3. Szene

Anna Andréjewna und Márja Antónowna.

Anna Andréjewna. Nun, Máscha, jetzt müssen wir an unsere Toilette

denken. Er ist ein Residenzler: Gott bewahre uns davor, von ihm

irgendwie belächelt zu werden. Du solltest am besten dein blaues Kleid

mit den schmalen Volants anziehen.

Márja Antónowna. Fi, Mama, das blaue! Das kann ich nicht leiden: die

Ljápkin-Tjápkin geht schon in einem blauen und Fräulein Semljaníka geht

auch in einem blauen. Nein, ich ziehe lieber das geblümte an.

Anna Andréjewna. Das geblümte! ... wirklich, du sprichst nur um zu

widersprechen. Das andere stünde dir viel besser, weil ich mein

strohfarbenes anziehen will; ich schwärme für das strohfarbene.

Márja Antónowna. Aber Mama, das strohfarbene steht dir ja gar nicht!

Anna Andréjewna. Mir nicht stehn?

Márja Antónowna. Nein, es steht dir nicht, ich wette was du willst, es

steht dir nicht; dafür muß man dunkle Augen haben.

Anna Andréjewna. Nun wird's reizend! Ich und keine dunklen Augen? Die

dunkelsten von der Welt! Was schwatzt du für einen Unsinn! Wieso nicht

dunkel, wenn doch beim Kartenlegen für mich immer Treffdame herauskommt?

Márja Antónowna. Ach Mamachen, viel öfter doch Coeurdame!

Anna Andréjewna. Possen! Nichts als Possen! Ich war nie Coeurdame!

(Verläßt mit Márja Antónowna in Eile das Zimmer und spricht noch hinter

der Szene.) Was das für Phantasien sind, Coeurdame! Soll der Himmel

wissen, was das ist! (Nach ihrem Abgang öffnet sich die seitliche Tür

und Míschka wirft einen Haufen Kehricht heraus. Durch die andere Tür

tritt, einen Handkoffer auf dem Kopfe, Ossip herein.)

Sämmtliche Werke 5: Dramatische Werke · 第 30 / 240 题