollkommen trocken.
Chlestakóff. Das ist ja sehr schön. Ich bin sehr erfreut ... (Plötzlich
und überraschend.) Haben Sie Geld bei sich?
Dóbtschinski. Geld? Wieso Geld?
Chlestakóff. Um mir tausend Rubel zu leihen.
Bóbtschinski. Eine solche Summe, bei Gott, nein; Sie vielleicht, Pjotr
Iwánowitsch?
Dóbtschinski. Ich auf keinen Fall, weil ich mein Geld, belieben Sie zu
vermerken, bei der Staatskreditbank angelegt habe.
Chlestakóff. Na, wenn nicht tausend, dann doch hundert.
Bóbtschinski (in den Taschen wühlend). Haben Sie nicht hundert Rubel,
Pjotr Iwánowitsch? Ich habe nur vierzig in Papier.
Dóbtschinski. Und ich fünfundzwanzig alles in allem.
Bóbtschinski. Sehen Sie nur genauer nach, Pjotr Iwánowitsch! Ich weiß
genau, in Ihrer rechten Tasche ist ein Loch, da werden sich gewiß ein
paar verkrochen haben.
Dóbtschinski. Nein, auch da ist nichts drin.
Chlestakóff. Nun egal: was liegt daran; meinetwegen also fünfundsechzig
Rubel ... Ist mir einerlei. (Nimmt das Geld.)
Dóbtschinski. Ich möchte mir die Freiheit nehmen, Ihnen noch eine
besondere Bitte in einer delikaten Angelegenheit vorzutragen.
Chlestakóff. Und das wäre?
Dóbtschinski. Die Sache ist sehr delikater Natur: mein ältester Sohn,
bitte ergebenst zu vermerken, wurde noch kurz vor meiner Hochzeit
geboren ...
Chlestakóff. So?
Dóbtschinski. Ja, das heißt, man nennt das nur so, aber er ist so gewiß
mein leiblicher Sohn, als wenn er in der Ehe geboren wäre, und überdies
habe ich hinterher alles, wie sich's gehört, durch den gesetzlichen
Ehebund geordnet. Nun möchte ich gerne, bitte zu vermerken, daß er von
jetzt an auch richtig, das heißt gesetzlich mein Sohn sei und sich
nennen dürfte wie ich, Dóbtschinski.
Chlestakóff. Gut, mag er sich doch so nennen, warum nicht?
Dóbtschinski. Ich würde Sie auch damit gar nicht belästigt haben, aber
es wäre zu schade um seine Talente. So ein Kerlchen ... berechtigt zu
den schönsten Hoffnungen: die verschiedensten Gedichte sagt er auswendig
her, und wenn er wo ein Messer in die Finger kriegt, da schnitzt er
Ihnen gleich kleine Wägelchen, so geschickt wie ein Tausendkünstler.
Pjotr Iwánowitsch kann's bezeugen.
Bóbtschinski. Ja, er hat wunderbare Talente!
Chlestakóff. Gut gut! Ich werde mir Mühe geben, will Rücksprache nehmen
... ich hoffe ... es soll geschehen, ja, ja ... (zu Bóbtschinski
gewandt). Haben Sie nicht auch noch ein Anliegen?
Bóbtschinski. Freilich, ich hätte eine untertänigste Bitte.
Chlestakóff. Nun und welcher Art?
Bóbtschinski. Bitte untertänigst, wenn Sie wieder nach Petersburg
kommen, sagen Sie bitte all den verschiedenen hochmögenden Senatoren und
Admirälen: Ew. Exzellenz, oder: Ew. Hochwohlgeboren, dort in der und der
Stadt lebt Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski -- genau so: lebt Pjotr
Iwánowitsch Bóbtschinski.
Chlestakóff. Sehr gerne.
Bóbtschinski. Auch wenn Sie mal zufällig den Kaiser treffen, dann sagen
Sie bitte auch dem Kaiser: Halten zu Gnaden, kaiserliche Majestät, aber
in der und der Stadt lebt Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski.
Chlestakóff. Aber sehr gerne.
Dóbtschinski. Verzeihen Sie, daß wir Sie mit unserer Gegenwart so
belästigt haben.
Bóbtschinski. Verzeihen Sie, daß wir Sie mit unserer Gegenwart so
belästigt haben.
Chlestakóff. Bitte, hat nichts zu sagen! War mir sehr angenehm.
(Geleitet sie bis an die Tür.)