Versucht man das Cancroid durch den epithelialen Bau seiner Elemente von

dem eigentlichen Krebs zu unterscheiden, so wird man sich auch da

vergeblich bemühen. Der eigentliche Krebs hat gleichfalls Elemente von

epithelialem Habitus (Fig. 149), und man braucht nur solche Punkte im

Körper zu suchen, wo sich die Epithelzellen unregelmässig entwickeln,

z. B. an den Harnwegen (Fig. 16), so wird man in dem normalen Epithel

dieselben sonderbaren, mit grossen Kernen und Kernkörperchen versehenen

Bildungen antreffen, welche als die specifischen, polymorphen

Krebszellen geschildert werden. Der Krebs, das Cancroid oder Epitheliom,

die Perlgeschwulst oder das Cholesteatom, ja auch das Dermoid, welches

Haare, Zähne, Talgdrüsen producirt und im Eierstock so häufig vorkommt,

alle diese sind Bildungen, welche pathologisch Epithelformen erzeugen;

aber sie stellen eine Gradation von verschiedenen Arten vor, die von den

ganz örtlichen, dem gewöhnlichen Sinne nach vollkommen gutartigen bis zu

solchen von der äussersten Malignität reichen[329]. Die blosse Form der

Elemente, welche die Zusammensetzung des Gebildes machen, ist ohne

entscheidenden Werth. Es hat sich gezeigt, dass es falsch war, als man

annahm, der Krebs habe heterologe (specifische) Elemente und darum sei

er bösartig, und das Cancroid habe homologe (hyperplastische) Elemente

und darum sei es gutartig. Vielmehr enthält keine von beiden

Geschwülsten absolut heterologe Elemente und keine ist gutartig, sondern

es besteht zwischen ihnen eine Stufenfolge.

[329] Archiv VIII. 414.

Man könnte nun leicht in die Furcht gerathen, es sei überhaupt

unmöglich, Krebs, Cancroid, Perlgeschwulst, kurz die epithelioiden

Neubildungen, sei es von gewöhnlichem Epithel, sei es unter sich zu

unterscheiden. Dies wäre ein grosser Irrthum. Sie alle unterscheiden

sich durch die Heterologie ihrer Bildung von dem gewöhnlichen Epithel

und der gewöhnlichen Epidermis, denn sie entstehen nicht an Oberflächen,

sondern im Inneren der Organe aus dem Bindegewebe. Freilich kann es

sein, dass die Anhäufungen ihrer Zellen dabei eine überraschende

Aehnlichkeit mit bestimmten Oberhautgebilden erlangen, dass sie z. B.

wie Drüsen oder Haare aussehen. Aber ein Cancroid erzeugt keine

wirklichen Drüsen mit Höhlungen, sondern nur drüsenähnliche, solide

Zapfen; in ihm wachsen keine wirklichen Haare, sondern haarähnliche

Gebilde, die mehr kranken als gesunden Haaren entsprechen. Häufen sich

diese Zapfen und Cylinder in grossen Mengen an, so entsteht dadurch eine

breiige Masse von sehr bunter Zusammenordnung, in der jedoch an jedem

Punkte immer wieder epidermoidale Gebilde isolirt werden können, so dass

die Gesammtbildung die grösste Aehnlichkeit mit dem Atherom zeigen mag.

Aber das Atherom ist eine hyperplastische Wucherung normaler Epidermis

in einem erweiterten Hautsacke, das Cancroid und die Perlgeschwulst sind

heteroplastische Bildungen einer aus Bindegewebe entstandenen Epidermis.

Hier entscheidet also die Heterotopie (error loci).

[Illustration: =Fig=. 150. Cancroidzapfen aus einer Geschwulst der

Unterlippe. Dichtgedrängte Zellenlager mit dem Charakter des Rete

Malpighii im Umfange: in dem einen Fortsatze fettartig glänzende Kugeln,

in der Mitte des grossen Zapfens eine hornig-epidermoidale, haarartige

Abscheidung mit zwiebelartigen Kugeln (Perlen, globes épidermiques).

Vergr. 300.]

[Illustration: =Fig=. 151. Durchschnitt durch ein Cancroid der Orbita.

Grosse Epidermiskugeln (Perlen), zwiebelartig geschichtet, in einer

dichtgedrängten Zellenmasse, die theils den Charakter der Epidermis,

theils den des Rete Malpighii hat. Vergr. 150.]

Dieser Auffassung steht freilich eine andere gegenüber, welche in

Beziehung auf das Cancroid schon von =Mayor=, =Ecker= und Anderen

ausgesprochen war, nehmlich dass dasselbe aus einer progressiven, nach

innen gerichteten Wucherung gewöhnlichen Epithels oder oberflächlicher

Epidermis entstehe. Ich habe dem gegenüber immer hervorgehoben, dass

genetisch ein Unterschied zwischen Cancroid und eigentlichem Krebs

(Carcinom) nicht zu entdecken sei, und dass, wenn das Cancroid als eine

nur hyperplastische Neubildung gelten dürfe, auch das Carcinom in

gleicher Weise gedeutet werden müsse. Mehrere neuere Beobachter haben

kein Bedenken getragen, diesen Satz zu acceptiren und auch das Carcinom

als eine Epithelialwucherung darzustellen. Freilich hat sich sehr bald

die Schwierigkeit gezeigt, dass das Carcinom primär an Orten vorkommt,

wie in Lymphdrüsen, in Knochen und im Gehirn, wo es kein Epithel

gewöhnlicher Art gibt. Einige haben sich aus diesem Grunde nicht

gescheut, die offenkundige Thatsache primärer Krebse dieser Organe

einfach zu leugnen. Andere haben sich damit geholfen, auf das Epithel

der Lymphgefässe zurückzugehen. Für diejenigen, welche auch die

Bindegewebskörperchen zu den Lymphgefässen rechnen, ist dann freilich

der Schritt nicht gross, um auch sie zu den möglichen Matrices der

Krebszellen zuzulassen. Ich meinerseits bin durch diese Ausführungen

nicht überzeugt; ich halte an der primären Heteroplasie aller Krebse

fest.

Dagegen erkenne ich vollständig die Schwierigkeit an, zwischen den

einzelnen heteroplastischen Gebilden dieser Gruppe beständige

Unterschiede zu finden; ja ich hege die Ueberzeugung, dass hier

überhaupt keine scharfen Grenzen bestehen, sondern Uebergänge vorkommen.

Man könnte daher leicht in Versuchung gerathen, alle diese Arten von

Geschwülsten, wie es so oft vorgeschlagen ist, unter dem Collectivnamen

der Krebse zusammen zu fassen. Dem wiederstreitet zunächst die

praktische (klinische) Erfahrung, welche ergibt, dass die Perlgeschwulst

sich nie generalisirt, das Cancroid selten, der Krebs gewöhnlich. Sodann

zeigen sich aber auch Verschiedenheiten im Bau, und ich will hier in

Beziehung auf den Krebs nur das hervorheben, dass bei dem Krebs im

engeren Sinne des Wortes (Carcinoma) die epithelioiden Zellen in den

Maschenräumen eines neugebildeten, gefässhaltigen Bindegewebs-Gerüstes

(Stroma) enthalten sind[330]. Der Krebs erscheint daher nicht als

blosses Gewebe (histioid), sondern als organartige Neubildung (S. 88).

[330] Archiv I. 96.

Die physiologische Bedeutung der einzelnen Arten aber richtet sich

zunächst nach ihrem Saftreichthum[331]. Die Formen, welche trockene,

saftarme Massen hervorbringen, sind relativ gutartig. Diejenigen, welche

saftreiche Gewebe setzen, haben immer mehr oder weniger einen malignen

Habitus (S. 257). Die Perlgeschwulst z. B. liefert vollkommen trockene

Epithelmassen, fast ohne eine Spur von Feuchtigkeit: sie steckt nur

örtlich an. Das Cancroid bleibt sehr lange örtlich, so dass oft erst

nach Jahren die nächsten Lymphdrüsen erkranken, dass dann lange Zeit

wiederum der Prozess sich auf diese Erkrankung der Lymphdrüsen

beschränkt, und dass erst spät und selten die allgemeine Eruption durch

den ganzen Körper erfolgt. Bei dem eigentlichen Krebs ist der örtliche

Verlauf oft sehr schnell, und die Krankheit wird früh allgemein;

Heilungen, selbst für kurze Zeit, sind so selten, dass man in

Frankreich geradezu die vollkommene Unheilbarkeit des eigentlichen

Krebses aufgestellt und mit Glück vertheidigt hat.

[331] Gesammelte Abhandlungen 53. Archiv XIV. 40. Geschwülste I. 126.

Die einzige scheinbare Ausnahme von dieser Regel macht der Tuberkel.

Denn gerade bei ihm geschieht die Infection nicht selten in dem käsigen

Stadium, welches sich im Allgemeinen durch seine Trockenheit von dem

feuchten Zustande des grauen miliaren Korns unterscheidet. Aber die

experimentellen Untersuchungen der neuesten Zeit haben, wie ich schon

früher (S. 261) erwähnte, die glückliche Lösung gebracht, dass es nicht

bloss der aus Tuberkel entstehende Käse ist, welcher wieder Tuberkel

erzeugt, sondern dass regressive Substanzen der verschiedensten Art den

gleichen Effect hervorbringen. So habe ich schon angeführt (S. 262),

dass selbst rückgängiges Carcinom Tuberkel erregen kann. Diese

Erfahrungen haben jedoch, soweit bis jetzt bekannt, keinen Werth für die

Mehrzahl der infectiösen Neubildungen, welche vielmehr in ihrer

Florescenz-Periode die grösste Virulenz besitzen, und hier sind wir

entweder auf Wanderzellen, oder auf flüssige Stoffe hingewiesen.

Auch unter den Bildungen, welche =den gewöhnlichen Bindegewebssubstanzen

analog=, also scheinbar vollkommen homolog und gutartig sind, erweisen

sich die saftreichen als viel mehr ansteckungsfähig als die trockenen.

Die einfache Fettgeschwulst (=Lipom=) ist immer gutartig. Das =Myxom=

(Schleimgeschwulst), welches immer viel Flüssigkeit mit sich führt, ist

jedesmal eine verdächtige Geschwulst; in dem Maasse seines

Saftreichthums recidivirt es oft[332]. Die Knorpelgeschwulst

(=Enchondrom=), welche früher als unzweifelhaft gutartige Geschwulst

geschildert wurde, kommt zuweilen in weichen, mehr gallertartigen Formen

vor, welche eben solche inneren Metastasen bedingen können, wie der

eigentliche Krebs[333]. In noch viel höherem Maasse zeigt das

Osteoidchondrom bösartige Eigenschaften[334]. Selbst die

Bindegewebsgeschwülste (=Fibrome=) werden unter Umständen reicher an

Zellen, vergrössern sich, ihre Zwischensubstanz wird saftreicher, ja in

manchen Fällen schwindet sie so vollständig, dass zuletzt fast nur

zellige Elemente übrig bleiben. So entstehen Formen, welche meiner

Ansicht nach sehr unzweckmässig fibroplastische Geschwülste genannt

worden sind und viel besser mit dem alten Namen der =Sarkome= bezeichnet

werden[335]. Sie unterscheiden sich von den blossen Fibromen, Myxomen,

Chondromen u. s. w. durch die grosse Zahl und die beträchtliche

Entwickelungshöhe ihrer Elemente, welche zuweilen geradezu Riesengrösse

erreichen (Fig. 30, 31). Genetisch zeigen sie dieselbe Herkunft aus

proliferirendem Bindegewebe, wie die gewöhnlichen Fibrome (Fig. 113,

II.); sehr bald aber beginnen ihre Zellen einen progressiven

Entwickelungsgang, welcher den Fibromen fehlt (Fig. 152). Sie sind

zunächst allerdings gutartig, aber nicht selten recidiviren sie, wie die

Epithelialkrebse, in loco; unter gewissen Verhältnissen recurriren sie

in den Lymphdrüsen, und in manchen Fällen kommen sie in so ausgedehnten

Metastasen durch den ganzen Körper vor, dass fast kein Organ davon

verschont bleibt.

[332] Archiv XI. 281. Geschwülste I. 430.

[333] Archiv V. 244. Würzb. Verhandl. I. 137. Geschwülste I. 523.

[334] Geschwülste I. 527.

[335] Archiv I. 196, 200, 224. Geschwülste II. 175.

[Illustration: =Fig=. 152. Schematische Darstellung der

Sarkom-Entwickelung, wie sie bei Sarcoma mammae sehr gut zu übersehen

ist. Vergr. 350.]

In der ganzen Reihe der Neubildungen, von denen jede einem normalen

Gewebe mehr oder weniger vollständig entspricht, darf es gar nicht in

Frage kommen, ob sie einen physiologischen Typus haben, oder ob sie ein

specifisches Gepräge an sich tragen; schliesslich entscheidet vielmehr

die Frage, =ob sie an einem Orte entstehen, wo sie hingehören oder

nicht, und ob sie Stoffe in sich erzeugen, welche auf Nachbartheile

gebracht, dort einen ungünstigen, contagiösen oder reizenden Einfluss

ausüben=.

Es verhält sich mit ihnen, wie mit pflanzlichen Bildungen. Die Nerven

und Gefässe haben gar keinen unmittelbaren Einfluss auf ihre

Entwickelung. Nur insofern haben sie Werth, als sie das Mehr oder

Weniger von Zufuhr bestimmen können; aber sie sind ganz ausser Stande,

die Geschwulst-Entwickelung anzuregen, hervorzubringen oder in einer

direkten Weise zu modificiren. Eine pathologische Geschwulst des

Menschen bildet sich genau in derselben Weise, wie eine Geschwulst an

einem Baume, an der Rinde, an der Oberfläche des Stammes oder des

Blattes, wo ein pathologischer Reiz stattgefunden hat. Der Gallapfel,

der in Folge des Stiches eines Insectes entsteht, die knolligen

Anschwellungen, welche die Stellen eines Baumes zeigen, wo ein Ast

abgeschnitten ist, die Umwallung, welche die Wunde eines abgehauenen

Baumstammes erfährt, beruhen auf einer ebenso reichlichen, oft ebenso

raschen Zellenwucherung, wie die, welche wir an der Geschwulst eines

wuchernden Theiles des menschlichen Leibes wahrnehmen. Der pathologische

Reiz wirkt in beiden Fällen genau auf dieselbe Art; die

Vegetationsverhältnisse gestalten sich vollständig nach demselben Typus,

und so wenig als ein Baum an seiner Rinde oder seinem Blatte eine Art

von Zellen hervorbringt, welche er sonst nicht hervorbringen könnte, so

wenig thut dies der thierische Körper.

Aber wenn man die Geschichte einer pflanzlichen Geschwulst betrachtet,

so wird man auch da sehen, dass gerade die kranken Stellen es sind,

welche ungewöhnlich reich an specifischen Bestandtheilen werden, welche

die besonderen Stoffe, die der Baum producirt, in grösserer Menge in

sich aufnehmen und ablagern. Die Pflanzenzellen, welche sich an einem

Eichenblatt im Umfange des Insectensitzes bilden, haben viel mehr

Gerbsäure, als irgend ein anderer Theil des Baumes. Die

Geschwulstzellen, welche sich in wuchernder Menge an einer Kiefer da

bilden, wo ein Insect sich in den jungen Stamm eingräbt, werden ganz

vollgestopft mit Harz. Die besondere Energie der Bildung, welche an

diesen Stellen entwickelt wird, bedingt auch eine ungewöhnlich reiche

Anhäufung von Säften. Es bedarf keiner Nerven oder Gefässe, um die

Zellen zu einer vermehrten Stoff-Aufnahme zu instigiren. Es ist die

eigene Action der Zellen, die Anziehung, welche sie auf die benachbarten

Flüssigkeiten ausüben, vermöge deren sie die brauchbaren Stoffe an sich

reissen und fixiren.

Und so sind wir am Schlusse wiederum bei derselben Vergleichung

angelangt, von der wir im Anfange ausgingen, bei der Vergleichung des

thierischen und besonders des menschlichen Körpers mit dem pflanzlichen.

Auch der Patholog gewinnt durch die Kenntniss der botanischen Vorgänge

die werthvollsten Anknüpfungspunkte für das Verständniss der

Krankheiten; er vor Allen muss sich durch ein solches Verständniss immer

mehr von der Wahrheit der cellularen Theorie überzeugen. Es besteht eine

innere Uebereinstimmung in der ganzen Reihe der lebendigen Erscheinungen

und gerade die niedrigsten Bildungen dienen uns oft als die

Erklärungsmittel für die vollkommensten und am meisten zusammengesetzten

Theile. Denn gerade in dem Einfachen und Kleinen offenbart sich am

deutlichsten das =Gesetz=.

Inhalt.

Seite

Vorreden V

Uebersicht der Holzschnitte XIII

$Erstes Capitel.$ Die Zelle und die cellulare Theorie 1

Einleitung und Aufgabe. Bedeutung der anatomischen Entdeckungen

in der Geschichte der Medicin. Geringer Einfluss der Zellentheorie

auf die Pathologie. -- Die Zelle als letztes wirkendes Element des

lebenden Körpers. Genauere Bestimmung der Zelle. Die

Pflanzenzelle: Membran, Inhalt (Protoplasma), Kern. Die thierische

Zelle: die eingekapselte (Knorpel) und die einfache. Der

Zellenkern (Nucleus). Das Kernkörperchen (Nucleolus). Die Theorie

der Zellenbildung aus freiem Cytoblastem. Constanz des Kerns und

Bedeutung desselben für die Erhaltung der lebenden Elemente. Der

Zellkörper und das Protoplasma. Verschiedenartigkeit des

Zelleninhalts und Bedeutung desselben für die Function der Theile.

Die Zellen als vitale Einheiten (Elementarorganismen). Der Körper

als sociale Einrichtung. Die Intercellularsubstanz und die

Zellenterritorien. -- Die Cellularpathologie im Gegensatze zur

Humoral- und Solidarpathologie. -- Falsche Elementartheile:

Fasern, Kügelchen (Elementarkörnchen). Entstehung der Zellen.

Umhüllungstheorie. Generatio aequivoca der Zellen. Das Gesetz von

der continuirlichen Entwickelung (Omnis cellula e cellula).

Pflanzen- und Knorpelwachsthum.

$Zweites Capitel.$ Die physiologischen Gewebe 27

Anatomische Classification der Gewebe. Die drei

allgemein-histologischen Kategorien. Die speciellen Gewebe. Die

Organe und Systeme oder Apparate. -- Die =Epithelialgewebe=.

Platten-, Cylinder- und Uebergangsepithel. Epidermis und Rete

Malpighii. Nagel und Nagelkrankheiten. Haare. Linse. Pigment.

Drüsenzellen. -- Die =Gewebe der Bindesubstanz=. Das Binde- oder

Zellgewebe. Die Theorien von =Schwann=, =Henle= und =Reichert=.

Meine Theorie. Die Bindegewebskörperchen. Die Fibrillen des

Bindegewebes als Intercellularsubstanz. Secretion derselben. Der

Knorpel (hyaliner, Faser- und Netzknorpel). Incapsulirte und freie

Knorpelkörperchen (Knochenknorpel). Schleimgewebe. Pigmentirtes

Bindegewebe. Fettgewebe. Anastomose der Elemente: saftführendes

Röhren- oder Kanalsystem. -- Die =höheren Thiergewebe=: Muskeln,

Nerven, Gefässe, Blut, Lymphdrüsen. Vorkommen dieser Gewebe in

Verbindung mit Interstitialgewebe. -- Muskeln. Quergestreifte.

Faserzellen. Herzmuskulatur. Muskelkörperchen. Fibrillen.

Disdiaklasten. Glatte Muskelfasern. Muskelatrophie. Die

contractile Substanz (Syntonin) und die Contractilität überhaupt.

Cutis anserina und Arrectores pilorum. -- Gefässe. Capillaren.

Contractile Gefässe.

$Drittes Capitel.$ Physiologische Eintheilung der Gewebe 62

Ungenügende Ausbildung der anatomischen Kenntniss der Gewebe.

Verschiedenartige Lebenserscheinungen an scheinbar gleichartigen

Elementen. Praktisches Bedürfniss einer physiologischen

Gruppirung: -- 1) Nach der Function. Motorische Elemente:

muskulöse, epitheliale (Flimmerzellen, Samenfäden), bindegewebige

(Pigment). Schleimabsonderung: Schleimhäute, Schleimdrüsen,

Schleimgewebe. -- 2) Nach der Lebensdauer der Elemente. Dauer- und

Zeitgewebe. Pathologische Aenderung der natürlichen Verhältnisse

(Heterochronie). Lehre von der Allveränderlichkeit des Körpers

durch Stoffwechsel (Mauserung). Unterscheidung von Dauer- und

Verbrauchsstoffen in den Elementen. Wechselgewebe (Metaplasie).

Abfällige Gewebe: Epidermis (Desquamation), Decidua uterina.

Einfache Zeitgewebe. Oertliche Verschiedenheit der Lebensdauer

desselben Gewebes. Nothwendigkeit einer Localgeschichte der

Gewebe. -- 3) Nach der Zeit der Entstehung und des Absterbens der

Gewebe (genetische Eintheilung). Jugendliche und senescirende

Gewebe. Allgemeine und locale Chronologie der Gewebe. Embryonale

Gewebe; unfertige oder unreife: Matricular- und Uebergangsgewebe.

Chorda dorsualis. Schleimgewebe. Bildungsgewebe und Vorgewebe

(Anlagen, Keimgewebe) Bildungs- oder Primordialzellen. Allgemeine

Gültigkeit der Entwickelungsgesetze. -- 4) Nach der Verwandtschaft

und Abstammung. Continuitäts-Gesetz. Heterologe Verbindungen von

Gewebselementen. Die histologische Substitution und die

histologischen Aequivalente. Abstammung der Elemente (Descendenz).

$Viertes Capitel.$ Die pathologischen Gewebe 84

Die pathologischen Gewebe (Neoplasmen) und ihre Classification.

Bedeutung der Vascularisation. Die Doctrin von den specifischen

Elementen: Krebs, Tuberkel. Die physiologischen Vorbilder

(Reproduction). Einfache (histioide) und zusammengesetzte

(organoide und teratoide) Neubildungen. Homologie und Heterologie

(Heterotopie Heterochronie, Heterometrie). Malignität.

Hypertrophie und Hyperplasie. Kriterien der Homologie.

Degeneration. Prognostische Gesichtspunkte. -- Ungewöhnliche

Analogien der pathologischen Gewebe: Krebs, Sarkom (Spindelzellen.

Riesenzellen). Abstammung der pathologischen Gewebe: Continuität

der Entwickelung, Discontinuität des Typus. Pathologische

Substitutionen und Aequivalente. Homologe und heterologe

Substitution. Bildung per primam aut secundam intentionem.

Verschiedenartige Entstehung derselben Gewebe unter verschiedenen

Bedingungen: Knochen, Bindegewebe. Organisation fibrinöser

Blasteme. Metaplasie. Verschiedenartige Abstammung derselben

Gewebsart.

$Fünftes Capitel.$ Die Ernährung und ihre Wege 100

Selbsterhaltung als Grundlage der Lehre vom Leben. Ernährung und

Stoffwechsel. Ernährung im Sinne des Gesammt-Organismus:

Nahrungsstoffe. Verdauung. Circulation. Ernährung im cellularen

Sinne. Endosmose und Exosmose, todter Stoffwechsel. Intermediärer

Stoffwechsel (Transito-Verkehr). Eigentlich nutritiver

Stoffwechsel. Ernährungseinheiten und Krankheitsheerde.

-- Thätigkeit der Gefässe bei der Ernährung. Verhältniss von

Gefäss und Gewebe. Leber. Niere. Gehirn. Muskelhaut des Magens.

Knorpel. Knochen. -- Abhängigkeit der Gewebe von den Gefässen.

Metastasen. Gefässterritorien (vasculäre Einheiten). -- Die

Ernährungsleitung in den Saftkanälen der Gewebe. Knochen. Zahn.

Faserknorpel. Hornhaut. Bandscheiben.

$Sechstes Capitel.$ Weiteres über Ernährung und Saftleitung 120

Sehnen, Hornhaut, Nabelstrang. -- Weiches Bindegewebe

(Zellgewebe). Elastisches Gewebe. Strukturlose Häute: Tunicae

propriae, Culicula. Elastische Membranen: Sarkolemm. -- Lederhaut

(Derma). Papillarkörper: vasculäre Bezirke. Unterhaut (subcutanes,

subseröses, submucöses Gewebe). Tunica dartos. -- Das feinere

Kanalsystem des Bindegewebes: Körperchen, Lacunen. Bedeutung der

Zellen für die Specialvertheilung der Ernährungssäfte innerhalb

der Gewebe. Vegetativer Charakter der Ernährung. Elective

Eigenschaften der Zellen.

$Siebentes Capitel.$ Circulation und Dyscrasie 143

Arterien. Ihre Zusammensetzung: Epithel, Intima, Media

(Muscularis), Adventitia. Capillaren. Capillare Arterien und

Venen. Continuität der Gefässwand. Porosität derselben.

Hæmorrhagia per diapedesin. Venen. Gefässe in der Schwangerschaft.

-- Eigenschaften der Gefässwand: 1. Contractilität. Rhythmische

Bewegung. Active oder Reizungs-Hyperämie. Ischämie. Gegenreize.

Collaterale Fluxion. 2. Elasticität und Bedeutung derselben für

die Schnelligkeit und Gleichmässigkeit des Blutstromes.

Erweiterung der Gefässe. 3. Permeabilität. Diffusion. Specifische

Affinitäten. Verhältniss von Blutzufuhr und Ernährung. Die

Drüsensecretion (Leber). Specifische Thätigkeit der

Gewebselemente. -- Dyskrasie. Transitorischer Charakter und

localer Ursprung derselben. Säuferdyskrasie. Hämorrhagische

Diathese. Syphilis.

$Achtes Capitel.$ Das Blut 167

Morphologische (anatomische) und chemische Veränderungen des

Blutes (Dyskrasien). -- Faserstoff. Fibrillen desselben. Vergleich

mit Schleim und Bindegewebe. Homogener gallertiger Zustand. --

Rothe Blutkörperchen. Kern, Membran und Inhalt derselben. Gestalt

bei den verschiedenen Wirbelthieren; diagnostische

Schwierigkeiten. Zusammensetzung des Zellkörpers: Hämatin,

Hämoglobin. Stroma. Veränderungen der Farbe und der Gestalt.

Blutkrystalle (Hämatoidin, Hämin, Hämatokrystallin). -- Farblose

Blutkörperchen. Numerisches Verhältniss. Struktur. Vergleich mit

Eiterkörperchen. Klebrigkeit und Agglutination derselben.

Specifisches Gewicht. Crusta granulosa. Diagnose von Eiter- und

farblosen Blutkörperchen. Die Lehren von der Eiterresorption und

von der Lymphexsudation. Lebenseigenschaften der farblosen

Körperchen: Bewegung, Aufnahme anderer Körper, Auswanderung.

Bedeutung dieser Erfahrungen für die cellulare Doctrin.

$Neuntes Capitel.$ Blutbildung und Lymphe 191

Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre · 第 53 / 54 段