XXV.

Auch der zweite Unterschied, welchen der angeführte Kunstrichter

zwischen dem Ekel und andern unangenehmen Leidenschaften der Seele

findet, äußert sich bei der Unlust, welche die Häßlichkeit der Formen

in uns erwecket.

"Andere unangenehme Leidenschaften", sagte er 1), "können auch außer

der Nachahmung, in der Natur selbst, dem Gemüte öfters schmeicheln,

indem sie niemals reine Unlust erregen, sondern ihre Bitterkeit

allezeit mit Wollust vermischen. Unsere Furcht ist selten von aller

Hoffnung entblößt; der Schrecken belebt alle unsere Kräfte, der

Gefahr auszuweichen; der Zorn ist mit der Begierde sich zu rächen,

die Traurigkeit mit der angenehmen Vorstellung der vorigen

Glückseligkeit verknüpft, und das Mitleiden ist von den zärtlichen

Empfindungen der Liebe und Zuneigung unzertrennlich. Die Seele hat

die Freiheit, sich bald bei dem vergnüglichen, bald bei dem widrigen

Teile einer Leidenschaft zu verweilen, und sich eine Vermischung von

Lust und Unlust selbst zu schaffen, die reizender ist, als das

lauterste Vergnügen. Es braucht nur sehr wenig Achtsamkeit auf sich

selber, um dieses vielfältig beobachtet zu haben; und woher käme es

denn sonst, daß dem Zornigen sein Zorn, dem Traurigen seine Unmut

lieber ist, als alle freudige Vorstellungen, dadurch man ihn zu

beruhigen gedenket? Ganz anders aber verhält es sich mit dem Ekel

und den ihm verwandten Empfindungen. Die Seele erkennet in demselben

keine merkliche Vermischung von Lust. Das Mißvergnügen gewinnet die

Oberhand, und daher ist kein Zustand, weder in der Natur noch in der

Nachahmung, zu erdenken, in welchem das Gemüt nicht von diesen

Vorstellungen mit Widerwillen zurückweichen sollte."

{1. Klotzii epistolae Homericae, p. 103.}

Vollkommen richtig; aber da der Kunstrichter selbst, noch andere mit

dem Ekel verwandten Empfindungen erkennet, die gleichfalls nichts als

Unlust gewähren, welche kann ihm näher verwandt sein, als die

Empfindung des Häßlichen in den Formen? Auch diese ist in der Natur

ohne die geringste Mischung von Lust; und da sie deren ebensowenig

durch die Nachahmung fähig wird, so ist auch von ihr kein Zustand zu

erdenken, in welchem das Gemüt von ihrer Vorstellung nicht mit

Widerwillen zurückweichen sollte.

Ja dieser Widerwille, wenn ich anders mein Gefühl sorgfältig genug

untersucht habe, ist gänzlich von der Natur des Ekels. Die

Empfindung, welche die Häßlichkeit der Form begleitet, ist Ekel, nur

in einem geringern Grade. Dieses streitet zwar mit einer andern

Anmerkung des Kunstrichters, nach welcher er nur die allerdunkelsten

Sinne, den Geschmack, den Geruch und das Gefühl, dem Ekel ausgesetzet

zu sein glaubet. "Jene beide" sagt er, "durch eine übermäßige

Süßigkeit, und dieses durch eine allzugroße Weichheit der Körper, die

den berührenden Fibern nicht genugsam widerstehen. Diese Gegenstände

werden sodann auch dem Gesichte unerträglich, aber bloß durch die

Assoziation der Begriffe, indem wir uns des Widerwillens erinnern,

den sie dem Geschmacke, dem Geruche oder dem Gefühle verursachen.

Denn eigentlich zu reden, gibt es keine Gegenstände des Ekels für das

Gesicht." Doch mich dünkt, es lassen sich dergleichen allerdings

nennen. Ein Feuermal in dem Gesichte, eine Hasenscharte, eine

gepletschte Nase mit vorragenden Löchern, ein gänzlicher Mangel der

Augenbraunen, sind Häßlichkeiten, die weder dem Geruche, noch dem

Geschmacke, noch dem Gefühle zuwider sein können. Gleichwohl ist es

gewiß, daß wir etwas dabei empfinden, welches dem Ekel schon viel

näher kömmt, als das, was uns andere Unförmlichkeiten des Körpers,

ein krummer Fuß, ein hoher Rücken, empfinden lassen; je zärtlicher

das Temperament ist, desto mehr werden wir von den Bewegungen in dem

Körper dabei fühlen, welche vor dem Erbrechen vorhergehen. Nur daß

diese Bewegungen sich sehr bald wieder verlieren, und schwerlich ein

wirkliches Erbrechen erfolgen kann; wovon man allerdings die Ursache

darin zu suchen hat, daß es Gegenstände des Gesichts sind, welches in

ihnen, und mit ihnen zugleich, eine Menge Realitäten wahrnimmt, durch

deren angenehme Vorstellungen jene unangenehme so geschwächt und

verdunkelt wird, daß sie keinen merklichen Einfluß auf den Körper

haben kann. Die dunkeln Sinne hingegen, der Geschmack, der Geruch,

das Gefühl, können dergleichen Realitäten, indem sie von etwas

Widerwärtigem gerühret werden, nicht mitbemerken; das Widerwärtige

wirkt folglich allein und in seiner ganzen Stärke, und kann nicht

anders als auch in dem Körper von einer weit heftigern Erschütterung

begleitet sein.

Übrigens verhält sich auch zur Nachahmung das Ekelhafte vollkommen so,

wie das Häßliche. Ja, da seine unangenehme Wirkung die heftigere

ist, so kann es noch weniger als das Häßliche an und vor sich selbst

ein Gegenstand weder der Poesie, noch der Malerei werden. Nur weil

es ebenfalls durch den wörtlichen Ausdruck sehr gemildert wird,

getrauete ich mich doch wohl zu behaupten, daß der Dichter,

wenigstens einige ekelhafte Züge als ein Ingrediens zu den nämlichen

vermischten Empfindungen brauchen könne, die er durch das Häßliche

mit so gutem Erfolge verstärket.

Das Ekelhafte kann das Lächerliche vermehren; oder Vorstellungen der

Würde, des Anstandes, mit dem Ekelhaften in Kontrast gesetzet, werden

lächerlich. Exempel hiervon lassen sich bei dem Aristophanes in

Menge finden. Das Wiesel fällt mir ein, welches den guten Sokrates

in seinen astronomischen Beschauungen unterbrach 2).

{2. Nubes v. 169-174.}

MAQ. Prwhn de ge gnwmhn megalhn ajhreJh

Up' askalabwtou. STR. Tina tropon; kateipe moi.

MAQ. ZhtountoV autou thV selhnhV tas odouV

Kai taV perijoraV, eit' anw kechnotoV

Apo thV orojhV nuktwr galewthV katecesen.

STR. HsJhn galewth katacesanti SwkratouV.

Man lasse es nicht ekelhaft sein, was ihm in den offenen Mund fÄllt,

und das Lächerliche ist verschwunden. Die drolligsten ZÜge von

dieser Art hat die hottentottische Erzählung: Tquassouw und

Knonmquaiha, in dem "Kenner", einer englischen Wochenschrift voller

Laune, die man dem Lord Chesterfield zuschreibet. Man weiß, wie

schmutzig die Hottentotten sind; und wie vieles sie für schÖn und

zierlich und heilig halten, was uns Ekel und Abscheu erwecket. Ein

gequetschter Knorpel von Nase, schlappe bis auf den Nabel

herabhängende Brüste, den ganzen Körper mit einer Schminke aus

Ziegenfett und Ruß an der Sonne durchbeizet, die Haarlocken von

Schmer triefend, Füße und Arme mit frischem Gedärme umwunden: dies

denke man sich an dem Gegenstande einer feurigen, ehrfurchtsvollen,

zärtlichen Liebe; dies höre man in der edeln Sprache des Ernstes und

der Bewunderung ausgedrückt, und enthalte sich des Lachens 3)!

{3. The Connoisseur, Vol. I. No. 21. Von der Schönheit der

Knonmquaiha heißt es: He was struck with the glossy hue of her

complexion, which shone like the jetty down on the black hogs of

Hessaqua; he was ravished with the prest gristle of her nose; and his

eys dwelt with admiration on the flaccid beauties of her breasts,

which descended to her navel. Und was trug die Kunst bei, so viel

Reize in ihr vorteilhaftes Licht zu setzen? She made a varnish of

the fat of goats mixed with soot, with which she anointed her whole

body, as she stood beneath the rays of the sun; her locks were

clotted with melted grease, and powdered with the yellow dust of

Buchu; her face, which shone like the polished ebony, was beautifully

varied with spots of red earth, and appeared like the sable curtain

of the night bespangled with stars: she sprinkled her limbs with

woodashes, and perfumed them with the dung of Stinkbingsem. Her arms

and legs were entwined with the shining entrails of an heifer: from

her neck there hung a pouch composed of the stomach of a kid: the

wings of an ostrich overshadowed the fleshy promontories behind; and

before she wore an apron formed of the shaggy ears of a lion. Ich

füge noch die Zeremonie der Zusammengebung des verliebten Paares

hinzu: The Surri or chief priest approached them, and in a deep voice

chanted the nuptial rites to the melodious grumbling of the Gom-Gom;

and at the same time (according to the manner of Caffraria) bedewed

them plentifully with the urinary benediction. The bride and

bridegroom rubbed in the precious stream with extasy, while the briny

drops trikled from their bodies; like the oozy surge from the rocks

of Chirigriqua.}

Mit dem Schrecklichen scheinet sich das Ekelhafte noch inniger

vermischen zu können. Was wir das Gräßliche nennen, ist nichts als

ein ekelhaftes Schreckliche. Dem Longin 4) mißfällt zwar in dem

Bilde der Traurigkeit beim Hesiodus 5) das ThV ek men rinvn muxai

reon; doch mich dünkt, nicht sowohl weil es ein ekler Zug ist, als

weil es ein bloß ekler Zug ist, der zum Schrecklichen nichts beiträgt.

Denn die langen über die Finger hervorragenden Nägel (makroi d'

onuceV ceiressin uphsan) scheinet er nicht tadeln zu wollen.

Gleichwohl sind lange Nägel nicht viel weniger ekel, als eine

fließende Nase. Aber die langen Nägel sind zugleich schrecklich;

denn sie sind es, welche die Wangen zerfleischen, daß das Blut davon

auf die Erde rinnet:

{4. Peri uyouV, tmhma h, p. 18. edit. T. Fabri.}

{5. Scut. Hercul. v. 266.}

--ek de pareivn

Aim' apeleibet' eraze--

Hingegen eine fließende Nase, ist weiter nichts als eine fließende

Nase; und ich rate der Traurigkeit nur, das Maul zuzumachen. Man

lese bei dem Sophokles die Beschreibung der Öden Höhle des

unglÜcklichen Philoktet. Da ist nichts von Lebensmitteln, nichts von

Bequemlichkeiten zu sehen; außer eine zertretene Streu von dürren

BlÄttern, ein unförmlicher hölzerner Becher, ein Feuergerät. Der

ganze Reichtum des kranken verlassenen Mannes! Womit vollendet der

Dichter dieses traurige fürchterliche Gemälde. Mit einem Zusatze von

Ekel. "Ha!" fährt Neoptolem auf einmal zusammen, "hier trockenen

zerrissene Lappen voll Blut und Eiter 6)!"

{6. Philoct. v. 31-39.}

NE. Orv kenhn oikhsin anJrwpwn dica.

OD. Oud' endon oikopoioV esti tiV trojh;

NE. Steipth ge jullaV wV enaulizonti tw.

OD. Ta d' all' erhma, kouden esJ' upostegon;

NE. Autoxulon g' ekpwma, jaulourgou tinoV

Tecnhmat' androV, kai purei' omou tade.

OD. Keinou to Jhsaurisma shmaineiV tode.

NE. Iou, iou· kai tauta g' alla Jalpetai

Rakh, bareiaV tou noshleiaV plea.

So wird auch beim Homer der geschleifte Hektor, durch das von Blut

und Staub entstellte Gesicht, und zusammenverklebte Haar,

Squallentem barbam et concretos sanguine crines,

(wie es Virgil ausdrÜckt 7)) ein ekler Gegenstand, aber eben dadurch

um so viel schrecklicher, um so viel rührender. Wer kann die Strafe

des Marsyas, beim Ovid, sich ohne Empfindung des Ekels denken 8)?

{7. Aeneid. lib. II. v. 277.}

{8. Metamorph. VI. v. 387.}

Clamanti cutis est summos derepta per artus:

Nec quidquam, nisi vulnus erat: cruor undique manat:

Detectique patent nervi: trepidaeque sine ulla

Pelle micant venae: salientia viscera possis,

Et perlucentes numerare in pectore fibras.

Aber wer empfindet auch nicht, daß das Ekelhafte hier an seiner

Stelle ist? Es macht das Schreckliche grÄßlich; und das Gräßliche

ist selbst in der Natur, wenn unser Mitleid dabei interessieret wird,

nicht ganz unangenehm; wie viel weniger in der Nachahmung? Ich will

die Exempel nicht häufen. Doch dieses muß ich noch anmerken, daß es

eine Art von Schrecklichem gibt, zu dem der Weg dem Dichter fast

einzig und allein durch das Ekelhafte offen stehet. Es ist das

Schreckliche des Hungers. Selbst im gemeinen Leben drÜcken wir die

äußerste Hungersnot nicht anders als durch die Erzählungen aller der

unnahrhaften, ungesunden und besonders ekeln Dinge aus, mit welchen

der Magen befriediget werden müssen. Da die Nachahmung nichts von

dem Gefühle des Hungers selbst in uns erregen kann, so nimmt sie zu

einem andern unangenehmen Gefühle ihre Zuflucht, welches wir im Falle

des empfindlichsten Hungers für das kleinere Übel erkennen. Dieses

sucht sie zu erregen, um uns aus der Unlust desselben schließen zu

lassen, wie stark jene Unlust sein müsse, bei der wir die

gegenwärtige gern aus der Acht schlagen würden. Ovid sagt von der

Oreade, welche Ceres an den Hunger abschickte 9):

{9. Ibid. lib. VIII. v. 809.}

Hanc (famem) procul ut vidit--

--refert mandata deae; paulumque morata,

Quanquam aberat longe, quanquam modo venerat illuc,

Visa tamen sensisse famem--

Eine unnatÜrliche Übertreibung! Der Anblick eines Hungrigen, und

wenn es auch der Hunger selbst wÄre, hat diese ansteckende Kraft

nicht; Erbarmen, und Greul, und Ekel, kann er empfinden lassen, aber

keinen Hunger. Diesen Greul hat Ovid in dem Gemälde der Fames nicht

gesparet, und in dem Hunger des Eresichthons sind, sowohl bei ihm,

als bei dem Kallimachus 10), die ekelhaften Züge die stärksten.

Nachdem Eresichthon alles aufgezehret, und auch der Opferkuh nicht

verschonet hatte, die seine Mutter der Vesta auffütterte, läßt ihn

Kallimachus über Pferde und Katzen herfallen, und auf den Straßen die

Brocken und schmutzigen Überbleibsel von fremden Tischen betteln:

{10. Hym. in Cererem. v. 109-116.}

Kai tan bvn ejagen, tan Estia etreje mathr,

Kai ton aeJlojoron kai ton polemhion ippon,

Kai tan ailouron, tan etreme Jeria mikka--

Kai toJ' o tv basilhoV eni triodoisi kaJhsto

Aitizwn akolwV te kai ekbola lumata daitoV--

Und Ovid lÄßt ihn zuletzt die Zähne in seine eigene Glieder setzen,

um seinen Leib mit seinem Leibe zu nähren.

Vis tamen illa mali postquam consumserat omnem

Materiam--

Ipse suos artus lacero divellere morsu

Coepit; et infelix minuendo corpus alebat.

Nur darum waren die hÄßlichen Harpyen so stinkend, so unflätig, daß

der Hunger, welchen ihre EntfÜhrung der Speisen bewirken sollte,

desto schrecklicher würde. Man hÖre die Klage des Phineus, beim

Apollonius 11):

{11. Argonaut. lib. II. v. 228-233.}

TutJon d' hn ara dh pot' edhtuoV ammi lipwsi,

Pnei tode mudaleon te kai ou tlhton menoV odmhV.

Ou ke tiV oude minunJa brotvn anscoito pelassaV,

Oud' ei oi adamantoV elhlamenon kear eih.

Alla me pikrh dhta ke daitoV episcei anagkh

Mimnein, kai mimnonta kakh en gasteri JesJai.

Ich mÖchte gern aus diesem Gesichtspunkte die ekele EinfÜhrung der

Harpyen beim Virgil entschuldigen; aber es ist kein wirklicher

gegenwÄrtiger Hunger, den sie verursachen, sondern nur ein

instehender, den sie prophezeien; und noch dazu löset sich die ganze

Prophezeiung endlich in ein Wortspiel auf. Auch Dante bereitet uns

nicht nur auf die Geschichte von der Verhungerung des Ugolino, durch

die ekelhafteste, gräßlichste Stellung, in die er ihn mit seinem

ehemaligen Verfolger in der Hölle setzet; sondern auch die

Verhungerung selbst ist nicht ohne Züge des Ekels, der uns besonders

da sehr merklich überfällt, wo sich die Söhne dem Vater zur Speise

anbieten. In der Note will ich noch eine Stelle aus einem

Schauspiele von Beaumont und Fletcher anführen, die statt aller

andern Beispiele hätte sein können, wenn ich sie nicht für ein wenig

zu übertrieben erkennen müßte 12).

{12. The Sea-Voyage Act. III. Sc. 1. Ein französischer Seeräuber

wird mit seinem Schiffe an eine wüste Insel verschlagen. Habsucht

und Neid entzweien seine Leute und schaffen ein paar Elenden, welche

auf dieser Insel geraume Zeit der äußersten Not ausgesetzt gewesen,

Gelegenheit, mit dem Schiffe in die See zu stechen. Alles Vorrates

an Lebensmitteln sonach auf einmal beraubet, sehen jene Nichtswürdige

gar bald den schmählichsten Tod vor Augen, und einer drückt gegen den

andern seinen Hunger und seine Verzweiflung folgendergestalt aus:

Lamure.

Oh, what a tempest have I in my stomach!

How my empty guts cry out! My wounds ake,

Would they would bleed again, that I might get

Something to quench my thirst.

Franville.

O Lamure, the happiness my dogs had

When I kept house at home! They had a storehouse,

A storehouse of most blessed bones and crusts,

Happy crusts. Oh, how sharp hunger pinches me!--

Franville.

How now, what news?

Morillat.

Hast any meat yet?

Franville.

Not a bit that I can see;

Here be goodly quarries, but they be cruel hard

To gnaw: I ha' got some mud, we'll eat it with spoons,

Very good thick mud; bot it stinks damnably,

There's old rotten trunks of trees too,

Bot not a leaf nor blossom in all the island.

Lamure.

How it looks!

Morillat.

It stinks too.

Lamure.

It may be poison.

Franville.

Let it be any thing;

So I can get it down. Why man,

Poison's a princely dish.

Morillat.

Hast thou no bisket?

No crumbs left in thy pocket? Here is my doublet,

Give me but three small crumbs.

Franville.

Not for three kingdoms,

If I were master of 'em. Oh, Lamure,

But one poor joint of mutton, we ha' scorn'd, man.

Lamure.

Thou speak'st of paradise;

Or but the snuffs of those healths,

We have lewdly at midnight flang away.

Morillat.

Ah! but to lick the glasses.

Doch alles dieses ist noch nichts gegen den folgenden Auftritt, wo

der Schiffschirurgus dazu kommt.

Franville.

Here comes the surgeon. What

Hast thou discover'd? Smile, smile and comfort us.

Surgeon.

I am expiring,

Smile they that can. I can find nothing, gentlemen,

Here 's nothing can be meat, without a miracle

Oh that I had my boxes and my lints now,

My stupes, my tents, and those sweet helps of nature,

What dainty dishes could I make of 'em.

Morillat.

Hast ne'er an old suppository?

Surgeon.

Oh would I had, sir.

Lamure.

Or but the paper where such a cordial

Potion, or pills hath been entomb'd?

Franville.

Or the best bladder where a cooling-glister.

Morillat.

Hast thou no searcloths left?

Nor any old pultesses?

Franville.

We care not to what it hath been ministred.

Surgeon.

Sure I have none of these dainties, gentlemen.

Franville.

Where's the great wen

Thou cut'st from Hugh the sailor's shoulder?

That would serve now for a most princely banquet.

Surgeon.

Ay if we had it, gentlemen.

I flung it over-bord, slave that I was.

Lamure.

A most improvident villain.}

Ich komme auf die ekelhaften GegenstÄnde in der Malerei. Wenn es

auch schon ganz unstreitig wäre, daß es eigentlich gar keine

ekelhafte Gegenstände fÜr das Gesicht gäbe, von welchen es sich von

sich selbst verstünde, daß die Malerei, als schÖne Kunst, ihrer

entsagen würde: so müßte sie dennoch die ekelhaften Gegenstände

überhaupt vermeiden, weil die Verbindung der Begriffe sie auch dem

Gesichte ekel macht. Pordenone läßt, in einem Gemälde von dem

Begräbnisse Christi, einen von den Anwesenden die Nase sich zuhalten.

Richardson mißbilliget dieses deswegen 13), weil Christus noch nicht

so lange tot gewesen, daß sein Leichnam in Fäulung übergehen können.

Bei der Auferweckung des Lazarus hingegen, glaubt er, sei es dem

Maler erlaubt, von den Umstehenden einige so zu zeigen, weil es die

Geschichte ausdrücklich sage, daß sein Körper schon gerochen habe.

Mich dünkt diese Vorstellung auch hier unerträglich; denn nicht bloß

der wirkliche Gestank, auch schon die Idee des Gestankes erwecket

Ekel. Wir fliehen stinkende Orte, wenn wir schon den Schnupfen haben.

Doch die Malerei will das Ekelhafte, nicht des Ekelhaften wegen;

sie will es, so wie die Poesie, um das Lächerliche und Schreckliche

dadurch zu verstärken. Auf ihre Gefahr! Was ich aber von dem

Häßlichen in diesem Falle angemerkt habe, gilt von dem Ekelhaften um

so viel mehr. Es verlieret in einer sichtbaren Nachahmung von seiner

Wirkung ungleich weniger, als in einer hörbaren; es kann sich also

auch dort mit den Bestandteilen des Lächerlichen und Schrecklichen

weniger innig vermischen, als hier; sobald die Überraschung vorbei,

sobald der erste gierige Blick gesättiget, trennet es sich wiederum

gänzlich, und liegt in seiner eigenen kruden Gestalt da.

{13. Richardson de la peinture T. I. p. 74.}

Laokoon: Oder, Über die Grenzen der Malerei und Poesie · 第 31 / 36 题