Und dazu folgendes Gedicht:
„Dich liebt’ ich nicht!
Ob Dir die Lippe auch von Liebe sprach,
„Dich liebt’ ich nicht!
Ob aus dem Auge auch Begeist’rung brach,
„Dich liebt’ ich nicht!
Ob ich’s auch einst im Traume selbst geglaubt,
„Dich liebt’ ich nicht!
Ob Du auch meinen Frieden mir geraubt,
„Dich liebt’ ich nicht!
„Den ich geliebt –
Das war ein vielmals Höherer als Du,
„Den ich geliebt,
Der strebt mit mir den höchsten Höhen zu;
„Der war mir gleich,
War ebenbürtig mir,
„War mein Genoß’ –
Ein Denken schied
„Ein Fühlen trennte uns vom großen Troß.
„Dich liebt’ ich nicht!
„Dir gilt die Thräne nicht,
Die heut’ ich wein’,
„Dem hehren Traum, der mir versunken ist,
„Gilt sie allein!
Ich weiß es heut:
„Aus meiner Seele nahm ich all’ den Glanz
„Den ich Dir lieh;
„Welk fällt von Deinem Haupt der fremde Kranz:
„Dich liebt ich nie!
„Geliebt hab’ ich mit meines Herzens Allgewalt
– – Das eig’ne Werk!
– – Ein Wahngebild – – nur eine Truggestalt! ...“
* * * * *
Stephani eilte sofort nach Empfang dieser Zeilen zu uns und stand,
vielleicht noch rathloser, als zuvor, uns gegenüber.