7. Szene

Chlestakóff. Dóbtschinski und Bóbtschinski.

Bóbtschinski. Habe die Ehre mich vorzustellen: Einwohner hiesiger Stadt,

Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski junior.

Dóbtschinski. Hausbesitzer Pjotr Iwánowitsch Dóbtschinski junior.

Chlestakóff. Sieh da, wir kennen uns ja bereits! Mir scheint, Sie fielen

damals hin? Nun, was macht Ihre Nase?

Bóbtschinski. O danke sehr, bitte bemühen Sie sich nicht: schon ganz

trocken, vollkommen trocken.

Chlestakóff. Das ist ja sehr schön. Ich bin sehr erfreut ... (Plötzlich

und überraschend.) Haben Sie Geld bei sich?

Dóbtschinski. Geld? Wieso Geld?

Chlestakóff. Um mir tausend Rubel zu leihen.

Bóbtschinski. Eine solche Summe, bei Gott, nein; Sie vielleicht, Pjotr

Iwánowitsch?

Dóbtschinski. Ich auf keinen Fall, weil ich mein Geld, belieben Sie zu

vermerken, bei der Staatskreditbank angelegt habe.

Chlestakóff. Na, wenn nicht tausend, dann doch hundert.

Bóbtschinski (in den Taschen wühlend). Haben Sie nicht hundert Rubel,

Pjotr Iwánowitsch? Ich habe nur vierzig in Papier.

Dóbtschinski. Und ich fünfundzwanzig alles in allem.

Bóbtschinski. Sehen Sie nur genauer nach, Pjotr Iwánowitsch! Ich weiß

genau, in Ihrer rechten Tasche ist ein Loch, da werden sich gewiß ein

paar verkrochen haben.

Dóbtschinski. Nein, auch da ist nichts drin.

Chlestakóff. Nun egal: was liegt daran; meinetwegen also fünfundsechzig

Rubel ... Ist mir einerlei. (Nimmt das Geld.)

Dóbtschinski. Ich möchte mir die Freiheit nehmen, Ihnen noch eine

besondere Bitte in einer delikaten Angelegenheit vorzutragen.

Chlestakóff. Und das wäre?

Dóbtschinski. Die Sache ist sehr delikater Natur: mein ältester Sohn,

bitte ergebenst zu vermerken, wurde noch kurz vor meiner Hochzeit

geboren ...

Chlestakóff. So?

Dóbtschinski. Ja, das heißt, man nennt das nur so, aber er ist so gewiß

mein leiblicher Sohn, als wenn er in der Ehe geboren wäre, und überdies

habe ich hinterher alles, wie sich's gehört, durch den gesetzlichen

Ehebund geordnet. Nun möchte ich gerne, bitte zu vermerken, daß er von

jetzt an auch richtig, das heißt gesetzlich mein Sohn sei und sich

nennen dürfte wie ich, Dóbtschinski.

Chlestakóff. Gut, mag er sich doch so nennen, warum nicht?

Dóbtschinski. Ich würde Sie auch damit gar nicht belästigt haben, aber

es wäre zu schade um seine Talente. So ein Kerlchen ... berechtigt zu

den schönsten Hoffnungen: die verschiedensten Gedichte sagt er auswendig

her, und wenn er wo ein Messer in die Finger kriegt, da schnitzt er

Ihnen gleich kleine Wägelchen, so geschickt wie ein Tausendkünstler.

Pjotr Iwánowitsch kann's bezeugen.

Bóbtschinski. Ja, er hat wunderbare Talente!

Chlestakóff. Gut gut! Ich werde mir Mühe geben, will Rücksprache nehmen

... ich hoffe ... es soll geschehen, ja, ja ... (zu Bóbtschinski

gewandt). Haben Sie nicht auch noch ein Anliegen?

Bóbtschinski. Freilich, ich hätte eine untertänigste Bitte.

Chlestakóff. Nun und welcher Art?

Bóbtschinski. Bitte untertänigst, wenn Sie wieder nach Petersburg

kommen, sagen Sie bitte all den verschiedenen hochmögenden Senatoren und

Admirälen: Ew. Exzellenz, oder: Ew. Hochwohlgeboren, dort in der und der

Stadt lebt Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski -- genau so: lebt Pjotr

Iwánowitsch Bóbtschinski.

Chlestakóff. Sehr gerne.

Bóbtschinski. Auch wenn Sie mal zufällig den Kaiser treffen, dann sagen

Sie bitte auch dem Kaiser: Halten zu Gnaden, kaiserliche Majestät, aber

in der und der Stadt lebt Pjotr Iwánowitsch Bóbtschinski.

Chlestakóff. Aber sehr gerne.

Dóbtschinski. Verzeihen Sie, daß wir Sie mit unserer Gegenwart so

belästigt haben.

Bóbtschinski. Verzeihen Sie, daß wir Sie mit unserer Gegenwart so

belästigt haben.

Chlestakóff. Bitte, hat nichts zu sagen! War mir sehr angenehm.

(Geleitet sie bis an die Tür.)

Sämmtliche Werke 5: Dramatische Werke · 第 49 / 240 题